Günter Reifs Lebenstraum: Gartenglück

Von Gabi Schnetter

Der Garten als Quelle des Glücks. Günter Reifs Augen leuchten vor Begeisterung. Keiner vermag diese Leidenschaft so überzeugend zu vermitteln. Ein eigener Garten ist Glück.

Für Günter Reif ist Gartenarbeit gleichzusetzen mit Glücksgefühlen. Foto: Andreas Harbach Foto: red

Günter Reif, der Kreisvorsitzende der Kulmbacher Gartenbauvereine, ist viel herumgekommen im Laufe seines Lebens – zehn Jahre in der Oberpfalz, 17 Jahre in Niederbayern und neun Jahre in Mittelfranken, um dann wieder heimzukommen nach Oberfranken. Genauer gesagt nach Kulmbach, ganz oben am Mühlbergweg, wo seine Vorfahren einen Bauernhof ihr eigen nannten. Einen großen Hof, der heute sein grünes Reich ist. Und in dem er sich seinen Lebenstraum erfüllte: Einen eigenen Garten haben. Sein Haus, eine Punktlandung. Zwei Tage bevor er pensioniert wurde, war es fertig.

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Günter Reif ist ein Naturmensch durch und durch. Das Haus, auf einer Höhe mit der gegenüberliegenden Plassenburg hoch oben am Mühlbergweg gelegen, verströmt die Gemütlichkeit einer österreichischen Skihütte. Ein gigantischer Kachelofen bullert, an den Wänden viele Erinnerungen an früher. Fotos auf denen eingespannte Kühe zu sehen sind, Wagscheite und Backschänzla. Seit 13 Jahren ist Reif jetzt wieder daheim. Zurück beim großen Walnussbaum im Garten, den er mit zwölf Jahren selbst als Nuss gesteckt hat, und den er mit 18 Jahren im elterlichen Garten gepflanzt hat. Heute überragt der mächtige Baum die Gartenidylle, trotzt den Leitungsschleifen für die Erdwärmeheizung, die hier verlegt wurden, begleitet von einer Ramblerrose Bobby James, deren lange Ruten nach jedem greifen, der vorübergeht. „Mit der Gartenarbeit hinke ich heute hinterher,“ sagt Reif. „25 Tage auf der Landesgartenschau machen sich halt bemerkbar. Die Rosen muss ich jetzt eben im Frühjahr schneiden.“ Und auch im kleinen Obstgarten direkt unterhalb des Hauses wartet noch jede Menge Arbeit. Doch Reif ist auch begeistert von dem, was auf der Landesgartenschau in Bayreuth vermittelt werden konnte.

Suchen die Menschen heute wieder das Glück im eigenen Garten?

Ja, sagt Reif, und das trotz Internet, und es sind überraschend viele junge Leute. Zurück zur Natürlichkeit, zu Urwüchsigem sei ein unverkennbarer Trend. Und das stimmt mich auch positiv für die Obst- und Gartenbauvereine.

Was versprechen sich die Leute von Gartenarbeit?

Man kann im Garten die Drehzahl des Alltags runterfahren. Der Leistungsdruck im Beruf ist heute viel stärker geworden als früher. Da ist der Garten ein Ausgleich, sagt Reif.

Urban Gardening war ein großes Thema auf der Landesgartenschau. Gärtnern auf kleinem und kleinstem Raum.

Viele sehen darin die Zukunft in verdichteter städtischer Bebauung, sagt Reif. Und Gärtnern kann man ja auch auf einem Balkon. Auch wenn das nicht mein Ding ist.

Was ist dann Ihre Definition des Glücks im Garten?

Sich frei bewegen und vieles beobachten können. Arbeiten im Einklang mit der Natur. Heute habe ich im Sommer 27 Schmetterlingsarten mit dem Makroobjektiv fotografiert. Viele Leute müssen das Glück aber wieder erst lernen, das Gespür für die kleinen Wunder der Schöpfung. Das Fotografieren hilft da oft, man kriegt dann ein Auge dafür. Naturnähe das bedeutet für mich, dass die geplagte Schöpfung wieder Raum findet in einem Garten, der langsam wächst, in dem ich meine eigenen Ideen nach und nach verwirkliche. Erdkröten in den Trockenmauern, Ringelnatter am Teich. Glück, das ist für mich ein Stück in der Kindheit erlebtes wieder zurückholen ins Jetzt.