Gütegemeinschaft Kompost Bayern vor 25 Jahren in Pegnitz gegründet Arbeiten mit dem "Schwarzen Gold"

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Gütegemeinschaft – das klingt irgendwie nach Qualität. Und genau darum geht es, um Qualität. Um hochwertig recycelten Abfall. Um das „schwarze Gold“. Das gibt es für Jedermann auf der Kompostierungsanlage in Pegnitz. Dafür zeichnet auch die Gütegemeinschaft Kompost Region Bayern (RGK) verantwortlich. Was wohl kaum jemand weiß: Sie wurde vor 25 Jahren in Pegnitz gegründet.

Manfred Bauer auf der Kompostierungsanlage in Pegnitz. Foto: Ralf Münch Foto: red

Mann der ersten Stunde war Gerd Weber, damals beruflich bei der Nordbayerischen Städtereinigung (NBS) Altvater GmbH & Co. KG tätig. Ein Altvater-Kollege aus einem anderen Bundesland erzählte ihm von der Bundesgütegemeinschaft und meinte: "Das braucht ihr in Bayern auch.“ Weber fuhr nach Bonn zum Hauptsitz, ließ sich erklären, um was es da geht – "und schon hatte ich den Virus aufgeschnappt“. Er sprach mit anderen Abfallunternehmen im Freistaat, sieben trafen sich wenig später in Pegnitz und riefen die Landesgütegemeinschaft ins Leben.

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Ein idealer Zeitpunkt, sagt Peter-Michael Habermann, im Landratsamt Bayreuth für den Bereich Abfallwirtschaft verantwortlich und nebenbei auch noch Geschäftsführer der Bio-Kompost und Entsorgung GmbH & Co Bayreuth-Pegnitz KG (BKE), die heute hinter der Kompostierungsanlage steht. Weil der Landkreis Bayreuth zu den ersten Gebietskörperschaften im Freistaat gehörte, die sich in den 1990er Jahren zur Kompostierung organischer Abfälle entschloss. Ende 1994 kam dann die Biotonne.

Vom Sammeln zur Verwertung

Das Sammeln des Biomülls war das eine, seine Verwertung das andere. Und so wurde zusätzlich zur bereits bestehenden Anlage am Buchstein in Bayreuth auch in Pegnitz eine Kompostierungsanlage gebaut. Betreiber beider Anlagen ist die BKE, mit dem Betrieb ist die Veolia Umweltservice GmbH beauftragt. Und hier kommt Manfred Bauer ins Spiel. Der Veolia-Mann leitet die Pegnitzer Anlage.

Und das macht er spürbar mit Freude. Ja mit Begeisterung. Und mit Stolz. Hat "seine“ Anlage doch seit 20 Jahren sämtliche Güte- und Prüfsiegelverfahren mit Bestnoten bestanden. Die Kontrolleure kommen übrigens unangemeldet. Nehmen den hier hergestellten Kompost doch inzwischen auch Produzenten aus der Bio-Landwirtschaft ab. Wie Bioland und Naturland. Alles andere als selbstverständlich, sagt Bauer. Weil deren Ansprüche besonders hoch sind. Und kann er doch auch erzieherisch wirken. "Viele Kindergärten, viele Schulklassen haben uns in den vergangenen Jahren besucht.“ Da könne man dem Nachwuchs am praktischen Beispiel zeigen, was ein nachhaltiger Recyclingprozess ist, wie aus Abfällen etwas Wertvolles entstehen kann. Und wie wichtig daher auch Mülltrennung ist.

Abfall im Kreislauf

Das könne man gar nicht hoch genug bewerten, sagt dazu Michael Habermann: "Hier wird echte Kreislaufwirtschaft betrieben.“ Dies sei im Vergleich zur vieldiskutierten gelben Tonne oder dem gelben Sack entscheidend – „denn hier geht es wesentlich größere Mengen an Abfall, es macht einfach Sinn, so zu handeln“. Diesen Sinn erkannten zunächst nicht alle, blickt Gerd Weber zurück. Es habe schon ein paar Jahre gedauert, "bis die Akzeptanz da war“. Das ist längst kein Thema mehr, heute zählt die RKG mehr als 100 Mitglieder. Private wie kommunale Unternehmen. Sie verarbeiten jährlich etwa eine Million Tonnen Bio- und Grüngut.

In Pegnitz sind es immerhin 6500 Tonnen, aus denen am Ende – wenn das Wasser weg, wenn der "Reifeprozess“ vollzogen ist – 2000 Tonnen Kompost entstehen. Das rechnet sich, sagt Veolia-Geschäftsführer Karsten Witte, "denn die Wirtschaftlichkeit muss schon gegeben sein“. Und er lobt seinen Mitarbeiter Manfred Bauer. Man müsse wohl lange suchen, um eine Kompostierungsanlage zu finden, die so gepflegt, die so in Schuss gehalten wird.

Kompost als Herzensangelegenheit

Für Bauer selbst ist das eine Herzensangelegenheit. Wie auch die Beratung seiner Klientel, "darunter viele, viele Stammkunden“. Und die werde auch in Anspruch genommen. Wer er und sein Kollege aus dem Kompost auch Spezialerde fabrizieren, mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Nicht jede sei für jeden Gartenbedarf geeignet – "das hat sich herumgesprochen“. Entsprechend groß sei die Nachfrage.

Und braucht es dazu eine übergeordnete Gütegemeinschaft? Durchaus, sagt Gerd Weber. Weil sie für Anerkennung sorge, weil damit der Druck da ist, dauerhaft auf hohem Qualitätsniveau zu arbeiten.

Übrigens: Die Wiederverwertungsquote in der Kompostierungsanlage Pegnitz liegt bei über 95 Prozent. Das sei den Kunden zu verdanken, die in der Regel echten Bioabfall anliefern. Aber auch der sorgfältigen Prüfung des Materials, bei der mittels eines Siebs Plastiktüten, Joghurtbecher oder auch mal ein Paar Turnschuhe schnell herausgefiltert werden. Was Gerd Weber freut: "Echte Schadstoffe hatten wir noch nie.“ Was der Verbraucher noch wissen sollte, so BKE-Geschäftsführer Habermann: "Vieles, was an Verpackungsmaterial im Handel als biologisch abbaubar verkauft wird, ist gar nicht abbaubar.“ Zeitungspapier dagegen gehe immer…