Gleich zwei Mal geflüchtet 20-Jähriger liefert sich wilde Verfolgungsjagd mit Polizei

Symbolbild Blaulicht Foto: picture alliance / dpa/Patrick Pleul

Zwei verletzte Beamte, zwei beschädigte Polizeifahrzeuge, mehrere tausend Euro Schaden und ein Haftbefehl: Das stand am Ende einer wilden Verfolgungsjagd, die sich ein 20-Jähriger am Montag und Dienstag mit der Polizei lieferte.

Bayreuth/Kulmbach - Gleich zwei Mal hat sich am Montagabend und Dienstagmorgen ein 20-jähriger Autofahrer widersetzt, als ihn die Polizei anhielt. Wie sie am Mittwoch mitteilte, ist eine Streifenbesatzung der Verkehrspolizei Bayreuth am Montagabend kurz nach 18.15 Uhr auf der Autobahn A9 auf einen schwarzen BMW aus dem Zulassungsbereich Karlsruhe aufmerksam geworden. Bei der Überprüfung im Fahndungsbestand stellte sich heraus, dass an dem Wagen einige Tage zuvor gestohlene Kennzeichen angebracht worden waren. Als die Beamten mit einer weiteren Streife den Wagen bei Trockau, Landkreis Bayreuth, anhalten wollten, flüchtete der Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit. Bei einem Überholversuch einer Streifenbesatzung auf einer Landstraße rammte der Fahrer das Dienstfahrzeug, hieß es von der Polizei weiter. Anschließend überholte er ohne jegliche Sicht auf den Gegenverkehr einen Lastwagen. Aufgrund der höchst gefährlichen und rücksichtlosen Fahrweise konnte der BMW-Fahrer zunächst entkommen. Trotz größerer Fahndungsmaßnahmen, bei denen auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, konnte der Mann zunächst nicht aufgefunden werden.

Am Dienstagmorgen schließlich, gegen 5.45 Uhr, erkannten zwei Polizeibeamte auf dem Weg zum Dienst den gesuchten BMW der 3er Reihe auf der Bundesstraße B85 bei Neudrossenfeld, Landkreis Kulmbach. Sie heftete sich mit ihrem Auto an dessen Fersen und verständigte die Einsatzzentrale Oberfranken. Sogleich wurden mehrere Polizeistreifen zusammengezogen. Als der Fahrer die herannahenden Polizeifahrzeuge erkannte, gab er Gas und ergriff die Flucht, die schließlich im Dorf Rohr in einer Sackgasse auf einem Privatweg endete. Dort konnte ein Streifenwagen den BMW festsetzen. Dennoch versuchte der Fahrer noch zu entkommen, indem er mehrmals einen Polizeiwagen rammte und dabei die Beamten gefährdete. Kurz darauf flüchtete der junge Mann ein Stück zu Fuß, konnte jedoch von den Polizisten gestoppt und gefesselt werden. In diesem Zusammenhang gab ein Beamter einen Warnschuss ab.

Bei der Festnahme leistete der 20-jährige Mann erheblich Widerstand, wodurch zwei Polizisten Verletzungen davontrugen. Insgesamt verursachte der Tatverdächtige einen Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Wie die polizeilichen Ermittlungen ergaben, war dem 20-Jährigen aus Baden-Württemberg bereits die Fahrerlaubnis entzogen worden. Im Krankenhaus musste der Mann zudem eine Blutprobe abgeben. Den BMW ließen die Beamten zu einem Polizeigelände abschleppen. Die gesamten Ermittlungen übernahm die Polizei Bayreuth-Stadt.

Am Mittwoch erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth Haftbefehl gegen den Beschuldigten insbesondere wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Er sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt ein.

Fußgänger oder Fahrzeugführer, die am Montagabend oder Dienstagmorgen durch die Fahrweise des schwarzen BMW mit den Kennzeichen aus dem Zulassungsbereich Karlsruhe, „KA-“, gefährdet worden sind, werden gebeten, sich bei der Polizei Bayreuth-Stadt unter der Tel.-Nr. 0921/506-2130 zu melden.

 

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