Knapp eine Woche war vergangen, seit das Gesundheitsamt den Bayreuther Bürgern Entwarnung gegeben hatte, eine Grippe-Epidemie, wie sie im Ruhrgebiet grassierte, sei hier nicht zu befürchten. Seitdem hatten sich die Krankheitsfälle derart gehäuft, dass der „Nordbayerische Kurier“ in der Ausgabe vom 3. und 4. Februar 1968 nun doch von einem „epidemischen Auftreten“ berichtete. Es handelte sich in den meisten Fällen jedoch um keine „echte Grippe“, sondern um grippale Infekte, die sich nicht ganz so schlimm äußerten.

Das Gesundheitsamt mahnte dennoch zur Vorsicht und rechnete damit, dass die Zahl der Krankheitsfälle in den folgenden Tagen weiter steigen werde. Dem Schulamt wurde empfohlen, im Zweifelsfall die Schulen für eine Woche zu schließen. In vielen Schulklassen fehlte bereits die Hälfte der Schüler.

Sogar das Bayerische Fernsehen kam, um die leeren Schulbänke unter dem Motto „Grippewelle in Franken“ zu filmen.

Das Gesundheitsamt gab unterdessen Tipps , wie sich die Menschen gegen Infektionen schützen konnten. Etwa durch das Vermeiden von Menschenansammlungen, häufiges Lüften und das zusätzliche Einnehmen von Vitaminen.

Währenddessen waren in der Kinderklinik in wenigen Tagen vier Kinder an Brechdurchfall gestorben. Diese Fälle stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit den grippalen Infekten und die Ärzte der Klinik wollten auch nicht von einer Epidemie sprechen.

In derselben Ausgabe berichtete der Kurier von den Sorgen der Bayreuther um die Mainüberdachung, an der damals gearbeitet wurde. Nach den heftigen Schnee- und Regenfällen zum Jahreswechsel 1967 auf 1968 hatte es mehrere Male Hochwasser gegeben. Die Bürger fragten sich, ob die Mainüberdachung nicht in Zukunft zu einer größeren Hochwassergefahr führen würde. Immerhin war geplant, das Flussbett im Bereich der Ludwigsbrücke von 30 Metern auf 21 Meter zu verengen.

Doch sowohl das Stadtbaudirektorat, das städtische Tiefbauamt sowie das Wasserwirtschaftsamt erklärten diese Sorge für unberechtigt. Von allen Seiten hieß es, dass auch größere Hochwassermassen ohne Probleme würden bewältigt werden können.

Des Weiteren berichtete der Kurier darüber, dass dem Bayreuther Ernst Hüttl das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Oberbürgermeister Hans Walter Wild überreichte dem damals 71-Jährigen die Auszeichnung. Hüttl hatte nach der Vertreibung aus seiner sudetendeutschen Heimat in Bayreuth ein neues Zuhause gefunden. Hier hatte er sich bis 1961 als Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes verdient gemacht.