Hauptversammlung Kulmbacher rechnet mit weniger Gewinn

Foto: David Ebener dpa/lby

KULMBACH. Nach dem Super-Sommer 2018 mit Rekordzahlen rechnet die Kulmbacher Brauerei AG in diesem Jahr mit einem deutlich rückläufigen operativen Gewinn von neun bis zehn (Vorjahr 14,3) Millionen Euro. Die Aktionäre zeigten sich auf der Hauptversammlung in Kulmbach erfreut über die Dividende von einem Euro plus Extra-Bonus von 0,50 Euro.

„Was war das für ein Jahr!“, sagte Vorstandssprecher Markus Stodden und verwies auf den Anstieg beim Getränkeabsatz um 6,5 Prozent auf 3,3 Millionen Hektoliter, was einen Umsatz von 231,7 (219,8) Millionen Euro möglich machte. Der operative Gewinn schnellte um 36 Prozent auf 14,3 Millionen Euro hoch, als Jahresüberschuss verblieben nach Steuern 9,3 Millionen Euro (wir berichteten). Die Beschäftigtenzahl stieg von 902 auf 927. 

„Auf eine Wiederholung des Rekordsommers 2018 zu setzen, wäre für die Getränkebranche sicher ein schlechter Rat“, sagte Stodden. Das Wetter könne ein guter, aber eben auch ein schlechter Begleiter sein. Auch wegen Preiserhöhungen rechnet Stodden für etwa ein Jahr mit gewissen Absatzverlusten. Den Umsatz will er trotzdem „im unteren einstelligen Prozentbereich“ steigern. 

Nach der Übernahme der Markenrechte von Kitzmann sei man künftig auf sieben Kellern der Erlanger Bergkirchweih präsent. Damit könne die Kulmbacher ihr Engagement im Raum Nürnberg-Fürth-Erlangen weiter ausbauen. Mit dem Kauf habe man auch rund hundert Gastronomieobjekte übernommen.

Stodden versicherte, dass die Kulmbacher auch nach dem Abstieg des 1. FC Nürnberg Club-Sponsor bleiben wolle. „Wir sind mit ihm aufgestiegen, wird werden gemeinsam mit ihm absteigen. Wir machen auf jeden Fall weiter.“ Launisch fügte er hinzu: „Getrunken wird da immer.“

Auf die Frage eines Aktionärsvertreters, warum die Vergütung für den Vorstand trotz Rekordergebnis gesunken sei, verwies Stodden auf die Verkleinerung des Vorstands von drei auf zwei Köpfe. Im vergangenen Jahr hätten überwiegend zwei Vorstände das Unternehmen geführt. Die Vergütung für den Vorstand reduzierte sich laut Geschäftsbericht von 1,07 Millionen Euro (2017) auf knapp 900.000 Euro im letzten Jahr.

Den sechs Aufsichtsräten wurden unverändert insgesamt 75.000 Euro gezahlt. Nach 23 Jahren scheidet die Arbeitnehmervertreterin Karin Weiß aus dem Gremium aus. Ihr Nachfolger ist der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Thomas Gillich. 

Stodden teilte auf Nachfrage aus Aktionärskreisen mit, dass sein Vertrag zunächst bis Oktober 2021 läuft und erst zwölf Monate vor Ablauf verlängert werden könne. „Da bin ich dann fast 60.“ Stodden zeigte sich bereit, das Unternehmen über seinen aktuellen Vertrag hinaus zu führen. „Ein paar Jahre könnte ich noch machen, sofern der Aufsichtsrat das möchte.“ 

Die rund 190 Getränkemärkte der Gruppe lagen 2018 in den roten Zahlen. 2,4 Millionen Verlust wurden geschrieben, was Stodden mit Umstrukturierungen und hohen Einmalaufwendungen begründete. Es werde künftig größere Märkte geben. 

Im Mönchshof-Bräuhaus gibt es noch keinen neuen Pächter, bestätigte Stodden. Man tue sich sehr schwer, für dieses große Objekt einen Nachfolger zu finden. Gleichwohl hofft er, vielleicht noch in diesem Jahr eine Lösung zu haben. 

Mit der Dividende zeigte sich dieses Mal auch der Kulmbacher Unternehmer Hans Albert Ruckdeschel (Ireks), der mit 25,8 Prozent eine Sperrminorität hält, zufrieden. „Wir freuen uns alle darüber“, sagte er am Rande der Hauptversammlung gegenüber dieser Zeitung. „Denn für das Geld, das Sie auf der Bank haben, kriegen Sie ja nichts.“ 

 

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