Grünen-Direktkandidatin In erster Linie geht es um eine gute Klimapolitik

  Foto: Ralf Münch/Ralf Münch

Susanne Bauer, Direktkandidatin der Grünen für den Wahlkreis Bayreuth war auf Listenplatz 32 angetreten. Ob das für einen Einzug in den Bundestag reicht, weiß sie am Sonntagabend noch nicht. Sie geht aber nicht davon aus.

„Wir wollten so viel schaffen wie noch nie und das ist uns gelungen“, sagt Susanne Bauer, Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis Bayreuth. Sie hätten viel erreicht, sagt die Pegnitzerin nach der ersten Hochrechnung, aber es könne nie genug für eine gute Klimapolitik sein. „Bundesweit haben wir deutlich dazugewonnen“, so Bauer, aber für sie selber werde es wohl nicht reichen, in den Bundestag einzuziehen. Das stand aber am Sonntagabend noch nicht fest. Bauer hatte auf Platz 32 für den Wahlkreis Bayreuth kandidiert.

In der Stadtschule gewählt

Eine halbe Stunde bevor die ersten Hochrechnungen kommen, ist Susanne Bauer etwas aufgeregt. Ihre Stimme hat sie am Vormittag in Pegnitz im Wahllokal in der Stadtschule abgegeben. Einsam auf einem Stuhl macht sie sich auf einem Zettel letzte Notizen für ihre spätere Rede. Schon ein paar Tage vor dem Wahltag hatte sie nicht damit gerechnet, in den Bundestag einzuziehen. Ist sie deswegen enttäuscht? „Nein“, sagt Bauer, „es geht in erster Linie um die Sache, eine gute Klimapolitik.“ Und nach den Hochrechnungen freut sie sich, dass eine nächste Bundesregierung auf jeden Fall mit den Grünen sein wird. Lieber mit der FDP oder mit den Linken? „Das kommt darauf an, was die Linken mitbringen“, sagt Bauer, „grundsätzlich ist die Schnittmenge gerade was Sozialthemen angeht, mit ihnen größer.“

Arbeitsintensiver Wahlkampf

Den zurückliegenden Wahlkampf bezeichnet sie als „mega“, viel besser, aber auch arbeitsintensiver als den 2017, als sie das erste Mal als Grünen-Direktkandidatin angetreten war. Damals hatte sie mit 8936 Stimmen 7,9 Prozent erreicht.

Wesentlich mehr Termine

„Der Wahlkampf hat für mich vor mehr als einem Jahr begonnen und es war mir eine Ehre, für euch zu kandidieren“, sagt sie zu den Wahlpartygästen – überwiegend aus der Grünen Jugend – in der Bayreuther Klimalounge. Es habe wesentlich mehr Termine gegeben, wurden mehr Kontakte geknüpft und der Wahlkampf sei Corona-beding digitaler gewesen. Es habe mehr Diskurs und Austausch gegeben, weil sie mehr Leute erreicht hatten. Es wurde an mehr Haustüren geklingelt und gab auch mehr Infostände. „Wir haben viele tolle Gäste und Aktionen gehabt“, sagt sie, wobei die Auftritte von Claudia Roth und Robert Habeck die Höhepunkte gewesen seien. „Wie oft steh ich schon auf so einer Bühne?“ Aber auch die Veranstaltungen mit Verbänden und Vereinen, Podiumsdiskussionen und Spendenaktionen hätten für „eine tolle Atmosphäre“ gesorgt.

Nachhaltiges Wachstum dauert

Ein kleines bisschen Enttäuschung klang bei Landtagsabgeordnetem Tim Pargent durch. „Nach den vergangenen Wochen hätte ich mir mehr erhofft“, sagt er, „wir haben vor Ort alles gegeben.“ Aber nachhaltiges Wachstum dauere eben etwas. „Junge Leute haben Bock auf Politik“, war das Fazit von Marius Hörst, Schatzmeister der Grünen Jugend Bayreuth, die sich vor allem im Haustürwahlkampf stark gemacht hatten.

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