Große Probleme Medi kämpft weiter mit Cyber-Angriff

Bei Medi sind die Betriebsabläufe nach dem Cyber-Angriff weiter stark gestört. Foto: red/Medi

Auch eine knappe Woche nach dem Cyber-Angriff auf Medi ist der Betrieb bei dem Bayreuther Hersteller medizinischer Hilfsmittel stark beeinträchtigt.

„Nach dem heimtückischen und folgenreichen Cyberangriff auf unser Unternehmen am vergangenen Wochenende arbeitet unsere IT weiterhin rund um die Uhr unter Hochdruck, um unsere Systeme wieder schrittweise kontrolliert hochzufahren“, heißt es in einem Update, dass das Unternehmen unter anderem über Facebook verbreitet. Auch wenn man die Medi-Homepage aufrufen will, erscheint dieser Text. Die Seite an sich ist nach wie vor nicht erreichbar.

Mitarbeiter daheim

Am vergangenen Wochenende waren die IT-Systeme bei Medi wegen des Angriffs komplett heruntergefahren und in der Folge die meisten der rund 1800 Mitarbeiter am Stammsitz in Bayreuth aufgefordert worden, daheim zu bleiben. Nach wie vor sei man für Kundenanfragen per Telefon nicht erreichbar und müsse um Geduld bitten, heißt es in dem Text.

Zwar stehe die Versorgungssicherheit von Patientinnen und Patienten jederzeit im Vordergrund. Wer dringend auf medizinische Hilfsmittel angewiesen sei, wird allerdings gebeten, bei Bedarf vorübergehend alternative Lösungen zu wählen. Bei Medi steht der Betrieb weiterhin still.

Ausdrücklich bedankt sich das Unternehmen bei Mitarbeitern und Geschäftspartnern für Verständnis, Solidarität und Unterstützung in der schwierigen Lage.

Ermittlungen laufen

Derweil laufen die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft, bekräftigte Oberstaatsanwalt Thomas Goger, der Pressesprecher der zuständigen Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg, auf Kurier-Nachfrage. Einen ersten Zwischenstand könne man derzeit allerdings noch nicht nennen. Auf die Frage, ob es in letzter Zeit eine Häufung solcher Fälle gebe, sagte Goger: „Ich würde eher von einem anhaltend hohen Niveau sprechen.“

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