Großübung am Stadion 100 Polizisten proben in Bayreuth den Ernstfall

Großübung in Bayreuth: Rund 100 Polizisten aus fünf Einsatzgruppen machen sich am Mittwoch (21. September 2022) rund ums Stadion bereit für kommende Einsätze in Liga drei.

Sekunden vorher ist noch alles ruhig. Polizisten mit starker Schutzausrüstung begleiten eine Gruppe Richtung Stadion. Plötzlich reißen einige aus, rennen den Abhang zum Roten Main hinunter, krakeelen dort herum. Polizisten hetzen mit voller Wucht hinterher, rutschen auf nassem Rasen aus. Alles, um den Ernstfall zu simulieren.

Die Übung ist lange geplant und findet zufällig in den Wochen vor den Spielen der Bayreuther gegen Dynamo Dresden (1. Oktober 2022) und 1860 München (29. Oktober 2022) statt. Die zwei Vereine, die wohl die meisten Anhänger mitbringen: „Wir wollen gewappnet sein“, sagt Matthias Potzel, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken. Der Plan: „Das Wissen über die Örtlichkeit Hans-Walter-Wild-Stadion ausbauen“. Denn es sind an Spieltagen nicht nur ortskundige Beamte in Bayreuth. Am Mittwoch (21. September 2022) probt die eigens für Oberfranken gebildete Einsatzhundertschaft mit Mitgliedern der Einsatzgruppen aus Bayreuth (etwa 30), Bamberg, Hof und Coburg zusammen mit mittelfränkischen Kollegen aus Erlangen, die auch bei Spielen der Altstadt öfter mit im dabei sein werden.

Alles so realitätsnah wie möglich

Die Einsatztrainer haben sich einiges überlegt. Alles soll so realitätsnah wie möglich sein. Die „Fans“ – Polizisten, die sich mit Kollegen für die Rollen abwechseln – haben einheitliche Leibchen an und skandieren Fußballlieder. Die Polizisten funken, als ob sie sich wirklich bei der Zentrale an- und abmelden. Polizeihunde bellen. Und die, die gerade für Ordnung sorgen, wissen nichts von den Plänen der Unruhestifter. Nur der Mannschaftsbus der Spielvereinigung Bayreuth, der bei einer Teilübung am Volksfestplatzes vorfährt, ist nicht bestellt.

Die gerade Ausgebüchsten, die 1860-Lider anstimmen, treffen unten am Main auf eine Gruppe Bayreuther Fans. Sie pöbeln und schlägern. Zunächst hält sich die Polizei kurz zurück. Als genug Beamte vor Ort sind, schreiten sie ein. Nichts ist Zufall, alles Taktik. Das muss trainiert werden.

Beleidigung im Gästeblock

Die nächste Station: Heim- und Gästeblock im Stadion. Dort hat zwar zunächst der von der Spielvereinigung beauftragte Sicherheitsdienst das Sagen. Doch die Polizei steht immer bereit – und muss Straftaten überall nachgehen. Gestern dem beliebten A...-Ruf aus dem Gästeblock zu einem Security-Manns. Im wahren Leben auch Polizist.

Er meldet die Beleidigung. Die Polizisten beraten: Gehen wir deshalb in den Block? Nein, zu gefährlich. Stattdessen beobachten sie. Und haben einen Plan. Der muss ja irgendwann raus aus dem Block. Als der Pöbler mit drei Kollegen zur Toiletten geht, schnappt die Falle zu. Hinter dem Block postierte Beamte nähern sich von zwei Seiten. Ein kurzes Handgemenge. Die einen schnappen sich den Mann. Die anderen halten die Freunde davon ab, ihm zu helfen. Alles rasend schnell. Da führen sie ihn schon ab.

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