Haspo-Saisonstart Gleich eine der weitesten Fahrten

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Niemand hatte in der vergangenen Saison beim Oranienburger HC so viel Grund zum Jubeln wie Kapitän Dennis Schmöker. Der Linksaußen lag mit 109 Treffern in 20 Spielen in der Torschützenliste der Drittliga-Staffel A an fünfter Stelle. Foto: Imago/Hartmut Boesener

Die Handball-Saison beginnt: Die Reihe der vielen neuen Aufgaben in der Staffel Ost der 3. Liga beginnt für Haspo Bayreuth am Samstag beim Oranienburger HC.

Viele neue und namhafte Gegner sowie ungewohnte lange Reiserouten warten auf Haspo Bayreuth nach der Umgruppierung in die Staffel Ost der 3. Handball-Liga. Ein gutes Beispiel bietet gleich der Saisonstart an diesem Samstag um 18.30 Uhr, denn es ist eine der weitesten Fahrten in Richtung Berlin nötig, um beim Oranienburger HC in Brandenburg antreten zu können.

Ganz neu ist die Aufgabe für manchen im Haspo-Kader vielleicht nicht. 2019 haben die Bayreuther im Rahmen eines Trainingslagers in Berlin nämlich an einem Turnier des OHC teilgenommen. Zumindest die Halle könnte somit noch in Erinnerung sein. Die Mannschaft des Gegners hat sich seither allerdings durchaus verändert.

Dabei setzen die Oranienburger Verantwortlichen überwiegend auf gut ausgebildete deutsche Spieler. Zuletzt kam aus dieser Kategorie der Kreisspieler Kevin Lux vom Zweitliga-Absteiger EHV Aue in den Landkreis Oberhavel, nördlich von Berlin. Für solides Niveau spricht auch das Abschneiden des Vereins in der vergangenen Saison. In der damaligen Staffel A (als es noch sieben Gruppen gab statt der nunmehr nur noch fünf) schaffte er souverän den Klassenerhalt als Tabellenvierter mit 23:17 Punkten. Zwar gelangen gegen die Topteams der Staffel keine Überraschungen, aber gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte blieben die Oranienburger durchweg überlegen. Die folgende freiwillige Runde zur Qualifikation für den DHB-Pokal überstanden sie dann sogar ungeschlagen, doch mit drei Unentschieden wurde auf dem zweiten Platz die Startberechtigung in der Pokal-Hauptrunde knapp verpasst.

Dass der OHC auch in der neuen Spielzeit gutes Niveau zu bieten hat, bewies er in seinem letzten Vorbereitungsspiel mit einem 25:23-Sieg gegen den EHV Aue. Immerhin ist der Ex-Zweitligist aus dem Erzgebirge einer der wenigen Vereine, die den (Wieder-)Aufstieg öffentlich als klares Saisonziel ausgegeben haben.

Haspo erwartet in Oranienburg also ganz sicher keine leichte Aufgabe. Die Bayreuther haben nach der überaus erfolgreichen Premierensaison aber allen Grund, selbstbewusst an die Prüfung heranzugehen. „Wir versuchen erst mal auf uns zu schauen, dass die Abwehr stabil steht und dass wir aus der Abwehr heraus in unser gewohntes Tempospiel kommen“, erklärt Kapitän Paul Saborowski die Prioritäten und freut sich auf den Start. „Die Stimmung ist gut und die Vorfreude steigt, dass es endlich wieder um Punkte geht.“

Verzichten muss Haspo noch auf Torwart Robin Hennig, dessen ausgekugelter Finger aber glücklicherweise keine Fraktur aufwies. Auch zu Beginn der letzten Spielzeit fehlte der dienstälteste Torhüter im Team, und da gab es zunächst zwei schmerzhafte Niederlagen, bevor die Mannschaft in die Saison gefunden hatte. Von einem schlechten Vorzeichen will aber niemand etwas hören, auch wegen der seither gewachsenen Erfahrung.

Unterstützung besonderer Art erhalten die Bayreuther vom früheren Mitspieler Lars Baldauf. Der hat sich als Schlachtenbummler schon einige Tage eher auf den Weg nach Oranienburg gemacht – mit dem Fahrrad!

 

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