Heimspiel gegen Würzburg Gelegenheit für Medi-Team zum Verbessern

Durchsetzungsvermögen in der Offensive ist nicht die große Stärke der Würzburger. Zuletzt gegen den MBC gelangen nur 68 Punkte, Zach Smith (Mitte) sogar lediglich magere zwei. Foto: Heiko Becker/Imago Images

Nur drei Tage nach der enttäuschenden 86:104-Niederlage in Frankfurt bekommt Medi Bayreuth eine Möglichkeit, alles besser zu machen: Am Dienstag steht das Heimspiel gegen S.O. Würzburg auf dem Programm.

Basketball - Sportler mögen es in aller Regel, wenn sie nach einer Enttäuschung gleich wieder eine Gelegenheit bekommen, es besser zu machen. Doch was wird man bei Medi Bayreuth überhaupt verbessern können, wenn zwischen der 86:104-Niederlage in Frankfurt und dem Heimspiel gegen S.O. Würzburg am Dienstag um 20.30 Uhr lediglich zwei spielfreie Tage lagen?

„Wir müssen gar nicht großartig irgendwas umstellen, sondern es geht um Grundsätzliches“, erklärt Trainer Raoul Korner. „Wir haben an Vertrauen in unsere Abläufe verloren, und wir sind in der Defensive nicht so physisch, wie wir sein müssen.“ Um so etwas zu ändern, sei nicht unbedingt viel Trainingszeit nötig: „Viel davon ist behebbar, wenn wir uns an unsere Prinzipien erinnern und sie konsequent umsetzen. Wir waren zuletzt nicht fokussiert genug auf die fundamentalen Dinge.“ Ein aktueller „Durchhänger“ seiner Mannschaft sei jedenfalls nicht zu leugnen: „Das merkt man auch emotional.“

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Der Coach übersieht auch nicht, dass die in Frankfurt aufgetretenen Schwächen in der Defensive nicht die ersten Mängel sind, die in dieser noch jungen Saison auffällig wurden – nach den Ballverlusten während der Vorbereitung und den Rebounds in den ersten Pflichtspielen: „Wir sind eben eines der vielen Teams an dieser Grenze: Wenn nicht alles passt, reicht es oft nicht.“ Genau damit müsse man auch emotional umzugehen lernen: „Wir müssen uns da rauskämpfen.“ Einen grundsätzlichen Anlass zur Sorge sieht der Trainer darin aber nicht: „So funktioniert nun mal Entwicklung: Man lernt aus Problemen.“

Würzburg mit der schwächsten Offensive

Frei von Sorgen ist auch der kommende Gegner nicht – nur zeigen sie sich in diesem Fall hauptsächlich am anderen Ende des Spielfelds: Die Würzburger verzeichnen mit genau 75 Punkten pro Spiel die schwächste offensive Bilanz der gesamten Liga (Bayreuth: 83,4). Fatal erscheint dabei die Kombination aus der niedrigsten Feldwurfquote (43,6 Prozent) und der höchsten Zahl an Ballverlusten (15,9). „Probleme in der Offensive hatten die Frankfurter vor dem Spiel gegen uns auch“, mahnt Korner und erinnert daran, dass die Mannschaft seines Kollegen Denis Wucherer einen guten Teil davon mit 14,0 Offensivrebounds pro Spiel kompensiert: „In dieser Statistik sind sie die Besten der Liga – und das ist nicht gerade etwas, das uns gut liegt.“ Das habe man auch schon selbst sehen können bei einem Trainingsspiel während der Länderspielpause – das verloren ging.

Erschwert wird die Aufgabe auch dadurch, dass der entscheidende Schlüsselspieler, den es auszuschalten gilt, bei den Würzburgern nicht so leicht auszumachen ist. „Justin Sears wird immer wichtiger, und diese Tendenz wird sich noch verstärken, denn das ist schon einer, der den Scoringzettel füllen kann“, sagt Korner über den Center. „Auch Alex King hat gleich gut eingeschlagen. Mit diesen beiden hat das Talent in der Mannschaft viel Erfahrung dazu bekommen. Das ist eine gefährliche Mischung.“ Statt der einen zentralen Figur gebe es „viele, die gut dafür sind, mal ein großes Spiel zu machen“.

Dass sich die Würzburger bisher nur bei den Kellerkindern Vechta (88:80) und Chemnitz (76:67) durchsetzen konnten und mit der jüngsten Heimniederlage gegen den MBC (68:80) wohl sogar unter die Soll-Grenze rutschten, hatte auch mit personellen Problemen zu tun, Von den sechs Erstplatzierten ihrer internen Korbschützenliste hat allein Spielmacher Tayler Persons alle sieben Ligaspiele absolviert – von den anderen niemand mehr als vier. Alle Aspekte zusammen lassen Raoul Korner warnen: „Wir sind nicht in der Position, einen Gegner als Underdog zu sehen.“