Die Künstlerin selbst, stimmlich leider hörbar angeschlagen, fasste sich zur Begrüßung kurz, aber emotional: „Es ist eine große Ehre für mich, hier ausstellen zu dürfen“, sagte sie und dankte damit unter anderen Oberfrankens Regierungsvizepräsident Thomas Engel, der das Thema Heimat für die Künstlerin skizzierte.

Heimat sei durchaus ein diffuser Begriff, sagte Engel in seiner Eröffnungsrede. Das sich Lucie Kazda aus Tschechien über die Stationen Berlin, München und Köln schließlich in Bayreuth niedergelassen habe, freue ihn sehr und vermittle ihm, zusammen mit dem Titel der Ausstellung, „dass sie sich hier wohlfühlt“.

In Bildern versteckt sich Mysthisches aber auch Konkretes

Kazdas Bilder sind immer quadratisch und streifen das Thema Heimat an einer sensiblen Stelle. Es geht um das Unbewusste, wie der Bamberger Kunsthistoriker Matthias Liebel herausstellte. Kazdas zarten Farben, die Liebel als „Farbnebel“ beschreibt, kommen dabei eine zentrale Bedeutung zu. Sie seien wie der „Vorhang“, der „Schleier“, der für den Betrachter die Nebelgrenze zwischen Bewusstem und Unbewusstem darstelle.

Diese Farbnebel finden sich in Kazdas Werken überall wieder. Zum Beispiel in ihrem Bild „Domo II“. Fast transparent verflüchtigen sich auf diesem Werk die sanft-grauen Farbschatten – werden aber radikal an ihren quadratischen Enden beschnitten. So eröffnet sich dem Betrachter ein originelles Spiel zwischen Freiheit und Begrenzung.

„Freiheit ist für mich das zentrale Thema in der Kunst“, sagt Lucie Kazda. „Der Himmel ist global und auch das Leben bietet zahllose Möglichkeiten, ist aber letztlich begrenzt.“ Um die Grenzen der Sprache zu überwinden, wechselt Kazda zur Betitelung ihrer Bilder ins Lateinische: „Dann muss ich mich nicht zwischen Tschechisch und Deutsch entscheiden“, sagt sie.

Hinter ihren „Farbnebeln“ versteckt sich auf ihren mehrfarbigen Bildern auch vermeintlich Konkretes. Und so meint man öfter idyllische Seenlandschaften wahrzunehmen, die sich wie durch ein halb zugekniffenes Auge vage identifizieren lassen.


Info: Bis zum 24. April ist die Ausstellung unter der Woche jeweils von 8 bis 16 Uhr in der Regierung von Oberfranken zu sehen.