Fotos und ein Video
Noch am selben Tag erstatten die Eltern Anzeige bei der Polizei. Der Großvater wird verhört, gesteht alle Taten, wird verhaftet und kommt in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung findet die Polizei rund 150 Fotos und ein Video, auf denen seine Enkeltochter nicht nur nackt zu sehen ist, sondern in eindeutig pornografischen Posen. Eine Woche nach der Entdeckung des Missbrauchs entschuldigt sich der 66-Jährige schriftlich bei den Eltern, bittet sie um Entschuldigung. Er habe alle seine Taten eingeräumt, sagt sein Anwalt Karsten Schieseck, um seiner Enkelin die Aussage vor Gericht zu ersparen. Die Verletzungen der Kinderseele kann er damit nicht ungeschehen machen. Sie sei sehr still geworden in den letzten Monaten, sagt ihre Mutter im Zeugenstand. Über das Geschehen, über die Taten habe sie nie gesprochen. Sie sei sehr anhänglich geworden, verfolge ihre Eltern auf Schritt und Tritt und betone immer wieder, dass sie nicht von ihnen weg wolle. Wahrscheinlich, aber das lässt sich in der Verhandlung nicht klären, hätte ihr Opa sie erpresst. Dass sie niemandem etwas erzählen dürfe, weil sie sonst ihre Eltern verlassen müsse.