Dennoch reisen die Oberfranken aber als Außenseiter an. Die Turngesellschaft aus Pforzheim hinkt nämlich bislang nur ihren eigenen Ansprüchen hinterher. Das ausgegebene Ziel lautet dort, einen Platz im oberen Tabellendrittel zu ergattern. Einen Auftakt mit zwei Niederlagen gegen SV Salamander Kornwestheim (24:27) und bei TSB Heilbronn-Horkheim (25:31) hatte man dabei sicher nicht eingeplant. Somit steht der Haspo-Gastgeber also schon in dieser frühen Saisonphase gehörig unter Druck gegen einen Underdog wie Haspo Bayreuth.

Aus der Sicht des Bayreuther Cheftrainers Mathias Bracher wird die Aufgabe dadurch noch schwerer: „Das wird eine ganz harte Nuss. Pforzheim hat hohe Ansprüche und gegen uns müssen sie eigentlich zwingend ihren ersten Sieg holen.“ Ganz unbegründet sind die Ambitionen in der Großstadt am Nordrand des Schwarzwalds nicht, denn sie zeigten in den letzten Jahren stabile Leistungen. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruches lagen sie mit 23:27 Punkten auf dem zehnten Platz im sicheren Mittelfeld, nachdem sie die vorangegangene Spielzeit auf einem starken vierten Platz mit 40:20 Punkten abgeschlossen hatten. In der Saison 2016/17 errang die TGS sogar noch einen Punkt mehr (41:19), belegte Rang drei und schaffte die Qualifikation für die erste Runde des DHB-Pokals.

Als Verstärkung für die neue Saison kam mit Adam Soos ein großes Talent hinzu. Der Spielmacher gehörte bei HBW Balingen-Weilstetten zum erweiterten Bundesligakader und war Toptorschütze in der zweiten Mannschaft (3. Liga). Zudem war Soos schon zu zweimal zu Lehrgängen von deutschen Jugend-Nationalmannschaften eingeladen.

Schon Jugend-Länderspiele absolviert hat Kreisspieler Davor Sruk. Für sein Heimatland Kroatien war er bei der U18-Europameisterschaft im Jahr 2012 dabei. Ein echter Ur-Pforzheimer ist Florian Taafel: Er erzielte bislang über 2600 Tore (Stand Januar 2019) für seinen Heimatverein, davon über 1000 in der 3. Liga. Mit Spielmacher Roy James und Rechtsaußen Nicolas Herrmann sind unter anderen auch zwei Akteure im Team, die schon in anderen Drittliga-Klubs Erfahrungen gesammelt haben. James genoss seine handballerische Ausbildung sogar im Internat des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen.

Unterm Strich spricht vor allem die Erfahrung zugunsten der TGS Pforzheim, die ihre achte Drittligasaison in Folge bestreitet. Das ist für Trainer Bracher aber kein großes Problem: „Wir sind klarer Außenseiter und fühlen uns in dieser Rolle wohl. Meinem Team haben die zwei Punkte am letzten Wochenende gut getan, und jetzt können wir ohne Druck nach Pforzheim fahren und am Ende sehen wir, für was es auswärts reicht. Wir dürfen nicht viele Fehler machen und müssen Schwächephasen vermeiden, wenn wir dort punkten wollen.“

Der Haspo-Coach kann dabei auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Neben Linksaußen Tobias Scheel ist auch Abwehrspezialist Lars Baldauf wieder fit. Mit welchem Aufgebot die Bayreuther antreten, wird Bracher mit Co-Trainer Nicholas Cudd erst nach dem Abschlusstraining festlegen.

Info: In Pforzheim sind Zuschauer in der Halle zugelassen. Die Gastgeber bieten auf ihrer Internetseite auch Karten für Schlachtenbummler aus Bayreuth an.

Heimpremiere für Haspo II

Ausgelassen und fast ungläubig jubelte die zweite Handball-Mannschaft von Haspo Bayreuth, nachdem sie beim Saisonstart der Landesliga Nord beim Ligafavoriten HSG Fichtelgebirge durch 4:0 Tore in den letzten zwei Minuten mit 25:25 einen unerwarteten Punkt erobert hatte. Mit dieser positiven Stimmung rechnet sich die Drittliga-Reserve nun auch bei ihrer Heimpremiere etwas aus, bei der sie am Sonntag um 16.30 Uhr den Aufsteiger SC Schwabach zu Gast hat. Die Mittelfranken hatten es zuletzt ebenfalls mit der HSG Fichtelgebirge zu tun und verloren mit 23:31. Ein anderes Bild von den Kräfteverhältnissen zwischen beiden Teams hat allerdings in der Vorsaison ein direktes Duell im Pokalwettbewerb vermittelt. Damals verlor Haspo II gegen den SC Schwabach mit mehr als zehn Toren Unterschied. Zudem stehen den Bayreuthern verletzungsbedingt noch nicht alle Leistungsträger zur Verfügung.

Vizemeister bei Haspo-Damen

Auch das zweite Spiel der Bayernliga-Saison können die Damen von Haspo Bayreuth in heimischer Halle bestreiten. Die Aufgabe ist aber noch schwerer als beim ersten Mal, denn mit dem HC Erlangen stellt sich am Samstag um 19.30 Uhr der Vizemeister der Vorsaison im Schulzentrum Ost vor. Selbst mit dem wahrscheinlich kompletten Kader wäre ein Punktgewinn für Haspo eine große Überraschung.

„Bei Erlangen kann man eigentlich von einer Drittligamannschaft sprechen“, sagt Haspo-Trainer Udo Prediger. Er spielt dabei darauf an, dass die Mittelfranken beim Abbruch der vergangenen Saison mit eindrucksvollen 38:2 Punkten an zweiter Stelle lagen. Nach dem Rückzug einiger Teams aus anderen Bundesländern wären sie somit erster Nachrücker gewesen, doch der Verein verzichtete auf das Aufstiegsrecht. Die Führung des aktuell wohl erfolgreichsten bayerischen Handballvereins begründete den unerwarteten Schritt damit, dass die finanziellen Mittel für die 3. Liga nicht vorhanden seien.

In der Bayernliga ist der HCE nun der klare Favorit. Seine Mannschaft ist gespickt mit jungen Talenten und hat mit Franziska Peschko die Torschützenkönigin der vergangenen Saison in den Reihen. Bislang hat sie allerdings noch kein Spiel bestritten, weil der HSV Bergtheim aus unbekannten Gründen nicht angetreten war. Die Wertung des Spiels ist noch nicht abschließend geklärt.

Maskenpflicht im Schulzentrum Ost

Nach den Erkenntnissen aus dem ersten Heimspiel-Wochenende verschiedener Mannschaften hat Haspo Bayreuth die Hygiene-Bestimmungen im Schulzentrum Ost verschärft. „Wir haben nach den ersten Spielen viele Erfahrungen gesammelt und diese auch evaluiert“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Demnach gilt nun vor allem zusätzlich zum üblichen gegenseitigen Abstand von 1,50 Metern auch eine generelle Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske zur Bedeckung von Mund und Nase, und zwar durchgehend vom Betreten bis zum Verlassen der Halle.