Inzwischen sieht die Situation allerdings anders aus. Aufgrund des zunehmenden Drucks, den auch die Politik auf Eigentümer ausübt, werden regenerative Energie zunehmend nachgefragt. Damit verbunden ist ein Boom bei Solarthermie oder Wärmepumpen, die in Kombination mit der Geothermie zum Einsatz kommen. Welche Heizung ist für den Neubau des Eigenheims oder eine grundlegende Modernisierung nun die passende Variante?

Ölheizung: Dino oder immer noch zeitgemäß?

Wer als aufmerksamer Beobachter durch Wohnsiedlungen fährt, die zwischen 30 Jahren bis 20 Jahren alt sind, wird etwas bemerken. Viele Wohnhäuser haben noch einen Öltank auf dem Grundstück stehen. Ölfeueranlagen waren lange bei vielen Eigenheimbesitzern beliebt. Die Gründe lagen auf der Hand. Heizöl war vergleichsweise günstig. Und wer sich den Tank vor dem Winter hat einmal vollmachen lassen, konnte den Aufwand fürs Heizen vergleichsweise geringhalten.

Einfach nur ein paar Knöpfchen drücken – fertig. Es wurde in der Wohnung warm. Wer damals noch eine Heizungsanlage besaß, die auf Festbrennstoffen basierte, hatte wesentlich mehr Aufwand zu stemmen. Inzwischen sind Ölfeuerheizungen – zumindest in der Wahrnehmung vieler – ein Dinosaurier. Gilt Heizöl doch als fossiler Energieträger. Und von denen will die Politik bekanntlich weg.

Vor- und Nachteile der Ölheizung

Hersteller von Ölheizungen werben nach wie vor für ihre Anlagen. Zu den Argumenten für diesen Heizungstyp gehören:

  • Brennwert des Heizöls
  • Effizienz moderner Anlagen
  • Einsatz in Hybridsystemen.

Auf der anderen Seite hat die Ölheizung natürlich einige Nachteile. Hierzu zählen unter anderem:

  1. Emission von Klimagasen
  2. Umweltzerstörung bei Förderung von Öl
  3. Abhängigkeit vom Ölpreis.

Umweltaspekte sind sicher ein Grund, warum sich die Akzeptanz der Ölheizungen in den letzten Jahren verändert hat. Laut einer BMWi Auswertung ist der Anteil an neu errichteten Ölheizungen in der Zeit zwischen 2004 und 2014 drastisch eingebrochen. 2004 machten die Ölheizung immerhin einen Anteil von mehr als 10 Prozent an den errichteten Anlagen aus. Zehn Jahre später hatte sich dieser Wert auf unter ein Prozent verringert.

Tipps zur Ölheizung

Image hin oder her – Haushalte setzen nach wie vor auf diese Technik. Muss es eine neue Ölheizung sein – weil etwa der Anschluss an die Gasversorgung noch realisierbar ist – sollten einige Tipps im Hinterkopf behalten werden.

Hierzu gehört, sich für richtige Technik zu entscheiden. Die Heizwerttechnik ist heute immer noch im Einsatz. Als effizientere Lösung hat sich allerdings die Brennwerttechnik erwiesen. Diese macht sich den Energieanteil zunutze, welche über die Verbrennungsgase früher ungenutzt blieb.

Ein zweiter Tipp betrifft die möglichst effiziente Nutzung der Heizung. Ölheizungen lassen sich gut mit anderen Energieträgern kombinieren. Beispiel Solarthermie: Die Sonne steht zwar an vielen – aber nicht allen Tagen im Jahr als Energiequelle zur Verfügung. Beide Heizungen miteinander kombiniert lassen eine effiziente Nutzung der Ölheizung zu.

Achtung: Heizöl unterliegt starken Preisschwankungen. Die verbreitete Ansicht, dass der Preis pro Kubikmeter in den Herbst- und Wintermonaten besonders hoch ist, bestätigt sich rückblickend nicht. Die Tecson Preisstatistik zeigt , dass es in der Vergangenheit gerade im Winter teils sehr stark mit dem Ölpreis nach unten ging. Wer sein Heizöl günstig einkaufen will, sucht am besten mit ein wenig Vorlauf nach preisgünstigen Angeboten. Neben einem Vergleich existieren zudem noch weitere Optionen , mit denen sich die Kosten beim Kauf von Heizölsenken lassen. So sind Sammelbestellungen beispielsweise günstiger und auch eine Aufteilung des Heizölkaufs auf mehrere Transaktionen kann günstiger sein.

Tipps Ölheizung im Überblick:

  • Kombinationsmöglichkeit mit anderen Heizungsarten
  • Wartungsintervalle für Heizkessel beachten
  • Ölpreis beeinflusst Heizöl-Preise

Gasheizung: In Deutschland verbreitet

Gasheizungen sind in Deutschland – zumindest laut BMWi Auswertung – die am stärksten verbreitete Form der Heizung. Aber: Auch hier geht der Trend dahin, auf andere Heizungsarten zu setzen. Im Vergleich mit der Ölheizung hat sich der Abwärtstrend allerdings spürbar abgeflacht. Warum diese doch recht unterschiedlichen Entwicklungen? Auch Erdgas gehört zu den fossilen Energieträgern.

