Der Flächennutzungsplan ist maßgeblich
Das Landratsamt hört gegenwärtig die Träger öffentlicher Belange. „Betroffene können ihre Einwände gegen das Vorhaben vorbringen“, so Herbert Retzer, stellvertretender Pressesprecher. Im Anschluss komme es zu einem Erörterungstermin mit den Betroffenen und Behörden. Erst danach könne die Behörde entscheiden.
Zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung gehöre im vorliegend Fall auch eine Baugenehmigung, die sich aus der bauplanungsrechtlichen Zulässigkeit des Vorhabens ergebe. Retzer: „Insbesondere die Bauleitpläne einer Gemeinde sind hierbei wesentliche Entscheidungsgrundlagen.“
Rückblick ins Jahr 2011:
Dicke Luft hatte es in Stöckig bereits vor sechs Jahren gegeben. Im Juli und August 2011 beschwerten sich die Anlieger über Lärm, Geruch und Staub. Schon damals forderten sie das Landratsamt mit Unterschriften dazu auf, für Abhilfe zu sorgen. 40 Unterzeichner hatten sich an der Aktion beteiligt. Die Anwohner waren schon damals der Ansicht, die Firma Trompetter halte sich nicht an die Auflagen. Das Landratsamt müsse dafür sorgen, dass alles rechtens zugehe und niemand belästigt werde. Auf Anfrage des Kurier damals teilte die Kreisbehörde mit, bei einer Schallmessung hätten sich keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass Grenzwerte überschritten werden. Die Messungen möglicher Luftverunreinigungen hätten gezeigt, dass die zulässigen Emissionsgrenzwerte unterschritten wurden.
500.000 Euro investiert
Firmenchef Mathias Trompetter ließ durch seinen Dresdener Rechtsanwalt Bernhard Becker-Flügel mitteilen, das Unternehmen habe rund 500 000 Euro investiert, um seine Anlagen auf dem neuesten Stand zu halten. Darunter ein neuer Ofen, ein neuer Schalldämpfer für die Ofenabsaugung und eine Umwelt schonende Sandluftanlage. Die neuen Anlagenteile seien 2010 und zum Jahreswechsel montiert worden. Im September 2011 übergaben Ingo Grädtke und Dagmar Wahler 50 Unterschriften an Landrat Hermann Hübner. Das Landratsamt veranlasste danach Maßnahmen bei Trompetter. So wurde auf dem Betriebsgelände umgeräumt. Lärm verursachende Betriebsabläufe wurden auf das vordere Betriebsgelände, also weg von Stöckig verlegt. ⋌ub