Goldene Urkunde für 50 Jahre Diplom

Von Moritz Kircher

Vor 50 Jahren hat Hellmuth Steffl an der Technischen Universität in München sein Architektur-Diplom gemacht. Der Weidenberger war damit einer von 125 Jubilaren, die von der Uni mit einer goldenen Urkunde geehrt wurden. In der Region gibt es einige Bauwerke, die die Handschrift des Architekten tragen.

Hellmuth Steffl aus Weidenberg (links) nimmt seine Urkunde für 50 Jahre Diplom an der TU München aus den Händen von Unipräsident Wolfgang A. Herrmann entgegen. Foto: foto-justa.de Foto: red

Die Feier in München war für den leitenden Baudirektor im Ruhestand auch ein großes Wiedersehen mit ehemaligen Kommilitonen. Die Absolventen von damals saßen bei der Feier nach Fakultäten geordnet gemeinsam an den Tischen. Der 75-jährige Weidenberger saß also mit anderen Architektur-Absolventen von damals zusammen.  "Einige habe ich nach so langer Zeit erst am Namensschild erkannt", sagt er.

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Etwas studieren, das Technik und Kunst vereint

Hellmuth Steffl, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit seiner Mutter und zwei Brüdern aus Teplitz-Schönau in Nordböhmen nach Weidenberg kam, hatte immer zwei große Vorlieben: Technik und Kunst. "Ich wollte immer etwas studieren, das beides zusammenbringt." Da konnte seine Wahl nur auf Architektur fallen. "Es gibt kein Fach, in dem das so vermischt ist", sagt er.

Den Abschluss machte er im Jahr 1966. Dann war er noch für kurze Zeit als Assistent am Lehrstuhl seines Professors tätig. "Mich hat aber die Großstadt nicht so sehr interessiert", sagt er. Aber wie sollte es von da an weitergehen? Ein eigenes Architekturbüro gründen wollte er nicht. Und in München bleiben auch nicht. "Ich war da zu wenig vernetzt", sagt er. Da kam eine offene Stelle beim Hochbauamt in Bayreuth, damals noch Landbauamt, genau richtig. Steffl bewarb sich und war zurück in der alten Heimat.

"Ich wollte von Anfang an öffentliche Bauten planen"

Bald hatte er sich zum stellvertretenden Leiter der Behörde hochgearbeitet. Aber wie sollte es von dort aus weiter gehen mit der Karriere? "Ich habe meine Heimat so geliebt. Ich wollte hier tätig bleiben." Damals gab es beim Bezirk Oberfranken noch eine eigene Bauverwaltung. Dort übernahm Steffl die Leitung. "Ich wollte von Anfang an öffentliche Bauten planen", sagt er. Und die Möglichkeit hatte an seinen Stationen in Bayreuth. Er plante unter anderem verschiedene Neubauten an den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Bayreuth und ein neues Vermarktungsgebäude für die Fischereifachberatung in Aufseß. Im Alter von 63 Jahren ging Hellmuth Steffl als Leitender Baudirektor in den Ruhestand.

Die Ehrung in München war für ihn ein besonderer Moment. Seine Urkunde erhielt er aus der Hand von Unipräsident Wolfang A. Herrmann. Die meisten seiner Mitstudenten von damals hatte Steffl seit Jahrzehnten nicht gesehen. "Man trifft da Leute, die haben eine tolle Vita", sagt er. Dass die Uni nach 50 Jahre ihre Absolventen für eine Ehrung ausfindig machte und zu einem Ehrenabend einlud, ist für Hellmuth Steffl außergewöhnlich. "Man sieht, das ist eine große Familie."