Der achtjährige Max Eckert, Sohn des dritten Bürgermeisters von Gößweinstein, Manfred Eckert (CSU), durfte Pater Flavian Michali beim Einlegen der Sanierungsdokumente und einiger aktueller Euromünzen in die Dachkugel assistieren.
GÖßWEINSTEIN. Einen Tag vor Mariä Himmelfahrt war ein denkwürdiger Tag für die sanierungsbedürftige Gößweinsteiner Marienkirche, die im Volksmund auch „Klosterkirche“ genannt wird. Während eines kleinen Festakts wurde die Dachzierde in Form der neu vergoldeten Kugel wieder auf das Kirchendach gesetzte. Das hatte Zimmerermeiste Andreas Amon aus Zeegendorf vorher neu eingedeckt.
Der achtjährige Max Eckert, Sohn des dritten Bürgermeisters von Gößweinstein, Manfred Eckert (CSU), durfte Pater Flavian Michali beim Einlegen der Sanierungsdokumente und einiger aktueller Euromünzen in die Dachkugel assistieren.
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Im Beisein der Handwerker, des Bauleiters Herbert Böhm vom Hollfelder Architekturbüro Hartmut Schmidt, der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Kathrin Heckel und ihrer Vorgängerin Monika Lang sowie Eckerts zogen Michali und Kirchenpfleger Bernhard Schrüfer eine kurze Zwischenbilanz zur Kirchensanierung.
Das neue Kirchendach sei, bis auf wenige Arbeiten, fast fertig. Die bisherige Schiefereindeckung wurde durch Biberschwanzziegel ersetzt. Für Schrüfer eben auch eine Kostenfrage, da neue Schieferplatten etwa vier mal so viel gekostet hätten. Auch die Dachisolierung hat man nach aktuellen Standards erneuert. In der Kirche müsse man nun noch die Zuganker setzen und verpressen. Dies sei eigentlich die wichtigste Arbeit, damit das Kirchenschiff nicht weiter auseinanderdriften könne. Auch der Auftrag für die Fassadensanierung solle in diesem Jahr noch vergeben werden.
Dieser erste Bauabschnitt sei, laut Schrüfer, mit rund 380 000 Euro auch der teuerste. Nächstes Jahr sollten die „dringend notwendigen“ Sanierungsarbeiten dann mit der Innensanierung abgeschlossen werden. Die genehmigten Gesamtkosten für die Sanierung lägen bei rund 620 000 Euro. Mit rund 65 Prozent übernimmt das Erzbistum Bamberg den größten Anteil, insgesamt 336 050 Euro. Weitere Zuschussgeber sind die Bayerische Landesstiftung, die Oberfrankenstiftung, das Landesamt für Denkmalpflege und die Gemeinde Gößweinstein.
Dennoch müsse die Kirchenstiftung Gößweinstein noch einen Eigenanteil von rund 200 000 Euro aufwenden, berücksichtige man die Teuerungsrate seit der Kostenschätzung aus dem Jahr 2017. Ohne die privaten Spenden und die Erlöse aus den Benefizkonzerten in der Basilika sei dies für die Kirchenstiftung nicht zu stemmen, sagte Schrüfer. Er sei jedoch guter Hoffnung, dass die Finanzierung gesichert werden könne.
Michali freue sich besonders darüber, dass die Sanierungsarbeiten im Zeitplan seien. Die im Jahr 1631 erbaute Marienkirche musste 2017 wegen Einsturzgefahr für den Publikumsverkehr gesperrt werden. Schuld daran war ein Baufehler der bei der Erneuerung des Dachstuhls vor etwa 140 Jahren begangen wurde. Damals wurde die Balken nicht fachgerecht verankert und das Gewölbe drückte deshalb auseinander.
Einmal angebracht, sind Turmkugeln recht unzugänglich. Deshalb werden Turmkugeln oft aus haltbarem, wetterfestem Material wie Kupferblech gefertigt. Sie gelten daher als sichere Aufbewahrungsorte für historische Zeugnisse aus der Zeit des Baus, wie Zeitungen, Geld, oder Auszüge aus Geburts- und Sterberegistern. Diese Turmakten können so in späterer Zeit wichtige historische Quellen sein. wok