Heribert Trunk Hilfe zur Selbsthilfe – eine Lebensaufgabe

Heribert Trunk. Foto: Andreas Harbach/Archiv

BAMBERG. Ob als Unternehmer oder IHK-Präsident – umtriebig war Heribert Trunk schon immer. Auch jetzt lebt er gemeinsam mit seiner Frau ein sehr aktives Leben. Aber wie sieht das aus?

Als Heribert Trunk sich im April 2017 als Präsident der IHK für Oberfranken verabschiedete, sagte er in einem Interview mit unserer Zeitung: „Ich bin glücklich über das, was war – und über das, was kommen wird.“

Mehr als zwei Jahre später wirkt Trunk tatsächlich glücklich. Er geht nach einer äußerst intensiven Zeit als Kammerpräsident voll auf in seinem neuen Leben, das er seinem ehrenamtlichen Engagement widmet. Und kokettiert auch damit. „Ich muss mich nicht mehr täglich rasieren und auch nicht mehr jeden Tag einen Anzug tragen“, sagt er fröhlich.

Locker kommt das rüber, doch Trunk steckt, wie das so seine Art ist, nach wie vor voller Tatkraft. Und er ist zu einem Weltreisenden in Sachen Entwicklungs- und insbesondere Jugendhilfe geworden. Trunk gehört dem Vorstand der weltweit vertretenen Don-Bosco-Stiftung an, unter deren Dach mehr als 200 Stiftungen organisiert sind.

Mehr als 20 Länder bereist

Mehr als 20 Länder hat er zwischenzeitlich bereist. Stets an seiner Seite ist seine Frau Barbara. Beide sind ebenfalls häufig für ihre eigene Stiftung „Chance Jugend“ unterwegs. „Uns geht es um Hilfe zur Selbsthilfe“, betonen beide. Bildung ist für sie der wesentliche Baustein dafür.

Heribert Trunk sagt, Ziel sei es, Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Die Stiftung des Ehepaars unterstützt Straßenkinder in Afrika und Asien. Den Trunks ist es aber ebenso wichtig, in Deutschland zu helfen. „Es gibt auch bei uns arme Kinder“, machen sie deutlich. Ihre Einrichtung initiiert Integrationspatenschaften für Minderjährige, die ohne ihre Eltern nach Deutschland geflüchtet sind. Und sie fördert unter anderem das Bamberger Kinderkulturprojekt „Musik für junge Ohren“. 

Seine ehrenamtliche Tätigkeit ist für den früheren IHK-Präsidenten längst zu einer Lebensaufgabe geworden. Der Gründer des Bamberger Logistik-Spezialisten Bilog ist nach eigener Auskunft deutlich mehr „in Ehrenämtern als in der Firma unterwegs“.

Etwas zurückgeben

Was ihn antreibt? „Ich möchte etwas zurückgeben.“ Früher, erzählt er, sei er beinahe auf die schiefe Bahn geraten. Er sei dankbar dafür, dass die Salesianer ihn gerettet haben.

Die Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos wurde 1859 von dem italienischen Priester und Erzieher Giovanni Bosco gegründet. Für die Bosco-Stiftung ist Heribert Trunk nun seit vielen Jahren unermüdlich unterwegs. Empathie und Engagement für Schwächere – das habe er auch von seiner Frau gelernt, sagt er.

Und steht ihr bei ihren Projekten zur Seite. Barbara Trunk fördert tatkräftig den von Christine Rottland 2003 in Bayreuth ins Leben gerufenen Verein Asante. Dieser hilft jungen Menschen in Kenia aus der Armut. Asante unterstützt Schulen, Kindergärten und Kinderhorts.

Für ihre Ziele haben Barbara Trunk und Christine Rottland auch Udo Möhrstedt, Chef der Firma IBC Solar in Bad Staffelstein im Landkreis Lichtenfels, gewinnen können. Gemeinsam haben sie ein Solar-Projekt für die Stromversorgung von Einrichtungen in Kenia gestartet. 

Ein Satz ist Barbara Trunk besonders in Erinnerung geblieben, als sie sich über das Asante-Projekt „Engel für Afrika“ informierte. „Wir möchten unsere Kinder sattbekommen“, sagten die afrikanischen Frauen, die voller Eifer an ihren Engeln häkelten. Mit dem Verkauf der kleinen Kunstwerke können sie sich diesen bescheidenen Wunsch erfüllen.

Barbara Trunk ist das sehr nahegegangen. „Es ist beschämend, wenn man so etwas hört. Wir haben in unseren westlichen Gesellschaften so viel Wohlstand und diese Frauen haben als einziges Ziel, dass ihre Kinder satt werden und später mal ein besseres Leben haben als sie“, sagt sie.

Manchmal eine Sisyphusarbeit

Der Kampf gegen Armut – manchmal ist das für die Trunks eine Sisyphusarbeit. „Vieles, was man tut, ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, zeigt sich Heribert Trunk nachdenklich. Doch dann erwacht sofort wieder der Kämpfer in ihm. „Aber wenn viele mit anpacken, dann kann man viel bewegen.“ 

Als IHK-Präsident war Trunk enorm hartnäckig, wenn er bestimmte Projekte durchsetzen wollte. Er nutzte auch geschickt seine exzellenten politischen Kontakte.

Mit seiner mitunter polternden Art und seiner Dauerpräsenz in der Öffentlichkeit machte er sich allerdings nicht nur Freunde. Auch manche Mitarbeiter in der Kammer waren von ihm genervt. „Ein Drittel macht drei Kreuze, wenn ich endlich weg bin“, hatte Trunk damals im Interview anlässlich seines Abschieds gesagt.

Doch seine Durchsetzungskraft hilft ihm auch bei seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Etwa, wenn es darum geht, die berufliche Ausbildung von jungen Menschen in Südafrika voranzutreiben. Neben Fingerspitzengefühl braucht es bei Gesprächen mit Politikern eben auch Entschlossenheit und Durchhaltewillen.

Oberfranken im Blick

Seine Heimat Oberfranken hat Trunk trotz seiner vielen Reisen immer noch im Blick. Er sitzt im Stiftungsrat der Oberfrankenstiftung und im Kuratorium der Universität Bayreuth. Was er sich wünscht für Oberfranken? „Eine entschlossene und konsequente Strategie für die Zukunft.“

 

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