Halbjahresbilanz Kulmbacher macht weniger Gewinn

Der Umsatz ist gestiegen und auch der Getränkeabsatz läuft stabil. Dennoch hat die Kulmbacher Brauerei AG weniger Gewinn eingefahren und geringere Investitionen getätigt. Foto: Reinhard Feldrapp

KULMBACH. Stabiler Getränkeabsatz, etwas mehr Umsatz, weniger Gewinn, mehr Beschäftigte: Das ist die Halbjahresbilanz der Kulmbacher Brauerei AG.

Im Zwischenbericht zum 30. Juni heißt es, der Bierabsatz sei mit plus 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr minimal gestiegen. Besonders gefragt bleiben alkoholfreie Biere und Biermischgetränke. Das klassische Pils werde mittlerweile zu 70 Prozent über Sonderangebote verkauft, Weißbiere zu 50 Prozent.

Die Zahl der Wirtshäuser nimmt weiter ab, insbesondere in den ländlichen Regionen. „Im Wesentlichen tragen hierzu Personalmangel, Geschäftsaufgaben aus Altersgründen, veränderte Trinkgewohnheiten und der demografische Wandel bei“, heißt es dazu im Geschäftsbericht.

Der durchschnittliche Getränkeabsatz pro Gastronomie-Objekt entwickle sich „nachhaltig rückläufig“. Auch beim Export blieb die Kulmbacher unter Vorjahr. Als Grund dafür nennt sie die Umstellung des Sortiments bei einem konzernabhängigen Getränkefachgroßhändler in Italien.

Besonders gut laufen die Marken Mönchshof und Kapuziner, die Rückgänge anderer Eigenmarken auffangen. Der Gesamtabsatz der Gruppe blieb mit 1,63 Millionen Hektolitern (plus 0,6 Prozent) nahezu unverändert. Sehr hohe Zuwächse meldet die Kulmbacher bei ihren alkoholfreien Bieren und alkoholfreien Biermischgetränken, die gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35,5 Prozent in die Höhe schossen.

Bei einem leicht auf 112,8 (110,5) Millionen Euro gestiegenen Umsatz ging der Gewinn auf 3,3 (4,1) Millionen Euro zurück. Das Ergebnis je Aktie lag nur noch bei 0,98 (1,23) Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) verringerte sich von 5,9 auf knapp fünf Millionen Euro. Bei den Investitionen gab es einen Rückgang auf 7,3 (9,2) Millionen Euro.

Die größten Brocken sind die Erneuerung der Abwasseraufbereitungsanlage am Standort Kulmbach sowie die Anschaffung von Mehrweggebinden. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 920 auf 944.

Die Biermarken Sternquell (Plauen) und Braustolz (Chemnitz) stehen „in einem harten Verdrängungswettbewerb auf dem ostdeutschen Biermarkt“. Dem Preisdruck entziehen will sich die Kulmbacher mit Bierspezialitäten und Bügelverschlussangeboten. Als wesentliche Herausforderung für das laufende Jahr sieht die Brauereigruppe „die Ausweitung der Distribution unserer Wachstumsmarken, die Produkteinführung von ,Mönchshof Natur Radler Alkoholfrei 0,0 %‘ sowie die Integration der Marke Kitzmann in das Markenportfolio“. Die Umsatz- und Gewinnentwicklung soll auch künftig „auf einem hohen Niveau“ gehalten werden. Die für 2019 prognostizierten Ziele für Umsatz, Ebit und Cashflow sollen eingehalten werden.

Die Kulmbacher AG hatte ihren Aktionären nach einem Gewinnsprung im Jahr 2018 zur Dividende von einem Euro noch einen Extra-Bonus von 0,50 Euro gezahlt. Die Latte für das laufende Geschäftsjahr liegt hoch. Vorstandssprecher Markus Stodden versuchte bereits auf der Hauptversammlung im Mai, zu hohe Erwartungen zu dämpfen: „Auf eine Wiederholung des Rekordsommers 2018 zu setzen, wäre für die Getränkebranche sicher ein schlechter Rat“, sagte er.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Passwort vergessen?
  2. * = Pflichtfeld
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!

Wenn Sie einen Kommentar verfassen, so wird dieser unter Ihrem Klarnamen, also dem von Ihnen angegebenen Vor- und Nachnamen veröffentlicht. Sollte Ihr Kommentar nicht sofort erscheinen, bitten wir Sie um etwas Geduld. Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen. Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Netiquette.

loading