Als frisch mit dem "Echo" dekorierter Gitarrist treten Sie am Freitag im Glashaus auf. Gratulation erstmal zu dieser Auszeichnung. 

Hoffmann:  Für das Album mit meinem Tobias Hoffmann Trio "11 Famous Songs Tenderly Messed Up", das ich 2014 herausgebracht habe - dafür gab's die Auszeichnung. Nach Bayreuth kommen wir mit der Band Expressway Sketches: Schlagzeug, Bass, Keyboard und Gitarre. Und wir spielen die Stücke von unserem neuen Album "Love Surf Music", alles Eigenkompositionen, eine Hommage an die Musik aus den späten 60ern, an die Surf-Musik.

Und die klingt sehr, sehr entspannt. Wie kommt man in die richtige Stimmung?

Hoffmann: Puuuh. Na ja, es ist so, wir stehen sehr auf diese Musik, auf diesen instrumentale Rock' n' Roll. Damals konnte man mit Stücken ohne Gesang noch Hits landen. Diese Relaxtheit und Lockerheit, die haben wir versucht einzufangen. Die Stücke sind in dem Stil geschrieben, aber wir wollen natürlich keine 60er-Jahre-Cover-Band sein. Wir haben versucht, den Stil von damals mit den Einflüssen, denen wir heute ausgesetzt sind, zu verschmelzen.

Ich frage mal als Hobby-Gitarrist mit Band-Erfahrung: Klingt leicht nachzuspielen...

Hoffmann: Die Musik ist vom Kompositorischen her eher schlicht, das stimmt. Das haben wir in dieser Band auch davor schon so gehalten. Wir nehmen uns relativ wenig Ausgangsmaterial vor und versuchen, aus wenig viel zu machen. Keine Wahnsinns-Tempi, keine brutal schwierigen Lines, unfassbar schwierige Akkorde, unregelmäßige Rhythmen. Aus wenig machen wir viel. Gerade in diesem Album. Das sind keine schwierigen Stücke, Aber die richtig rüber zu bringen, mit dieser Lockerheit, Entspanntheit, so, dass es groovt - das ist die Herausforderung. Laien nehmen das oft so wahr: Wenn es besonders schnell wird, dann hört sich das schwierig an. Für jemanden, der es von der Fingerfertigkeit her kann, ist das aber leicht. Das ist übrigens bei jeder Musik so, ob klassisch oder Jazz oder Volkslied oder Blues. Es kommt es drauf an, was man macht. Die Schwierigkeit liegt darin, es leicht klingen zu lassen.

Man könnte sich diese Musik gut auch zu Filmen vorstellen. Zu Filmen etwa von Quentin Tarantino. Zu welchem Film könnten Sie sich die Musik besonders gut vorstellen?

Hoffmann: Ich kenne nicht alle Tarantino-Filme, ich würde mich da gar auch nicht festlegen wollen. Wir gehören aber in der Tat zu der Generation, die diese Musik auch durch Quentin Tarantino kennengelernt hat. Aus „Kill Bill“ oder „Pulp Fiction“. Das übte schon in gewisser Weise Einfluss auf uns aus. Aber was Tarantino verwendet hat, das waren die Originale. Wir machen schon was Neues.

"Haben's nicht auf Preise abgesehen"

Trotzdem: Filmmusik könnten Sie sich vorstellen?

Hoffmann: Stimmt, ja. Gerade,in den letzten Tagen, hat ein Indipendent-Filmemacher aus den USA angerufen, der auf uns gestoßen ist und unsere Musik verwenden will. Ich denke: Ja, klar. Den Film habe ich noch nicht nicht gesehen, aber ich denke, wir werden das machen.

Sie wissen noch gar nicht, um was in dem Film geht?

Hoffmann: Das kann ich gar nicht sagen, er hat nur gesagt, es könnte passen, aber was er noch gesagt hat, klingt gut. Das ist auch interessant für uns. Wenn uns das ein paar Zuhörer mehr beschert, dann ist das doch in Ordnung.

Im Gespräch sind Sie ja schon, nach Ihrer Auszeichnung. Wie wichtig ist der "Echo" für Sie?

Hoffmann: Das ist eine total schöne Auszeichnung. Darüber hab ich mich sehr gefreut, und die Kollegen haben sich mit mir sehr gefreut. Das bringt einen nach vorne, bringt uns Konzerte, Engagements. Das ist gut nicht nur für mich, sondern für die gesamte Band. Preise sind schön. Aber trotzdem verfolgen wir unsern musikalischen Weg. Darauf abgesehen haben wir's also nicht.

Und jetzt ein Auftritt im Glashaus. Das kennen Sie noch nicht, aber viele von den Bands, die dort aufgetreten sind, sind danach richtig durchgestartet.

Hoffmann: Ausgezeichnet. Wir freuen uns darauf. Von mir aus kann's losgehen.

INFO: Das Konzert mit Expressway Sketches am Freitag, 16. Oktober, im Glashaus beginnt um 21 Uhr.