Halbzeitmeister LSG Bayreuth baut Vorsprung weiter aus

Das augenscheinlich entspannte Warten auf bessere Wetterbedingungen lohnte sich für Sebastian Baier. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 106,16 km/h war er in Runde zehn der schnellste Bayreuther Pilot. Foto: Daniel Große Verspohl

SEGELFLIEGEN. Erneut hat die Luftsportgemeinschaft (LSG) Bayreuth ein Topergebnis in der Bundesliga erzielt und die Tabellenführung ausgebaut. Mit Flügen zwischen Mainfranken und dem Fichtelgebirge konnten die LSG-Piloten die komplizierten Wetterbedingungen gut ausnutzen. Elf Punkte beträgt nun der Vorsprung auf die Dauerrivalen aus Aalen.

Nach Runde zehn von 19 bedeutet das die Halbzeitmeisterschaft sowohl in der Bundesliga als auch in der World League. Grundlage der guten Leistung waren eine hohe Beteiligung der Piloten am zweiten Tag der Runde und eine gute Einschätzung der komplizierten Wetterlage. Immerhin mussten sie mit einem gewissen Gewitterrisiko starten.

Erste Regenfälle südlich von Nürnberg und im Thüringer Wald gaben zusammen mit einem starken Ostwind die Flugrichtung für alle Gestarteten vor. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als mehrfach nach Westen bis Schweinfurt und zurück ins Fichtelgebirge zu fliegen. So überdecken sich die Flugspuren aller Flugzeuge im Auswertungsportal immer wieder.

Auch gegenseitige Funkhinweise über die besten Aufwinde erwiesen sich als sehr wertvoll. Alexander Müller startete gegen Mittag und vermeldete sogleich zu schwache Thermik, um auf Strecke gehen zu können. Mehrfach musste er zum Flugplatz Bayreuth zurückkehren. So konnten sich die anderen noch etwas Zeit lassen, bis sich die Wetterbedingungen verbesserten. Aber dann ging es gleich gut los: Bernd Löser, Sebastian Baier, Heiko Hertrich, Wolfgang Clas und Patrick Wölfel mit Andreas Baier im Vereinsdoppelsitzer machten sich auf, um schnelle Ligaflüge zu absolvieren.

Stromausfälle: Hertrich-Flug nicht verwertbar

Inzwischen hatte auch Müller eine gute Energielinie gefunden, die ihm lange Gleitflüge ohne großen Höhenverlust ermöglichte. Alsbald folgten diesen Linien auch Sebastian Baier und Hertrich. Alle drei schafften Flüge über 100 km/h. Clas blieb mit 91,7 km/h nur leicht zurück. Wölfel und Löser mussten mehrfach schwache Aufwinde annehmen. Dadurch verloren sie sofort viel Durchschnittsgeschwindigkeit. Zudem hatte Hertrich während des Fluges mehrfach mit kompletten Stromausfällen zu kämpfen. Nachträglich stellte sich heraus, dass damit sein schneller Flug nicht für die Liga verwertbar ist. Allerdings mussten die Bayreuther dadurch nur einen einzigen Punkt als Verlust verkraften.

Damit ergab sich eine LSG-Mannschaftsleistung von 301,8 km/h aus den Flügen von Sebastian Baier (106,2), Müller (103,9) und Clas (91,7). Dies reichte für einen sechsten Rundenplatz und weitere 15 Punkte auf dem Tabellenkonto. Die Rundensieger kommen alle aus dem Norden Deutschlands, wo keine Gewitter und Regenschauer die Flüge einschränkten. Der Fliegerklub Brandenburg erreichte mit 345,9 km/h Platz eins, gefolgt vom Fliegerclub Charlottenburg-Berlin (341,0) und dem Luftsportverein Burgdorf (320,2). Die Tabelle führt weiterhin Bayreuth mit jetzt 142 Punkten an, Aalen verdrängte mit 131 Zählern Rinteln (126) von Rang zwei. Damit ist das aus dem vergangenen Jahr bekannte Duell zwischen Oberfranken und Oberschwaben wieder in vollem Gange.

Auch international konnte die LSG Bayreuth mit Rundenplatz 14 und weiteren 27 Punkten mit jetzt 249 Zählern die Tabellenführung verteidigen. Allerdings kommt Moriarty Soaring aus New Mexico (USA) durch Rundenplatz vier immer näher und steht nun auf Rang zwei (225). Die LSG hat zwar noch satte 24 Punkte Vorsprung, aber für die Amerikaner beginnt jetzt die beste Zeit des Jahres.⋌dgv

 

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