Goethes Erben Es beginnt düster und es bleibt düster

32 Jahre Goethes Erben: Nachdem die großen Erben-Festspiele 2020 ausfallen mussten, wird am 25. September nachgefeiert. Der Violinist Matt Howden alias Sieben tritt am 25. September ebenfalls bei den Erben-Festspielen auf. Foto: Udo Meixner

Dank Corona hatte es 2020 nicht geklappt: Jetzt laden Goethes Erben zu den Erben-Festspielen in den Europasaal ein.

Bayreuth - Corona hat alle Kulturschaffenden arg gebeutelt. Einer, der davon ein besonders trauriges Lied singen kann, ist Oswald Henke. Den Wahl-Bayreuther und Sänger der Band Goethes Erben traf es gleich zu Beginn des Virus-Wahns, denn: Eine Tournee seiner Band sollte am 13. März 2020 beginnen – dem Tag, an dem Deutschland in den ersten Lockdown ging. Die Folge: Abgesagte Auftritte zuhauf, keine Einnahmen aus dem Verkauf von Konzert­tickets und Merchandise.

Jetzt endlich ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Goethes Erben gehen ab Donnerstag auf Tournee. Neun Konzerte stehen auf dem Plan in nahezu allen Teilen der Republik. Höhepunkt der Reise werden sicherlich die Erben-Festspiele am Samstag, 25. September, im Bayreuther Europasaal sein.

Corona kannte keine Gnade

Eigentlich wollte Oswald Henke im Jahr 2020 den exakt 31. Geburtstag seiner Band Goethes Erben ganz groß feiern. Mit eigenen Festspielen eben – wie es sich für Bayreuth eben gehört. Doch Corona kannte keine Gnade und das Festival musste abgesagt werden. Stattdessen spielten die Erben am 19. September 2020 ein „Seuchen-Konzert“ unter strengen Auflagen.

Nun gibt es, am Vorabend der Bundestagswahl übrigens, einen neuen Anlauf. Neben Goethes Erben sind Mila Mar zu erleben. Die Gruppe um Sängerin Anke Hachfeld steht für ausdrucksstarke atmosphärische Musik, einer eigenen Mischung aus Folk, Mittelaltermusik, Mystik und atmosphärischer Elektronik.

Das Programm komplettiert der britische Violinist und Sänger Matt Howden mit seinem Solo-Projekt Sieben. Mit mehreren Layern aus Gesang und Violine erzeugt er eine Mischung von Sounds. Die einzelnen Songs werden live und Schicht für Schicht per Loop-Pedal eingespielt.

1989 in Bayreuth gegründet

Seit 32 Jahren prägt Oswald Henke die Schwarze Szene in Deutschland mit. 1989 gründete er in Bayreuth Goethes Erben. Die Auftritte der Band sind stets mehr als nur Konzert, sind in erster Linie Musiktheater, bei dem Henke mit seinem rezitativen, oft hypnotischen Sprechgesang die Zuhörer in seinen Bann zieht.

Seit Samstag bereiten Goethes Erben die Tournee im Probenraum in Hof vor. Bis Mittwoch studieren die vier Bandmitglieder und die Techniker im Hintergrund alle Abläufe ein. Dann geht es direkt zum ersten Auftritt nach Friedrichshafen. Die Konzertreise steht unter dem Motto „X“. Angelehnt an den Titel des neuen Albums, das zwar zu großen Teilen fertiggestellt, aber noch nicht veröffentlicht ist.

„Es beginnt düster, bleibt düster und wenn man denkt, es geht nicht noch düsterer, wird man überrascht. Erst bei den Zugaben wird es wohl auch hoffnungsvollere Stücke geben“, erklärt Oswald Henke im Vorfeld der Tour. Kein Wunder. Schließlich ist „X“ in der Hochzeit von Corona entstanden. Muntere Melodien sind da nicht zu erwarten. Eher dystopische Klangwelten. Das spiegelt sich auch in den Bühnenkostümen der Band wider: Waren diese auf der „Am Abgrund“-Tournee 2018 weiß, so ist jetzt wieder Schwarz angesagt. Das „X“-Logo aus Stacheldraht ist jeweils auf den Jacken der Musiker aufgenäht. Als Symbol quasi für das Gefängnis, in dem wir alle dank der Pandemie lange Zeit ausharren mussten.

Das Programm am 25. September

Restkarten für die Erben-Festspiele am Samstag, 25. September, gibt es noch im Internet unter www.dryland-records.net. Der Ablauf: 17 Uhr Beginn Kontrolle 3G vor dem Zentrum; 18 Uhr Einlass in den Vorraum; 19 Uhr Einlass in den Europasaal; 19.30 bis 20.30 Uhr Sieben; 20.30 bis 21 Uhr Umbau; 21 bis 22.30 Uhr Mila Mar; 22.30 bis 23 Uhr Umbau; 23 bis 1 Uhr Goethes Erben.

 

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