Goldkronach Mit Kost-Nix-Regalen gegen den Wegwerf-Trend

Von -Gagel
Ruth Förster, Susanne Müller und Martina Neubauer (von links) kümmern sich gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde Goldkronach um die Kost-Nix-Regale im Pfarrstadl. Foto: Lena Buckreus-Gagel/Lena Buckreus-Gagel

In der Goldkronacher Kirchengemeinde wird Umweltschutz groß geschrieben. Ein Projekt, um der Wegwerf-Gesellschaft entgegenzuwirken sind die Kost-Nix-Regale: Gut erhaltene, gebrauchte Gegenstände finden dort ihren Platz. Interessierte dürfen diese dann umsonst mitnehmen.

In der evangelischen Kirchengemeinde Goldkronach hat der Umwelt- und Klimaschutz schon lange einen hohen Stellenwert. „Seit 2005 ist diese mit dem „Grünen Gockel“ der Landeskirche zertifiziert“, sagt Ruth Förster. Sie und Susanne Müller sind die beiden Umweltbeauftragten der Kirchengemeinde. Zusammen mit Martina Neubauer haben sie im Herbst vergangenen Jahres die „Kost-Nix-Regale“ im Goldkronacher Pfarrstadl ins Leben gerufen, um dem Wegwerf-Trend entgegenzuwirken. Das Konzept: Gegenstände, die noch gut erhalten sind, aber nicht mehr gebraucht werden, können dort abgegeben werden. Im Falle der Kost-Nix-Regale sind das zum Beispiel Geschirr, Besteck, Gläser, Bettwäsche oder Spielsachen.

Sonst nur in großen Städten

Interessierte können diese Gegenstände dann umsonst mitnehmen. „Solche Umsonst-Läden gibt es in jeder größeren Stadt. Für Goldkronach wollten wir das auch umsetzen und haben uns für die Regal-Variante entschieden“, sagt Susanne Müller. Zunächst sei die Frage gewesen, wohin diese Regale letztendlich kommen – sie sollten relativ frei zugänglich sein. Die Wahl fiel dann auf den Eingangsbereich des Pfarrstadls, da die Bibliothek – die dort ebenfalls beheimatet ist – regelmäßig öffnet.

Pinnwand für größere Gegenstände

Außerdem gibt es neben den Regalen eine Pinnwand für größere Verschenk-Angebote oder Gesuche. Bisher sei das Angebot gut angenommen worden – auch wenn der Pfarrstadl in den vergangenen Monaten coronabedingt geschlossen war. „Wir wollen jetzt aber noch mal richtig durchstarten“, sagt Martina Neubauer. In den vergangenen Wochen waren die beiden Kost-Nix-Regale vor allem für die Flüchtlinge aus der Ukraine wichtig, erzählen die Frauen. Dort konnten sich die Geflüchteten mit den nötigsten Haushaltsutensilien, Taschen und Spielsachen für die Kinder ausstatten. Zusätzlich sei im Pfarrstadl eine Kleiderkammer eingerichtet worden.

Für alle geöffnet

Zugänglich sind die Kost-Nix-Regale zu den Öffnungszeiten der Bibliothek (aktuell: Donnerstag von 17 bis 19 Uhr) und zehn Minuten vor Beginn Veranstaltungen im Pfarrstadl (zum Beispiel Chorproben). Zu diesen Zeiten können auch neue Gegenstände abgegeben werden, die in den Kost-Nix-Regalen ihren Platz finden sollen.

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