Heimspiel-Wochenende Zwei Heimspiele – viele Punkte

Vom Azubi zum Leistungsträger: Der Ex-Bayreuther Markus Lillich (rechts) kehrt mit dem ESV Kaufbeuren an seine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Foto: Imago Images/Peter Kolb

Mit zwei Heimspielen am kommenden Wochenende haben die Bayreuth Tigers die Chance, aus einem eher verkorksten noch einen durchaus passablen Saisonstart in der DEL2 werden zu lassen. Die magere Ausbeute von nur drei Punkten aus vier Spielen war für Tigers-Geschäftsführer Matthias Wendel Grund genug, um ein deutliches Ziel für dieses „Heimspiel-Wochenende“ zu formulieren: Eine bloße Leistungssteigerung sei nicht genug. Es müssten schleunigst Punkte her. Leicht wird das nicht, schließlich gelten die beiden Gegner, der ESV Kaufbeuren (Freitag, 20 Uhr) und der EV Landshut (Sonntag, 16 Uhr), als sichere Playoff-Anwärter.

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Auch die Tigers hatten diesen Anspruch formuliert, gerecht wurden sie ihm bislang aber nur im Tigerkäfig – und das auch nur ansatzweise. Einem überzeugenden 4:2-Auftaktsieg gegen Selb folgte eine 1:2-Niederlage gegen Bad Nauheim. In der Fremde kamen die Tigers überhaupt noch nicht in die Gänge – erst ein 2:7 in Dresden, dann ein 3:5 in Ravensburg. Die Defensivprobleme der Vorbereitung, die die Tigers auf eigenem Eis im Griff zu haben scheinen, sind in der Fremde bislang das K.-o.-Kriterium. Im Tigerkäfig indes war die Chancenverwertung das große Manko. Wie gut für das Team von Trainer Petri Kujala, dass auch bei den hoch gehandelten Kontrahenten noch nicht alles rund läuft.

ESV Kaufbeuren: Ex-Bayreuther Markus Lillich sofort in tragender Rolle

Neuer Trainer, neues Glück – unter diesem Motto traten die Joker am Dienstag bei den Heilbronner Falken an. Sie gewannen mit 4:3, landeten zum Einstand ihres neuen Coaches Tray Tuomie den ersten Saisonsieg, nachdem sie zuvor viermal verloren hatten: 2:4 gegen Ravensburg, 3:5 in Frankfurt, 4:5 in Crimmitschau nach Penaltyschießen und 4:5 in Dresden. „Wir waren jedes Mal nah dran, nur das Quäntchen hat gefehlt“, sagt Markus Lillich. Der 22-Jährige war vor der Saison nach zwei Spielzeiten in Bayreuth – hier markierte er 26 Tore und 18 Assists in 92 Spielen – in seine Heimat zurückgekehrt. Diese zwei Jahre, sagt er rückblickend, seien nicht nur eine „super Zeit in einer super Stadt“ gewesen, sondern hätten auch seiner Entwicklung einen enormen Schub verliehen. „Ich bin als Azubi zu den Tigers gekommen und als Leistungsträger gegangen.“

Eine tragende Rolle hat der pfeilschnelle Außenstürmer sofort auch in Kaufbeuren zugeteilt bekommen. Neben den beiden Kanadiern Tyler Spurgeon und John Lammers stürmt er dort in der ersten Reihe. Mit vier Treffern ist der gebürtige Memminger bislang Toptorjäger des ESVK. Er hätte nichts dagegen, sein Torekonto am Freitag weiter auszubauen. „Klar ist man besonders motiviert gegen seine alte Mannschaft und seinen alten Trainer“, sagt Lillich, der aber durchaus Respekt vor dem Gastspiel im Tigerkäfig hat. Was nicht nur an den „guten Neuzugängen“ seines Ex-Klubs liegt, sondern auch an den Defensivproblemen des ESVK. „Wir können nicht jedes Mal sechs schießen, weil wir fünf Stück bekommen haben.“

EV Landshut: Hoch gehandelte Mannschaft mit namhaften Neuzugängen

Nicht minder herausfordernd für die Tigers wird die Aufgabe am Sonntag. Normalerweise hätte die Partie in Landshut stattfinden sollen, aufgrund des dort noch laufenden Stadionumbaus wurde das Heimrecht aber getauscht. Vielleicht ist dieses bisher fehlende Heimrecht ein Grund, weshalb die Mannschaft von Trainer Leif Carlsson den hohen Erwartungen mit fünf Punkten aus vier Spielen noch nicht ganz gerecht werden konnte. „Sie hatten aber auch ein paar Verletzte zu Saisonbeginn“, weiß Tigers-Trainer Petri Kujala, der die Niederbayern in ihrer stärksten Besetzung zu den absoluten Topteams der Liga zählt.

Bislang aber deuteten die Offensiv-Neuzugänge Sahir Gill, Brandon Alderson und vor allem Marco Pfleger, der aus Bad Tölz gekommene Topscorer der zurückliegenden DEL2-Saison, ihr offensives Potenzial nur beim 10:1-Sieg in Selb an. Auch in der Abwehr hat der EVL Namhaftes zu bieten. Nach dem Ausfall des ebenfalls aus Bad Tölz gewechselten Andreas Schwarz – er zog sich im zweiten Saisonspiel eine schwere Schulterverletzung zu – verpflichtete der EVL kurzerhand den mittlerweile 37 Jahre alten Alexander Dotzler (unter anderem 497 DEL-Spiele für Wolfsburg, Hamburg, Straubing und Iserlohn) nach. Dessen Vertrag beim Oberligisten Eisbären Regensburg war noch vor Saisonbeginn aufgelöst worden.

Die Personalsituation: Zwei Tigers-Abwehrspieler mit Fragezeichen

Den Tigers droht an diesem Wochenende ein erster personeller Engpass. Und das ausgerechnet in der Defensive. Neben den langzeitverletzten Kevin Kunz und Moritz Schug stehen Fragezeichen hinter dem Einsatz der Verteidiger Dominik Meisinger und Lubor Pokovic. Beide konnten unter der Woche nicht trainieren. „Wir hoffen sehr, wenigstens einen der beiden aufbieten zu können“, sagt Kujala. Ebenso fraglich ist ein Einsatz von Förderlizenzspieler Lukas Ribarik, der wohl bei den Nürnberg Ice Tigers in der DEL gebraucht wird.

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