Auf die leichte Schulter nehmen sollten die Bayreuther die Gäste allerdings nicht. Dass die Drittliga-Reserve durchaus dagegenhalten kann, zeigte sie schließlich schon im Hinspiel. Zur Pause führte Haspo damals nur mit einem Treffer, da gegen die flinken und spielerisch durchaus guten Oberbayern in der Defensive der Zugriff fehlte. Erst eine Leistungssteigerung in Halbzeit zwei führte zum deutlichen 38:28-Auswärtssieg.

Um auch das Rückspiel ähnlich klar zu den eigenen Gunsten zu entscheiden, wird Haspo eine konzentrierte Leistung benötigen. Entsprechende Ansprüche stellt Michael Werner: „Wir wollen fokussiert und diszipliniert auftreten und nicht nur gewinnen, sondern auch mit der Art und Weise unseres Spiels überzeugen.“ Gerade in Hinblick auf das anschließend anstehende Derby beim Ex-Drittligisten HSC Coburg II würde es guttun, einen überzeugenden Heimsieg einzufahren und damit das Selbstvertrauen weiter zu festigen.

Den Gästen aus dem Münchner Umland droht nach dem Aufstieg im Sommer der direkte Wiederabstieg in die Landesliga. Wenn sie noch eine Chance auf den Klassenerhalt haben möchten, müssen sie allmählich anfangen zu punkten. Erreichbar ist das Ziel noch allemal, da der Rückstand auf den vermutlich ersten Nichtabstiegsplatz elf, auf dem aktuell der SV Anzing steht, nur vier Zähler beträgt. Gegen die Anzinger holte Fürstenfeldbruck II auch den ersten Punkt. Dabei lag das Schlusslicht beinahe während des kompletten Spiels im Rückstand und erkämpfte sich erst in der Schlussphase das 30:30 in eigener Halle.

Am meisten aufpassen müssen die Bayreuther wohl auf Benedikt Hagitte im rechten Rückraum. Mit 60 Toren ist er erfolgreichster Schütze bei den Gästen und Elfter der Torschützenliste.

Personell kann das Bayreuther Trainergespann wahrscheinlich auf den kompletten Kader zurückgreifen. Lediglich hinter dem Einsatz von Torhüter Nick Tornow steht noch ein Fragezeichen, da er krankheitsbedingt die ganze Woche nicht trainieren konnte. Die jüngste gute Leistung von Robin Hennig beim Sieg in Rimpar lässt aber hoffen, dass sich ein möglicher Ausfall auf dieser Position kompensieren ließe.

Haspo-Damen erstmals mit positivem Punktekonto?

Der erste Auswärtssieg zuletzt mit 26:19 beim TSV Ismaning hat den Damen von Haspo Bayreuth die Chance eröffnet, zum ersten Mal in dieser Bayernliga-Saison ein positives Punktekonto vorweisen zu können. Die Aussichten auf den dafür nötigen zweiten Sieg könnten auf den ersten Blick kaum besser sein, denn am Samstag um 17.30 Uhr kommt es im heimischen Schulzentrum Ost zur Begegnung mit dem Tabellenletzten TSV Haunstetten II.

Zwar liegen die Bayreutherinnen mit ihrem Punktestand von 14:14 stattliche zehn Zähler vor den Gästen aus der Augsburger Vorstadt, doch seit dem Jahreswechsel präsentiert sich die zweite Mannschaft des Tabellensechsten in der 3. Liga Süd (punktgleich mit dem Vierten) in starker Verfassung. Nachdem zum Jahresauftakt mit 31:27 gegen den MTV Stadeln der zweiten Saisonsieg gelungen war, ging am vergangenen Samstag die Partie gegen den Tabellensechsten HG Zirndorf nur hauchdünn mit 22:23 verloren.

Gerade bei Haspo sollte allerdings keine Gefahr bestehen, dass die Aufgabe unterschätzt wird. Schließlich ging das Hinspiel mit 24:28 verloren, was bis zum Jahreswechsel der einzige Sieg der Schwäbinnen blieb. Entsprechend nachdrücklich warnt Haspo-Trainer Udo Prediger: „Wir dürfen nicht den Fehler machen und uns vom Tabellenbild täuschen lassen. Haunstetten hat sich im Vergleich zur Hinrunde verbessert und steht zu Unrecht am Tabellenende.“

Trotzdem will natürlich auch der Coach eine Revanche sehen für die Enttäuschung in der Vorrunde. Die personelle Situation macht Prediger allerdings etwas zu schaffen. Mit der privat verhinderten Julia Dörfler sowie Hanna Duchon (krank) und Kristina Hall (verletzt) werden drei Spielerinnen nicht zur Verfügung stehen. Zusätzlich ist Kapitänin Kim Koppold angeschlagen und ein Einsatz der erfolgreichsten Werferin (7,45 Tore pro Spiel) noch fraglich. Dafür kehrte Spielmacherin Elena Kerling nach krankheitsbedingtem Ausfall wieder zurück in den Kader.

Haspo II gegen direkten Rivalen

Der jüngste Auswärtssieg bei der klar favorisierten HSG Lauf/Heroldsberg hat der zweiten Männermannschaft von Haspo Bayreuth Mut gemacht im Abstiegskampf der Landesliga Nord. Mit einem Sieg am Sonntag um 16 Uhr im heimischen Schulzentrum Ost gegen den direkten Rivalen SV Michelfeld könnte der Neuling nun sogar die Abstiegsränge verlassen.

Der Mitaufsteiger aus der Bezirksoberliga Unterfranken liegt mit 10:20 Punkten nur einen Zähler vor Haspo II (9:19). Mit einem Sieg könnte die Mannschaft des Trainergespanns Andreas Berghammer und Wolfgang Bunz also vorbeiziehen. Dabei werden sicher beide Mannschaften in den Schlussminuten auch den direkten Gesamtvergleich im Blick haben, der am Ende der Saison bei Punktgleichheit den Ausschlag über Abstieg oder Klassenerhalt geben würde. Dafür müsste es nur ähnlich spannend zugehen wie im umkämpften Hinspiel als es den Bayreuthern nur etwas an Durchschlagskraft in der Offensive mangelte, um die 17:19-Niederlage abwenden zu können. Um den zweiten Sieg in Folge zu schaffen, wird vor allem wieder eine niedrige Fehlerquote nötig sein.

Wenn das gelingt, hätte Haspo II eine gute Basis, um sich etwas Luft im Abstiegskampf zu erarbeiten. Nur eine Woche später folgt nämlich gleich der nächste Kampf um „Bigpoints“, wenn die Aufgabe beim Tabellenschlusslicht HSG Freising-Neufahrn auf dem Programm steht.