Für Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken und Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der die entsprechende Arbeitsgruppe zur Rückvermeisterung beim ZDH leitet, erfüllt sich damit ein Herzenswunsch. „Das ist ein großartiger Erfolg für das Handwerk und zeigt, dass sich unsere intensiven Bemühungen und unser gemeinsames Vorgehen gelohnt haben“, wird er in einer Mitteilung der HWK zitiert.

Damit bekräftigt Thomas Zimmer die Aussage des Präsidenten des ZDH, Hans Peter Wollseifer, der diese Einigung als starkes Signal für die Qualität und die Qualifikation im Handwerk bezeichnete. „Besonders froh bin ich, dass neben der Gefahrengeneigtheit des jeweiligen Gewerks auch der Kulturgüterschutz als Kriterium anerkannt und angelegt wurde“, ergänzt Zimmer. Die Politik ist demnach in weiten Teilen der Argumentation des Handwerks gefolgt, das den Meisterbrief als Qualitätsmerkmal des deutschen Handwerks sieht, der höchste Qualität der Arbeit und der beruflichen Ausbildung sichert. Im Gesetzentwurf sollen diese zwölf Gewerke für eine Rückkehr zur Meisterpflicht vorgeschlagen werden: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzo-Hersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer, Parkettleger, Rollladen- und Sonnenschutztechniker, Drechsler und Holzspielzeugmacher, Böttcher, Glasveredler, Schilder- und Lichtreklamehersteller, Raumausstatter sowie Orgel- und Harmoniumbauer.

Die Meisterpflicht soll in diesen Gewerken jedoch nur für neu gegründete Betriebe gelten. „Für unsere bestehenden Betriebe gilt natürlich Bestandschutz, sodass kein Handwerker aus den entsprechenden Gewerken um den Fortbestand seines Betriebs fürchten muss“, versichert Zimmer. Für das deutsche Handwerk ist mit dieser Entscheidung ein großer Schritt getan, teilt die HWK mit. „Die nunmehr verbleibenden zulassungsfreien Handwerke müssen unabhängig von der aktuellen Entscheidung die gleichen Möglichkeiten zur Weiterentwicklung haben wie Handwerke mit Meisterpflicht“, schreibt der ZDH.