Wer sich für den Neubau eines Eigenheims entscheidet oder die alte Heizung sanieren will, muss sich letztlich entscheiden. Erdgas hat – im Vergleich mit anderen Energieträgern, die der Mensch aus der Erde holt – einen geringen Ausstoß an Klimagasen (wie CO2). Was spricht noch für oder gegen die Erdgasheizung?

Vor- und Nachteile der Gasheizung

Für jeden Haushalt ist am Ende für die Entscheidung relevant, wie die Vorzüge und Nachteile aussehen. Bezüglich einer Gasheizung ist klarer Pluspunkt, dass die direkte Anbindung ans Haus der Versorgungsleitung erfolgen kann. Ein Tank – und die damit verbundenen Gefahren (etwa das Aufschwimmen) – wird nicht benötigt. Was spricht noch für die Gasheizung?

  • Wirkungsgrad moderner Gasthermen sehr hoch
  • Platzwahl der Heizung sehr flexibel
  • Versorgungs- und Preissicherheit (Laufzeitvertrag)
  • Technik inzwischen sehr zuverlässig und ausgereift.

Darüber hinaus lässt sich mit Erdgas eine gute Energieausbeute erzielen. Und ähnlich der Situation beim Heizöl sind inzwischen auch bei den Gasheizungen Brennwerttechniken im Einsatz. Letztere lassen die gesamte Heizung noch einmal effizienter werden.

Allerdings hat diese Form der Heizung auch einige Nachteil. Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass Deutschland selbst über keine größeren Vorkommen verfügt. Aus diesem Grund entsteht eine gewisse Abhängigkeit gegenüber ausländischen Versorgern. Und noch ein Punkt ist im Hinterkopf zu behalten: Wer auf Gas umsteigen will, muss sich zuerst einen Anschluss legen lassen. Eine Maßnahme, die – in Abhängigkeit von der Entfernung zum Leitungsnetz – sehr teuer werden kann.

Erneuerbare Energien: Die Trendsetter

Regierungen haben sich ehrgeizige Ziele in der Reduzierung des Klimagas-Ausstoßes gesetzt . Ob sich diese Ziele am Ende erreichen lassen, wird auch von der Nachfrage bei den Heizungen entschieden. Oder besser: Wie schnell es regenerative Energieträger schaffen, sich durchzusetzen. Im Strommix ist deren Anteil inzwischen (Stand 2017) auf mehr als ein Drittel gestiegen. Und es geht weiter nach oben.

Für die Heizung kommen allerdings nur wenige Energiearten – zumindest direkt – in Frage. Dies sind:

  1. Solarthermie
  2. Geothermie
  3. Holz/Pellets.

Für die Installation einer solchen Heizung spricht natürlich die Klimakomponente. Wer mit der Sonne heizt oder sich die Temperaturunterschiede zwischen Erdboden und Umgebungsluft zunutze macht, heizt quasi umsonst.

Nicht vergessen werden darf allerdings der prozess-/herstellungsbedingte Ausstoß an Klimagasen – etwa bei der Herstellung der Hardware oder dem Verpressen von Sägeabfällen zu Pellets.

- Solarthermie: Solarthermie ist die Nutzung der Sonnenstrahlen. Diese heizen eine Trägerflüssigkeit auf, die in einem geschlossenen Kreislauf zirkuliert und die Wärme an die Heizung abgibt.

- Geothermie: Kann über Flächenkollektoren Wärme aus dem Erdboden aufnehmen und mittels einer Wärmepumpe der Raumheizung zuführen. Alternativ ist die Aufnahme von Erdwärme durch Tiefensonden möglich.

Erdwärme hat natürlich einen großen Vorteil: Sie ist nicht von der Sonne abhängig. Daher steht die thermische Energie aus dem Erdboden jederzeit zur Verfügung. Allerdings muss die Energie erst transformiert werden.

Inwiefern eine Heizung basierend auf erneuerbaren Energien realisierbar ist, hängt immer von Standortfaktoren ab. Aus diesem Grund ist eine fachmännische Expertise in jedem Fall einzuholen.

Fazit: Öko-Heizungen sind auf dem Vormarsch

Ohne funktionierende Heizung bleibt die Wohnung kalt. Eine äußerst triviale Erkenntnis. Allerdings ist die Frage, wie geheizt wird, heute von sehr großer Bedeutung. Öl und Erdgas sind fossile Energieträger. Und deren Image hat in den letzten Jahren stark gelitten. Zudem ist keiner der beiden Energieträger in Deutschland ausreichend vorhanden. Besitzer einer solchen Heizung machen sich von Lieferanten aus dem Ausland abhängig. Auf der anderen Seite erreichen Heizungen basierend auf erneuerbaren Energien nicht unbedingt den gewünschten Wirkungsgrad – besonders wenn der Standort falsch gewählt ist. Die Entscheidung für neue Heizanlagen sollte sich kein Haushalt zu einfach mach – sondern Argumente sorgfältig abwägen.