Neben Landrat Oliver Bär gehörten auch der Bürgermeister von Töpen zu den Gästen. Die Geistlichen erinnerten in ihrer Predigt an verlorene und gewonnene Freiheit, insbesondere an jene, die während der deutschen Teilung sich für Freiheit und Demokratie eingesetzt haben. Daneben wurde thematisch auch auf die AfD eingegangen, die ab 13 Uhr eine Kundgebung angemeldet hat. "Die neuen Mauern sind unsichtbar, aber durch Aussagen deutlich erkennbar", hieß es unter anderem in der gemeinsamen Predigt. Dennoch dürfe man diese nicht als Menschen abstempeln, mahnten die Geistlichen.

Im Anschluss an den Gottesdienst hielten die drei Landräte der drei benachbarten Kreise, Thomas Fügmann (Landkreis Saale-Orla, Thüringen), Rolf Keil (Vogtlandkreis) und Oliver Bär (Landkreis Hof), eine Rede zur deutschen Einheit.

Thomas Fügmann gestand gleich zu Beginn seiner Rede, er habe Gänsehaut an diesem besonderen Tag in Mödlareuth zu sein. "Die deutsche Einheit ist mit rasender Geschwindigkeit vollzogen worden. Das ist auch gut so, sonst wären die Stimmen der Bedenkenträger vielleicht zu groß geworden". Er sei froh, dass die Wende friedlich verlaufen ist und kein Schuss gefallen ist. "Bei aller Freude über die Einheit und deren gelungenen Verlauf darf man aber auch nicht vergessen, dass es auch Verlierer gab", meinte Fügmann.

Rolf Keil dankte in seiner Rede vor allem den Franken: "Ihr wart gute Gastgeber, als Menschen aus dem Osten euch in den Tagen nach der Wende förmlich überrannt haben."

Landrat Bär dankte allen Beteiligten, die den Tag der Demokratie ermöglichen. "Es ist einfach richtig, dass wir diesen Tag hier und heute feiern", sagte Bär. Besonderen Dank sprach er den Mödlareuthern er aus, die die besondere Rolle ihres Dorfes gerecht werden und den damit verbundenen Trubel jedes Jahr aushalten.

Die Veranstalter zeigten sich überrascht von dem regen Zulauf an Besuchern. Nanne Wienands, eine der Organisatorinnen des Hofer Bündnis für Zivilcourage: "Ich finde es toll, wie viele heute gekommen sind." Kirchen, Jugendverbände und politische Parteien feiern gemeinsam auf der Streuobstwiese im thüringischen Teil ein Fest der Demokratie. Als Gegenpol zu der Veranstaltung der AfD, welche um 13 Uhr begann, wollten sie sich jedoch nicht verstanden wissen. 

Laut Polizei verliefen die angemeldeten Veranstaltungen bislang friedlich und ohne Zwischenfälle. Insgesamt 100 Einsatzkräften aus Bayern und Thüringen seien im Einsatz. Zwischenzeitlich hatte es kurze Irritationen gegeben, als etwa zehn Jugendliche mit Fahnen der Antifa von den Einsatzkräften kontrolliert  wurden. "Es handelte sich dabei nur um eine Routinekontrolle, weil einzelne Personen mit dem Tragen der Fahne gegen die Auflagen verstoßen haben", informierte Brückner.