Heute sagte er als Zeuge im Untersuchungsausschuss des Landtages aus Mollath auf dem Weg nach München

Wortlos erlebt man Gustl Mollath selten. Aber vor der Fahrt nach München sprach er demonstrativ kein Wort.

8.08 Uhr: „Herr Mollath, was sagen Sie?" Aber Herr Mollath sagt nichts. Wortlos steigt Gustl Mollath (56), wie immer bei öffentlichen Auftritten in der gleichen ärmlichen Kleidung, in den grauen VW-Bus der Polizei, der ihn nach München zum Untersuchungsausschuss bringt. Am Nachmittag wird er als Zeuge dort gehört, weil er behauptet, zu Unrecht in der Psychiatrie zu sitzen. Fotograf und Reporter des Nordbayerischen Kurier würdigt er mit keinem Blick.

Mollath, der sonst keine Gelegenheit auslässt, über seinen Fall zu sprechen. So bleibt unklar, ob er schon weiß, dass seine Ex-Frau Petra M. (52) ihn im Gespräch mit dem Kurier schwer belastet hat. Gewalt und Schulden – das waren die Motive im Eheleben der Mollaths, wie es seine damalige Frau beschrieb. Die Schwarzgeldvorwürfe habe Mollath erst ausgepackt, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte. Auch andere Zeugen bestätigtem gegenüber dem Kurier, dass Mollath seine Frau schon vor der Ehe „grün und blau" geschlagen habe. Inzwischen berichtet Spiegel Online, dass sich bei der Staatsanwaltschaft Regensburg eine weitere Zeugin gemeldet habe. Sie habe diesen Vorwurf bestätigt: Mollath habe seine Frau in den 1980er Jahren geschlagen.

Mollath wurde 2006 in die Psychiatrie eingewiesen, weil er als gefährlich gilt. Er hatte seine Frau geschlagen und gewürgt sowie 129 Reifen durchstochen. Das Urteil von 2006 ist umstritten, weil die Nürnberger Justiz einige Fehler gemacht hat. Ob die allerdings reichen, dass der Fall wieder aufgerollt wird, ist im Moment noch völlig offen. Über zwei entsprechende Anträge entscheidet das Oberlandesgericht Regensburg

Fotos: Wittek

 

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