Genussregion Oberfranken Du bist, was du isst

Unser Bild zeigt von vorne links: Dr. Helga Metzel (Bierland), Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Gisela Hansen geschäftsführende Vorsitzende Bierland Oberfranken), Stephan Ertl (stellv. Vorsitzender Genussregion Oberfranken), Dr. Bernd Sauer (Kuratoriumsvorsitzender Genussregion Ofr.), Norbert Heimbeck (Geschäftsführer Genussregion Ofr.) und Landrat Klaus Peter Söllner (Vorsitzender Genussregion Oberfranken und Bierland Oberfranken). Foto:  

Anisbreze, Bratwürste und Bier aus Oberfranken schmecken nicht nur – sie stiften auch Identität. Das Projekt Kulturerbe Oberfranken möchte das künftig noch stärker betonen und hat schon eine Idee.

 
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Kulmbach - Mehr als 320 Spezialitäten – von der Anisbreze bis zu Zwiffelspotz‘n - bilden das kulinarische Rückgrat der Genussregion Oberfranken. Der gleichnamige Verein hat diese Vielfalt erforscht, dokumentiert und macht sie per Internet der Öffentlichkeit zugänglich. Für diese Arbeit wurde die Genussregion Oberfranken e.V. von der deutschen Unesco-Kommission ins Verzeichnis zum Erhalt des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. In einem von der Oberfrankenstiftung geförderten Projekt soll dieses Kulturerbe in den kommenden drei Jahren so aufbereitet werden, dass es auch von anderen oberfränkischen Initiativen genutzt werden kann. Dazu gehört auch eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Vereine Genussregion Oberfranken und Bierland Oberfranken.

Ziel des Projekts: „Kulturerbe Oberfranken“ will die Bedeutung der oberfränkischen Kulinarik für unsere regionale Identität herausarbeiten. Der Verein erwartet sich dadurch starke Impulse für eine klarere Positionierung Oberfrankens im Wettbewerb der Regionen und würde wesentlich dazu beitragen, die in der Allensbach-Untersuchung von 2019 genannten Defizite zu beseitigen. Nach dieser Untersuchung bringen Touristen und Einheimische Oberfranken zwar mit Vorstellungen wie „gutes Essen“ und „Gemütlichkeit“ in Verbindung, aber speziell im Bereich „Genuss“ kann das Image noch verbessert werden. Insbesondere, was die Bedeutung der oberfränkischen Biervielfalt für die traditionelle Wirtshauskultur angeht, besteht laut der Allensbach-Untersuchung Nachholbedarf im Bereich Regionalmarketing. Die Verknüpfung von Bierkultur, Gastronomie und Tourismus ist verbesserungsbedürftig.

Viele Menschen reduzieren Oberfranken als Genussregion auf die angebotene Spezialitätenvielfalt. Die dahinterstehende jahrhundertealte Kultur, ihre identitätsstiftende Wirkung für die Menschen, die in der Region leben, und auch die Tatsache, dass die Genussregion Oberfranken Ausdruck eines guten Teils fränkischer Kultur und Lebensart ist, ist den Menschen in der Region oft nicht bewusst. Zumal sich hinter dieser Kultur und Lebensart auch alte Herstellungs- und Handwerkstechniken verbergen, auf die zum einen Aufmerksamkeit gelenkt werden soll und deren Erhaltung und Weitergabe ein wesentliches Ziel des Projekts sein muss.

Daten verknüpfen: Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Wissensbausteine, die die Genussregion Oberfranken und ihr Schwesterverein Bierland Oberfranken aufgebaut haben, qualitativ zu überarbeiten und mit den entsprechenden Kulturelementen anzureichern. Unter anderem stellen die beiden Vereine auf ihren Internetseiten mehr als 200 sogenannte Genusserlebnisse (von der Erlebnis-Landwirtschaft bis zum kulinarischen Spaziergang) und rund 50 Bierwanderungen vor, die von Reisenden sehr gerne genutzt werden.

Beide Datenbanken stehen zurzeit recht isoliert nebeneinander - das zu ändern und ihre Nutzung für den Tourismus zu verbessern, ist ein wesentliches Ziel des neuen Projekts. Ein weiterer Baustein ist die Verknüpfung der oberfränkischen Genussorte untereinander. Bekanntlich liegen 23 der insgesamt 100 bayerischen Genussorte in Oberfranken, womit der Bezirk das kulinarische Aushängeschild des Freistaates ist.

Enge Zusammenarbeit: Besonders im Fokus der künftigen Arbeit steht die Weiterentwicklung der Vereine Bierland Oberfranken und Genussregion Oberfranken, die in den vergangenen Jahren die Basisarbeit für die Erfolge Oberfrankens als Genuss- und Bierregion geleistet haben. Beide Initiativen sind sehr gut organisiert, allerdings haben sie nur begrenzte Ressourcen – sowohl in finanzieller als auch personeller Hinsicht. Notwendig ist daher die Schaffung einer neuen, gemeinsamen Basis, die es beiden ermöglicht, ihre erfolgreiche Arbeit fortzusetzen, und andererseits Möglichkeiten der Ressourcenbündelung und das Heben von Synergien schafft. red

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