Gemeinderat besitzt kein Regelwerk über freiwillige Leistungen Schützenverein will Förderung für Jugendarbeit

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Auf einen Zuschuss für seine Jugendarbeit muss der Schützenverein Die Alten Treuen noch länger warten. Der Neudrossenfelder Gemeinderat konnte sich in seiner Sitzung am Montag nicht auf eine freiwillige Leistung an den Verein einigen. 2000 Euro schien vor allem den FuG-Vertretern zu hoch.

Gemeinderat Rudi Bock (SPD), zugleich Vorsitzender der Alten Treuen, bat in einem Antrag um einen Zuschuss der Gemeinde für neue Anschaffungen. Für die Jugend seien neue Luftgewehre und Bogen anzuschaffen, zudem Schießjacken, -hosen und -handschuhe. Der Zulauf in der Jugendabteilung sei besonders gut, so Bock, und sie habe Vorbildfunktion. „Da sind wir in ganz Oberfranken einmalig.“

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Von den 242 Mitgliedern der Alten Treuen sind 99 unter 26 Jahre alt. Unter 18 Jahren sind 73 der Nachwuchsschützen. Die Kinder und Jugendlichen leihen sich anfangs die Sportgeräte kostenlos aus. „Aber irgendwann ist eine Reparatur nicht mehr sinnvoll“, sagte Bock. Wegen des zunehmenden Verschleißes sei eine Erneuerung notwendig. Daher plane der Schützenverein Neuanschaffungen, die 4800 Euro kosten würden.

Bürgermeister Harald Hübner (CSU) wäre bereit gewesen, für die Sportförderung in diesem Fall 2000 Euro zu gewähren. Das würde etwa 40 Prozent der Gesamtsumme ausmachen. Doch das überrascht selbst den Antragsteller. Für Unmut sorgte Hübner bei den Gemeinderäten der Gruppierung Für unsere Gemeinde (FuG). Denn üblicherweise gewährt die Gemeinde nur zehn Prozent als freiwillige Leistung. Und das auch nur bei baulichen Investitionen.

Daher warnte Harald Kull, Vorsitzender der Kleintierzüchter, davor, mit dieser Sonderleistung einen Präzedenzfall zu schaffen. Björn Sommerer wendete ein, mit dieser Entscheidung künftige Anträge auf die falsche Schiene zu setzen. „Soll es doch der Bürgermeister aus seinem Budget zahlen!“

Doch Hübner wehrte sich und sagte, in diesem Fall könne einmalig von der Regel abgewichen werden. Dass es nicht die erste Abweichung sei, hielt ihm jedoch Sommerer vor. Der TSV hatte für seinen Kunstrasenplatz neben der Schule einen Zuschuss von zwölf Prozent bekommen. Die Begründung damals: Der Platz werde von den Schülern mit genutzt. Zudem sei eine Sanierung des Allwetterplatzes zu teuer.

Einen Vorschlag zur Güte machte schließlich Verwaltungsleiter Rainer Schimpf. Andere Kommunen hätten klare Richtlinien über die freiwilligen Leistungen. „Wenn wir das auch machen, tun wir uns in Zukunft leichter.“ Dem stimmten die Gemeinderäte zu. Der Finanzausschuss bekam den Auftrag, sich über einen entsprechenden Leistungskatalog Gedanken zu machen. Die Entscheidung über die Zuwendung an die Alten Treuen wurde daraufhin vertagt.

Rudi Bock ist trotzdem zuversichtlich, dass die Schützen Geld bekommen. Schließlich hätten sie seit 2011 nicht mehr bei der Gemeinde um einen Zuschuss gebeten. „Ich bin auch nicht enttäuscht, wenn wir die üblichen zehn Prozent erhalten.“ Der Finanzausschuss werde hoffentlich „eine Formel finden, damit Gerechtigkeit herrscht.“