Martin Riccabona ist sieben Jahre alt, als er eine Begegnung im Urlaub macht, die den Lauf seines Lebens maßgeblich bestimmen wird. Als er „wie festgewachsen“ stehenbleibt und „minutenlang staunend vor ihr steht“. Sie, das ist die große Orgel in der Lübecker Marienkirche, mit ihren 8.512 Pfeifen – die längste ist elf Meter lang, die kleinste hat etwa die Größe eines Bleistiftes. „Das Instrument will ich lernen“, sagt er damals voller Überzeugung zu seinen Eltern. Heute ist er nicht nur Musiker, sondern auch Hochschulprofessor für Orgelmusik.