Gestiegene Baukosten Deutlich teurer als gedacht

Der Markt Plech muss für den Neubau des Kindergartens mit Gesamtkosten von 1,02 Millionen Euro rechnen müssen. Diese Kostensteigerung, so die Architektin, sei vor allem den gestiegenen Baukosten um zehn Prozent in den vergangenen Jahren geschuldet. Insgesamt wird sich die Marktgemeinde auf Baukosten von knapp 1,7 Millionen Euro einstellen müssen. Foto:  

Umbau und Erweiterung des Kindergartens wird der Marktgemeinde circa 1,7 Millionen Euro kosten

Plech - Der Umbau und die Erweiterung der Kindertagesstätte in Plech erweist sich als äußerst komplexes Bauvorhaben und wird deutlich teurer als gedacht. Architektin Cordula Breitenfellner stellte dem Marktgemeinderat Plech am Montag zusammen mit Fachplanern für Elektrik, Photovoltaik und Lüftung das Gesamtkonzept vor.

Breitenfellner ging zunächst auf die Sanierung des ältesten Gebäudes des Kindergartenkomplexes ein; dort soll künftig die Schulkindbetreuung stattfinden. Hier werden sich laut Breitenfellner die Umbaukosten von ursprünglich angenommenen 482 000 Euro um circa 178 000 auf dann circa 660 000 Euro erhöhen. Grund dafür sei eben die alte Bausubstanz. So musste beispielsweise eine neue Bodenplatte eingezogen werden, weil die alte den statischen Anforderungen nicht mehr gewachsen gewesen sei. Auch die Decken mussten teilweise ausgetauscht werden. Hinzugekommen sei eine veraltete Elektrik, die auch den Brandschutzbestimmungen nicht mehr genüge und ausgetauscht werden muss. Eingebaut werden soll auch ein Aufzug, der das Gebäude dann barrierefrei macht.

Pellets statt Ölheizung

Die Sanitäranlagen, die aus den 1970er-Jahren stammen, sollen erneuert werden. Die Ölheizung wird nach dem gegenwärtigen Stand der Vorplanung nicht saniert und soll ausgebaut werden. An ihre Stelle soll eine Pelletsheizung treten. Die Räume der Kindertagesstätte erhalten dann eine Fußbodenheizung.

Die Kosten für den Erweiterungsbau, der auch einen Mehrzweckraum beheimaten wird, schießen ebenfalls in die Höhe. In den Jahren 2016 und 2017 war noch von Baukosten in Höhe von rund einer halben Million die Rede. Zusammen mit der gesamten Haustechnik ging man dann in der Folge von Baukosten von rund 890 000 Euro aus. Mittlerweile rechnet Breitenfellner mit Gesamtkosten für den Neubau von 1,02 Millionen Euro. Diese Kostensteigerung, so die Architektin, sei vor allem den gestiegenen Baukosten um zehn Prozent in den vergangenen Jahren geschuldet. Insgesamt wird sich die Marktgemeinde auf Baukosten von knapp 1,7 Millionen Euro einstellen müssen. Allerdings werden auch Fördergelder erwartet, die in dieser Rechnung noch nicht auftauchen und berücksichtigt werden müssten.

Die Lüftungsanlage wird laut vorliegender Planung einfach gehalten. Ohne „technischen Schnickschnack“, wie Stadtrat Kevin Hutzler (SPD) das kurz kommentierte. Sie sei auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, die belüftete Räume zum Bauzwang macht, auch für eventuell stattfindende Veranstaltungen im Mehrzweckraum ausreichend. Eine Photovoltaikanlage auf den Pultdächern soll so viel eigenproduzierten Strom liefern, dass der Energiebedarf der Kindertagesstätte zu rund 50 Prozent abgedeckt ist.

Der Marktgemeinderat gab die Planungen für Heizung, Lüftung, Elektrik und Photovoltaikanlage in Auftrag. In der Gesamtplanung enthalten ist auch eine Ladestation in Sachen Elektromobilität mit einer Ladestation. Darüber wurde aber noch nicht entschieden, genauso wie über die Art des Baus.

Erweiterungsbau in ökologischer Holzbauweise

Architektin Cordula Breitenfellner appellierte an das Gremium, den Erweiterungsbau in einer ökologischen Holzbauweise zu errichten. „Der verursacht kaum mehr Kosten als ein herkömmlicher Steinbau.“ So ließen sich Energieverbrauch und CO2-Ausstoß schon im Vorfeld verhindern. „Wenn wir klimaneutral bauen wollen, dann müssen wir uns die Materialien anschauen, mit denen wir bauen wollen.“

So hätte unter anderem die bei einem Steinbau erforderliche Wärmedämmung oft lange Transportwege. Dessen Produktion und die Herstellung von Betonsteinen verursachten einen hohen CO2-Ausstoß. Der Mehrzweckraum könne beispielsweise mit Massivholzmauern (MHM) erfolgen. Dazu könne auch behandeltes und insektenfreies Borkenkäferholz verwendet werden, das aus der Region bezogen und auch hier verarbeitet werden könne. Der Brandschutz und die Stabilität durch die von ihr vorgeschlagenen patentierten Wände aus Massivholz seien jederzeit gegeben. Architektin Breitenfellner regte ferner an, dass der Marktgemeinderat sich Musterhäuser mit dieser Bauart ansehen und sich ausführlich informieren sollte.

Zement: Die Herstellung von Zement und Beton gilt als Klimakiller. So muss bei der Zerkleinerung der Rohstoffe und ihrer Verarbeitung in Brennöfen sehr viel Energie aufgewendet werden und damit sind die C02-Emmissionen sehr hoch. Laut verschiedener Quellen ist die weltweite Zementherstellung für circa 2,8 Milliarden Tonnen des Treibhausgases verantwortlich und damit für acht Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes. Generell kann vom Borkenkäfer befallenes Holz verwendet werden. Allerdings sorgen die Insekten für Verfärbungen im Holz, aus denen eine verminderte Qualität resultiert. Die Stabilität des Holzes wird dadurch aber nicht beeinflusst. tz

 

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