Geschäftsstellen- und Marketingleiter Michael Rumrich zieht eine erste Bilanz EHC Bayreuth: Kampf um die Sponsoren

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Die Professionalisierung der Vereinsstrukturen hat sich der EHC Bayreuth schon länger auf die Fahnen geschrieben. Ein erster Schritt erfolgte mit der Einstellung von Michael Rumrich als hauptamtlicher Geschäftsstellen- und Marketingleiter. Am Dienstag ist der ehemalige Nationalspieler genau zwei Monate im Amt – und noch in der Findungsphase. Eine erste, kleine Bilanz.

Die Geschäftsstelle des EHC Bayreuth ist seit Juli täglich besetzt: Der neue Marketingleiter und Ex-Nationalspieler
Michael Rumrich ist dabei im ständigen Austausch mit Vereinsmitarbeitern und Sponsoren. Foto: Ronald Wittek Foto: red

„Wenn man im Juli neu kommt, dann ist natürlich schon viel für die neue Saison vorbereitet und angeschoben“, sagt Rumrich. „Und der EHC war hier schon sehr gut aufgestellt.“ Das ringt dem 50-Jährigen einiges an Respekt ab, denn bei seinem vorherigen Verein – Rumrich war sportlicher Leiter und Manager beim West-Oberligisten ESC Moskitos Essen – lief es etwas anders. „Dort war ich allein und von der Wohnungssuche für Spieler, Ausrüstung bis zur VIP-Betreuung für alles zuständig. In Bayreuth gibt es da schon ein eingespieltes Team.“

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Deshalb habe er in der noch laufenden Sondierungsphase viele Gespräche geführt, geschaut, wo welche Fäden beim EHC zusammenlaufen. „Ich bin mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Vereins im ständigen Austausch, die Kommunikation funktioniert sehr gut“, sagt Rumrich. „Einige Dinge habe ich für die Zukunft auch schon angeregt.“

Hauptaugenmerk liegt auf Betreuung der Sponsoren

Sein Hauptaugenmerk legt der ehemalige Spieler derzeit aber auf die Betreuung der Sponsoren. „Sie müssen sich bei uns aufgehoben fühlen, deswegen ist es wichtig, dass wir ihnen zum Beispiel beim Spiel im VIP-Raum etwas bieten.“

Rumrich sieht den EHC dabei auch im Konkurrenzkampf zu den anderen namhaften Bayreuther Sportvereinen wie Medi (Basketball) und SpVgg (Fußball). In einer Stadt der Größe Bayreuths sei es unvermeidbar, dass die Vereine an die gleichen regionalen Sponsoren herantreten. „Aber es gibt sicherlich auch Sponsoren, die sich nicht festlegen wollen, und mehrere Sportarten abdecken.“

Also überregional das Marketing vorantreiben? „Ein schwieriges Feld“, weiß Rumrich. „Als Eishockey-Drittligist hast du keine Fernsehpräsenz. Warum sollte also eine Firma aus dem Großraum München die Tigers sponsern?“ Ganz unmöglich sei es aber nicht, überregionale Sponsoren zu gewinnen. Rumrich ist momentan „an einer Sache dran“, nennt aber keine weiteren Details.

Guter Name ist hilfreich

Beim Gespräch mit Sponsoren hilft Rumrich auch sein guter Name. Schließlich ist er seit 30 Jahren im Eishockeygeschäft, trug bei fünf Weltmeisterschaften und zwei Olympischen Spielen das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. „Ich kann den Sport mit meiner Erfahrung als Ex-Profi schon anders verkaufen. Für mich ist Eishockey die schönste Live-Sportart der Welt, und ich kann glaubhafte Argumente liefern, warum das so ist“, sagt Rumrich und lächelt. „In der Region Bayreuth schätzen auch immer mehr Zuschauer den Reiz der schnellen Action auf dem Eis, sie haben die Sportart Eishockey für sich wieder entdeckt.“

Der Zuschauerschnitt der Vorsaison von 1700 zeige das deutlich, Ziel müsse es aber sein die Zahlen auf 1800, 1900 oder gar 2000 zu steigern. Deshalb will Rumrich den EHC in der Stadt noch präsenter machen. Angebote für Buswerbung oder große Plakate hat er bereits eingeholt. Zudem sieht er in der Universität eine große Fanquelle. „Wir müssen mehr Studenten ins Stadion bekommen“, sagt Rumrich. Infostände an der Universität sollen eine erste Maßnahme sein, um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Nach zwei Monaten in Bayreuth sieht Rumrich noch viel Potenzial für den EHC, allerdings dürfen die Marketingmaßnahmen nicht den finanziellen Rahmen des Vereins sprengen. „Aber wir stehen finanziell auf gesunden Füßen“, versichert Rumrich. „Die nächste Saison wird finanziell positiv laufen.“

Lob für Tigers-Team

In den sportlichen Bereich greift Michael Rumrich nicht ein, hier haben allein Teammanager Dietmar Habnitt und Trainer Sergej Waßmiller das Sagen. „Aber natürlich tausche ich mich mit Dietmar immer wieder aus, wir kennen uns ja schon lange“, sagt Rumrich. So haben die beiden in der Saison 1985/86 gemeinsam für den Zweitligisten BSC Preußen Berlin gespielt.

Vom aktuellen Tigers-Team hält Rumrich viel: „Man darf in der Vorbereitungsphase Ergebnisse nie zu hoch hängen, aber was ich bisher in den Testspielen gegen Zweitligisten gesehen habe, haben wir eine gute Mannschaft mit drei sehr guten Blöcken und talentierten Nachwuchsspielern im vierten Block, die noch in der Lernphase sind und sich beweisen müssen.“