Hell, einladend, würdevoll Gotteshaus erstrahlt im neuen Glanz

Rosi Thiem

Pfarrgemeinde feiert Abschluss der Renovierung der Kirche Mariä Geburt – 631.000 Euro Gesamtkosten.

Verschiedene Interpreten gestalteten den Festgottesdienst zur Kirchenrenovierung musikalisch höchst anspruchsvoll. Einzug in die Kirche Foto: Rosi Thiem

Volsbach - Sie ist einfach nur schön – die gotische Saalkirche mit seitlichem Turm stand frisch herausgeputzt, stilvoll, vollständig renoviert und elegant mit weißen Gladiolen zum Feiern bereit. Im Pontifikalamt zum Abschluss der umfangreichen Kirchenrenovierung ging Erzbischof Ludwig Schick am Sonntag auf die neue Helligkeit des Gotteshauses ein und verglich es mit dem Licht im Alltag des Menschen.

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„Warum gibt es Dunkelheit?“, fragte er und ging auf die derzeitigen Katastrophen in der Welt ein. „Wir wissen nicht überall eine Antwort und können nicht alle Gründe erkennen.“ Er verglich das in seiner Predigt mit einer Tunnelfahrt, an deren Ende wieder Licht zu sehen sei. „Jesus Christus ist Licht und Leben der Welt. Maria führt uns zu ihm, wenn wir ihre Fürsprache anrufen“, sagte er zu den vielen Gläubigen im und außerhalb des Gotteshauses.

Neben Pfarrer Matthew Anyanwu und Pater Heribert Müller, der sonst in Simbabwe wirkt, begleitete der evangelische Pfarrer Peter Zeh den feierlichen, fast zweistündigen Gottesdienst, der von mehreren Interpreten musikalisch und professionell gestaltet wurde. Vor dem schmucken Gotteshaus spielte gewohnt würdevoll die Ahorntaler Blasmusik. Zahlreiche Festredner würdigten das Engagement der aktiven Pfarrgemeinde und Landrat Florian Wiedemann hob die überregionale Bedeutung der Volsbacher Pfarrei hervor. „Wir haben es geschafft“, zeigte sich Kirchenpfleger und Mesner Jörg Neubauer vom Pfarrgemeinderat erleichtert. In seiner Ansprache ließ er die letzten Monate Revue passieren und lobte das Engagement der Handwerker. „Nur aufgrund derer Einsätze konnten wir unsere Kirche nach sechseinhalb Monaten wieder nutzen.“ Der erste Gottesdienst in der lichtdurchfluteten Sandsteinpfarrkirche Mariä Geburt war nach der umfangreichen Bauphase bereits an Gründonnerstag. Ein großes Lob zollte Neubauer auch der verabschiedeten Pfarrsekretärin Luzia Schnappauf und den vielen ehrenamtlichen Kräften: „Durch 336 geleistete Arbeitsstunden beim Bau, Ausräumen und Putz abschlagen, bis hin zu den umfangreichen Reinigungsmaßnahmen haben wir einiges an Kosten gespart.“ Die Gesamtkosten belaufen sich auf 631 000 Euro; zur Kostenrechnung des Architektenbüros von 594 000 Euro kamen noch 37 000 Euro unvorhersehbare Kosten – wegen der statischen Sicherung des Deckengewölbes – hinzu.

Auch sonst war die Liste der Bauarbeiten lang: Neben der Versetzung der Orgel auf die Empore, dem Bau einer Kapelle im Turmuntergeschoss und der Begasung des Innenraums wurde die komplette Elektroinstallation, die Heizung, die Lautsprecheranlage erneuert und ein neues Beleuchtungskonzept installiert. „Auch ein Taufplatz wurde geschaffen“, zählte Jörg Neubauer weiter auf. Ebenso die Renovierung des Hochaltars, des Kreuzwegs und der Heiligenfiguren sowie die Sanierung der Außentüren und der Bankpodeste.

Zu den weiteren Projekten gehörte auch die Renovierung der gesamten Raumschale und die statischen Maßnahmen am Deckengewölbe. „Bei der Endabrechnung betrugen die Gesamtkosten jetzt noch 603 000 Euro. Unter Abzug der Zuschüsse von 434 000 Euro verbleibt der Pfarrei jedoch ein nicht unerheblicher Eigenanteil von 169 000 Euro“, gab Neubauer zu bedenken. „Dieser Betrag ist durch die Rücklagen und ein zinsloses Darlehen bei der Pfarrpfründestiftung in Höhe von 50 000 Euro bis auf einen Rest von 25 000 Euro gedeckt. Diesen gilt es, jetzt noch aufzubringen“, sagte der Kirchenpfleger. Dabei sei man weiterhin auf die Hilfe der Pfarrgemeinde durch Spenden und Aktionen angewiesen.

„ Durch diese letzte große Baumaßnahme der Innenrenovierung hat unsere Pfarrgemeinde nach der vorangegangenen Sanierung des Kirchendachs und des Dachstuhls und dem Neubau des Pfarrzentrums zumindest baulich für die nachfolgenden Generationen eine solide Grundlage geschaffen“, freute sich der Kirchenpfleger. Er dankte auch der Architektengemeinschaft Schmidt und Schwarzmann sowie der Diözesanarchitektin Juliane Kliem, die von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite gestanden habe.

Ein besonderes Highlight in der Kirche ist der neugotische Kronleuchter. „Danke an Oskar Hacker, der den 1962 aus der Kirche vom damaligen Pfarrer entfernten Kronleuchter nach über 60-jähriger Aufbewahrung wieder zurückgegeben hat“, zeigte Neubauer auf das Prachtstück. Auch eine bei der Renovierung 1901 entfernten Kunigundestatue zog dank der Familie Neuner wieder in das Gotteshaus ein. Zuschüsse für die Renovierung gab es vom Erzbistum Bamberg (65 Prozent), vom Denkmalamt, der Oberfrankenstiftung, der Landesstiftung, dem Landratsamt Bayreuth, der Stiftung Deutscher Denkmalschutz sowie von der Gemeinde Ahorntal.