Gemeinde muss den Verkehr begrenzen - Nur noch 16 Tonnen erlaubt Brücke in Döhlau bröckelt

Von Heike Hampl

Döhlau hat ein Problem: Die Sandsteinbrücke über die Warme Steinach ist alt. Zu alt. Sie wird marode, deswegen musste die Gemeinde die Brücke für zu schwere Fahrzeuge sperren. Nur noch die, die unter 16 Tonnen wiegen, dürfen drüber. 

Hübsch ist sie schon, die Brücke in Döhlau. Aus Sandstein führt sie in einem Bogen über die Warme Steinach. Im Jahr 1848 könnte die Brücke erbaut worden sein. Vielleicht auch später – ganz genau kann Herbert Langsteiner vom Weidenberger Bauamt das nicht mehr nachvollziehen. Was er aber weiß: Die Brücke birgt Gefahren.

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Gutachten alle sechs Jahre

Alle sechs Jahre muss die Gemeinde Gutachten über ihre Brücken anfertigen lassen. Experten sprechen Empfehlungen aus, wenn sie feststellen, dass Brücken bröckeln. „Wir mussten schon öfter Brücken beschränken“, sagt Langsteiner. Heißt: Ein maximales Gewicht festlegen. Wie jetzt in Döhlau. 16 Tonnen Gesamtgewicht, zehn Tonnen pro Achse – mehr darf nicht mehr.

Keine Schikane, sondern notwendig

„Das ist keine Schikane, sondern notwendig“, sagt Langensteiner und ist sich mit Bürgermeister Hans Wittauer einig. Der hat am Montagabend im Gemeinderat erklärt, wo das Problem mit der Brücke liegt. „Wenn etwas passiert, müssen wir als Gemeinde haften.“ Außerdem gehe es auch um den Schutz der Bürger. Niemand könne einen Unfall verantworten, nur weil man nicht auf den Brückengutachter hört.

Auch Landwirte waren am Montag gekommen, um ihrem Unmut Luft zu machen. „Wir müssen Umwege in Kauf nehmen und wissen nicht, wann dieses Problem gelöst wird“, trugen sie dem Gemeinderat vor. Sauer sind sie nicht, das versichert Landwirt Manfred Zapf hinterher am Telefon. „Wir wissen ja, dass die Gemeinde reagieren muss. Nur wünschen wir uns natürlich eine Lösung.“ Mehr wollen Zapf und seine Berufskollegen nicht dazu sagen. Sie wollen keinen Druck auf die Gemeinde aufbauen, sagen die Landwirte.

Erkenntnisse aus alten Unterlagen?

Eine Lösung könnte kommen: Noch wertet das Bauamt Unterlagen aus. Langensteiner wartet zum Beispiel noch auf Infos aus Bamberg. Das Amt für Ländliche Entwicklung hat in Döhlau in den 80er und 90er Jahren eine Dorferneuerung umgesetzt. Und dabei die Brücke angefasst. „Was genau gemacht worden ist, müssen wir noch herausfinden“, sagt Langensteiner.

Sollten es umfangreichere Arbeiten gewesen sein, wird der Brücken-Gutachter die Begrenzung der Döhlauer Brücke vielleicht korrigieren. „Die aktuelle Beschränkung ist keine in Stein gemeißelte Lösung“, sagt Wittauer.

Rund 40 Brücken

Warum nicht abreißen und neu bauen? Alleine in Weidenberg gibt es rund 40 Brücken. „Wir haben mehrere solcher Baustellen. Natürlich ist es eine Frage der Finanzierbarkeit“, sagt Wittauer, dem als Bürgermeister immerhin mehr als 13 Millionen Euro Schulden im Nacken sitzen.

Gerhard Steininger, CSU-Fraktionsvorsitzender, schlägt vor: „Wir sollten eine Prioritätenliste erstellen und die Baustellen in den Griff kriegen.“

Bis es so weit ist, müssen die Döhlauer Landwirte Umwege fahren. Und mit ihnen alle, die zu schwer sind wie das Heizölauto und der Lastverkehr.