Heinersreuth Fördertopf nach zwei Tagen leer

Gabi Schnetter

Der Nachhaltigkeitszuschuss der Gemeinde ist weg. 20 000 Euro sind komplett reserviert. Allerdings: Nur vier Balkon-Solaranlagen werden gefördert.

Nach nur zwei Tagen weg: der Heinersreuther Nachhaltigkeitszuschuss für Photovoltaik, Regenwasserzisternen und Batteriespeicher. Foto: Archiv/dpa/dpa

So hatte sich Ideengeber Joachim Weise von der Grünen-Fraktion im Gemeinderat die Förderung nicht vorgestellt. Vor allem kleine Photovoltaik-Anlagen auf dem Balkon wollte er unterstützt wissen, als er die Idee vom Nachhaltigkeitszuschuss im Gemeinderat das erste mal vorstellte.

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In der Verwaltung wurde das Projekt überarbeitet, und weitere unterstützenswerte Privatvorhaben mit aufgenommen. So konnte man für eine Mikro-Windkraftanlage pauschal 200 Euro bekommen, für eine Regenwasserzisterne mit mindestens 3000 Liter Fassungsvermögen ebenfalls 200 Euro, für ein Balkonkraftwerk 100 Euro und für Photovoltaik-Anlagen 100 Euro pro Kilowatt Peak (maximal zehn) sowie für Batteriespeicher 50 Euro pro Kilowattstunde (maximal zehn Kilowattstunden). 20 000 Euro wurden von der Gemeinde insgesamt dafür im Etat 2023 bereitgestellt und von den Gemeinderäten einstimmig genehmigt.

Am 1. April fiel der Startschuss, und nur zwei Tage dauerte es, und die 20 000 Euro waren reserviert. Es können keine Zuschussanträge mehr angenommen werden. In Windeseile hatten die Heinersreuther Bürger reagiert und von dem Angebot Gebrauch gemacht. 67 Prozent der Zuschüsse entfallen jetzt auf größere Photovoltaik-Anlagen, 27 Prozent auf Batterien, drei Prozent auf Zisternen, ein Prozent auf Mikrowindkraft-Anlagen und nur zwei Prozent – also vier Anlagen – auf Balkon-Kraftwerke. Bürgermeisterin Simone Kirschner, CSU, ist zufrieden mit dem Ergebnis. „Insgesamt war es eine Supersache, die bestimmt auch viele Nachahmer-Gemeinden findet!“

Der Heinersreuther Nachhaltigkeitszuschuss sei aufgrund des Antrags der Grünen entstanden, und von allen Gemeinderäten gemeinsam entwickelt und verabschiedet worden.

Auf die Frage, ob man das Budget eventuell aufstocken werde, antwortet Kirschner: „Natürlich werden wir über Ergebnis und eventuelle Neuauflagen sprechen, jedoch haben auch wir enge finanzielle Spielräume.“

„Jetzt sind es nur 400 Euro für Balkon-Kraftwerke“

Joachim Weise ist zwar zufrieden, dass sich so viele Menschen mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen, aber er macht auch aus seiner Enttäuschung kein Hehl. „Wir haben ursprünglich nur 5000 Euro als Fonds für Zuschüsse beantragt. Aber nur für Balkon-Kraftwerke. Und jetzt sind es nur 400 Euro, die dafür genutzt werden. Wir haben damit nicht einmal zehn Prozent der Klientel erreicht, die wir erreichen wollten. Unser Ziel war es ja, gerade die Kleinen zu unterstützen. Mieter hatten hier überhaupt keine Chance. 12- bis 13 000 Euro entfallen jetzt auf große Anlagen. Das war so von uns ursprünglich nicht geplant.“