Hart erkämpfter Sieg Medi-Team gewinnt gegen Chemnitz 85:72

Statt spielerischer Klasse war lange Zeit Kampf Trumpf. In dieser Hinsicht tat sich besonders Dererk Pardon (gelbes Trikot) hervor. Der Medi-Center (hier gegen den besten Chemnitzer Isiaha Mike) erzielte nicht nur 18 Punkte, sondern leistete mit seinen drei Blocks auch defensiv einen an der Statistik ablesbaren Beitrag. Foto: Peter Kolb

Medi Bayreuth kann sich diesmal erst im Schlussviertel absetzen. Zwei Spieler haben einen besonderen Anteil am Sieg.

Basketball - Medi Bayreuth muss sich seine Siege in der Bundesliga von Woche zu Woche härter erarbeiten. Nach den fast schon spielerisch leicht wirkenden Erfolgen in Bonn (91:76) und gegen Crailsheim (97:78) sowie dem bereits deutlich schwerer fallenden, im dritten Viertel zustande gekommenen 90:75 in Würzburg konnte das Team von Trainer Raoul Korner am Sonntag die Niners Chemnitz erst im Schlussabschnitt abschütteln. Am Ende stand dann aber doch wieder ein zumindest vom Ergebnis souveränes 85:72 (32:35).

Anzeige - dunk.fm Spieltagsponsor

Damit wahrten die Bayreuther zugleich den Vier-Punkte-Rückstand zum letzten Playoff-Platz acht, nachdem Brose Bamberg tags zuvor mit 100:89 beim Mitteldeutschen BC vorgelegt hatte. Am kommenden Sonntag wartet jedoch die ultimative Herausforderung für das neu gewonnene Selbbewusstsein des Medi-Teams. Dann geht es zum Spitzenreiter nach Ludwigsburg. „Das ist sicherlich eine sehr spannende und interessante Aufgabe, und mal sehen, was da gelingt“, blickte Korner bei Magentasport bereits voraus. Zuvor hatte der Medi-Coach aber erst mal einen Haken hinter den jetzt wohl endgültig gesicherten Klassenerhalt gemacht und noch einmal bekräftigt: „Zehn Siege sind so die magische Grenze, wo man zumindest nach unten keine Panik mehr schieben muss.“

Privatduell zwischen Pardon und Mike

Bis dieser zehnte Saisonerfolg durch die Punkte von Frank Bartley zum 80:68 knapp drei Minuten vor dem Ende feststand, war aber ein ganzes Stück Arbeit notwendig. Als besonders engagierter Malocher erwies sich Dererk Pardon. Der Medi-Center lieferte sich im dritten Viertel ein Privatduell mit dem Chemnitzer Isiaha Mike, brachte seine Mannschaft mit einem Block und erfolgreichen Dreipunktespiel auf der anderen Seite zunächst wieder auf 42:46 heran, konterte den Wahnsinnsdunk von Mike zum 44:48 und sorgte mit seinen zehn Zählern dafür, dass der Rückstand zur Pause nur einen Punkt betrug.

Wäre der Dreier von Bartley mit Brett von der Mittellinie nicht einen Hauch zu spät gekommen, hätte er bereits die erste Führung seit dem 15:13 (9.) bedeutet. Das erledigte dann jedoch Lazeric Jones mit dem 57:56. Und weil jetzt auch Bartley in das Kampfspiel fand, dann doch etwas von der spielerischen Leichtigkeit zurückkehrte, Osvaldas Olisevicius einen Ballverlust von Marcus Thornton mit anschließendem unsportlichen Foul mit vier Punkten zum 70:65 bestrafte, das Medi-Team in der Defensive einen Gang zuschaltete, David Walker noch einen Dreier zum 73:65 nachlegte und die Bayreuther jetzt auch die eigenen Ballverluste und gegnerischen Offensivrebounds unter Kontrolle gebracht hatten, störte es auch nicht, dass Chemnitz kurzzeitig mal seine Stärke aufblitzen ließ und drei Dreier in Folge versenkte. Bartley mit sieben Zählern in Serie vom 73:68 zum 80:68 machte schließlich alles klar.

Schlechte Chemnitzer Dreierquote

Das Chemnitzer Hauptproblem war wie schon bei der 61:83-Niederlage im Hinspiel (5/25) die schlechte Dreierquote. Diesmal trafen die Niners zwar immerhin zehn ihrer 34 Versuche (nur 30 aus dem Zweierbereich), gegen die in der Zone stets überzeugenden Bayreuther (38:28 Punkte) war aber auch das zu wenig. Die insgesamt zwölf Würfe mehr hatten die Gäste vor allem ihren 13 Offensivrebounds (neun in der ersten Halbzeit) zu verdanken, aber auch einer Phase Mitte des zweiten Viertels, in der sich die Bayreuther binnen 89 Sekunden vier von acht Ballverlusten vor dem Seitenwechsel erlaubt hatten. Allerdings konnten die Chemnitzer dies nur vom 25:23 zum 30:23 nutzen, ehe das Medi-Team seinen höchsten Rückstand (26:35/18.) wieder reduzierte – dank Pardon und Bartley.

Autor

 

Bilder