Gemeinsame Übung von Bergwacht und ASB-Rettungshundestaffel Teufelshöhle: Hunde suchen Vermisste

Von Ralf Münch

Für die Hundestaffel des Veldener Arbeiter-Samariter-Bundes war diese Übung am Samstag etwas Besonders. Hatte der ASV doch die Möglichkeit, gemeinsam mit der Pottensteiner Bergwacht in der und rund um die Teufelshöhle zu üben.

Patricia Held, Staffelleiterin und Ausbilderin der Hunde beim ASB: „Wir haben schon öfters in kleinen Höhlen geübt. Aber in einer so großen wie hier hatten wir noch nie die Möglichkeit.“ Die Übung gliederte sich in zwei Abschnitte. Zuerst wurde dabei eine Person oberhalb der Teufelshöhle zwischen den Felsen „versteckt“. Die Annahme: Jemand wird wegen einer Verletzung vermisst und hat keine Möglichkeit mehr, ins Tal zu kommen.

Im Zickzack unterwegs

Dann kommen Hunde zum Einsatz. Sie werden Flächensuchhunde genannt. Sie werden darauf trainiert, innerhalb von 15 Minuten eine Fläche von 30 000 Quadradmetern abzusuchen. Der Vierbeiner macht das ohne Plan. Er läuft im Zickzackkurs das Areal ab.

Bellen, bis einer kommt

Erst dann, wenn der Hund eine Person findet, die sitzt oder liegt, schlägt er an, stellt sich vor den Gesuchten, fängt laut an zu bellen – und hört nicht auf, bis ein ASB-Mitarbeiter bei ihm und dem Gefundenen ist.

Ein Irrtum

Dabei spielt auch das Adrenalin eine Rolle, das der Rettungshund wahrnehmen kann. Am Samstagnachmittag handelte es sich um den elfjährigen Border-Collie Kliff, der losgeschickt wurde. Es dauerte auch nicht lange, bis man – irgendwo – ein Bellen hörte. Allerdings nicht bei der Person, die er eigentlich finden sollte.

Tochter des Bürgermeisters "verletzt"

„Das Problem war, dass der Hund auf seiner Suche ein Kind auf einer Bank sitzen sah. Die anderen Personen standen außen herum. Für ihn war deshalb das Kind eine zu suchende Person. Eigentlich hat er alles so gemacht, wie es ihm beigebracht wurde“, so Patricia Held. Kurze Zeit später tauchte der Hund schließlich doch durch das Gebüsch auf – und entdeckte die „verletzte“ Person. Ein paar Minuten später waren die ASB-ler vor Ort, leisteten erste Hilfe und verständigten die Pottensteiner Bergwacht, die sich um die Versorgung und den Abtransport kümmerte. Die Vermisste mimte übrigens die Tochter des Pottensteiner Bürgermeisters, Anja Frühbeißer.

Per Duftspur

Das eigentlich Besondere an diesem Tag war jedoch die Übung mit einem „Mantrailer“. Dieser eigens für solche Zwecke ausgebildete Hund musste in der Teufelshöhle eine vermisste Person anhand einer Duftprobe suchen. Man nennt das „Individualsuche“. Für den Hund, der mit der Leine durch das Felsenlabyrinth geführt wird, ist das keine einfache Aufgabe. Denn, so Held: „Hier sind den ganzen Tag Hunderte von Leuten durchgelaufen. Überall gibt es kleine Löcher und Eingänge. Da kann sich der Geruch der Person schnell in verschiedene Richtungen verteilen.“ Nicht in diesem Fall: Der Mantrailer machte sich in einem Wahnsinnstempo auf die Pfoten und fand rasch die vermisste Person.

2015 waren es 64 Einsätze

Für die Pottensteiner Bergwacht ist solch eine Übung genauso sinnvoll wie für den ASB. Bereichsleiter Renè Brendel: „Letztes Jahr hatten wir 64 Einsätze. Meistens handelte es sich um verstauchte Knöchel oder auch Kreislaufkollapse. Und oft müssen wir auch mit verschiedenen Organisationen zusammen. Egal ob ASB, Malteser oder BRK. Die Patientenübergaben laufen immer gleich ab. Aber es ist natürlich wichtig immer und immer wieder solche Vorgänge zu üben.“ Und was man bei der Bergwacht auch gelernt hat: Tief unten in der Erde, zwischen den Felsen, funktioniert der neue Digitalfunk zwecks Benachrichtigung dann doch nicht mehr.