Gülle, Pestizide und Bakterien Ermittlungen nach Fischsterben eingestellt

Von Thorsten Gütling

Die Suche nach dem Verursacher des Eckersdorfer Fischsterbens ist eingestellt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Bayreuth gestern auf Nachfrage mit. Der Grund ist ein Gutachten, das jetzt, sechs Wochen nach Bekanntwerden des Fischsterbens, vorliege.

Mitte August am Eckersdorfer Fischweiher: In Schubkarren liegen tote Karpfen. Bakterien, Gülle und Pflanzenschutzmittel sollen schuld gewesen sein. Foto: red

Darin sei von drei Ursachen die Rede, wovon jede für sich, angeblich keinen Fisch hätte umbringen können. Der Eintrag von Pflanzenschutzmitteln komme jedenfalls als Todesursache nicht in Betracht, erklärt der Leitende Oberstaatsanwalt, Herbert Potzel. Obwohl Rückstände davon in einer Fischprobe gefunden wurden. Die gefundene Menge soll zwar dreimal so hoch gewesen sein, wie erlaubt. Einen Fisch umbringen hätte sie aber nicht können.

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Nachgewiesen konnten demnach auch „gülletypische Substanzen“. Zwar nicht in der Wasserprobe, wohl aber in dem untersuchten Fisch. Aber auch das genüge nicht, für ein massenhaftes Fischsterben, wir vor sechs Wochen nahe des Eckersdorfer Neubaugebietes Brunnenwiese geschehen.

Bakterieller Infekt gefunden

Der untersuchte Fisch soll gesundheitlich angeschlagen gewesen sein. Von einem bakteriellen Infekt sei in dem Gutachten die Rede, sagt Potzel. Und dann hätten Gülle und Pflanzenschutzmittel eben ihr Übriges dazu beigetragen.  Die Strafverfolgung sei demnach nicht nur eingestellt, weil die Verschmutzung des Wassers nicht stark genug gewesen sei. Sondern auch, weil sie unter der Vielzahl angrenzender Landwirte niemandem mehr nachgewiesen werden könne. Rita Horn wird auf ihrem Schaden also wohl sitzen bleiben.

Aber nicht nur deswegen glaubt die Pächterin des Fischweihers dem Gutachten nicht. Man habe schließlich nur einen einzigen Fisch untersucht. Und nur weil einer krank gewesen sei, könnten doch nicht alle gestorben sein. Das zeige ihr auch die Erfahrung. Schließlich pachte sie weitere Fischweiher im Kreis.

Kein Fisch hat überlebt

Dass tatsächlich kein Fisch in dem Weiher überlebt habe, das wisse sie seit dem vergangenen Wochenende. Da habe sie das Wasser aus dem Weiher abgelassen. Seitdem stehe fest: 80 Karpfen, 60 Zander und Hechte und unzählige kleine Weißfische seien umgekommen. Nur die Muscheln am Grund hätten überlebt. Auch das macht Horn stutzig.

Und weil sie weiter glaubt, dass Gülle und Pflanzenschutzmittel der eigentliche Übeltäter sind, hat sie Angst, wieder Fische in den Teich zu setzen. Denn dann könne so etwas wieder passieren.