Fußball Neudrossenfeld sieht sich als klarer Außenseiter

Mit dem FC Vaduz aus Liechtenstein hat Matthias Strohmaier bereits in der Qualifikation zur Europa League gespielt. Jetzt muss der 28-jährige Spielertrainer mit dem VfB Hallbergmoos um den Klassenerhalt in der Bayernliga Süd bangen. Foto: /Sven Leifer/Imago Images

Zwei Spiele trennen den TSV Neudrossenfeld noch vom zweiten Bayernliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte. Die letzte Hürde auf dem Weg dahin dürfte jedoch noch etwas höher ausfallen als zuletzt der SV Seligenporten. Den Tabellenvorletzten der Bayernliga Nord hat der Vizemeister der Landesliga Nordost bekanntlich mit 1:0 und 2:1 zum Abstieg verurteilt. Und genau das will die Mannschaft von Trainer Markus Taschner jetzt auch mit dem VfB Hallbergmoos machen.

Dabei hat sie an diesem Mittwoch (19 Uhr) zunächst erneut Heimrecht, bevor es am Samstag (16 Uhr) zum alles entscheidenden Duell vor den Toren Münchens kommt. Dass die Oberbayern unter der Woche die knapp 250 Kilometer lange Fahrt nach Neudrossenfeld auf sich nehmen müssen, sieht Taschner nicht als Vorteil für sein Team, dürfte der (Noch-)Bayernligist doch finanziell um einiges besser aufgestellt sein: „Sie haben drei Co-Trainer, von denen einer rein für Videoanalyse zuständig ist.“ Aber auch die TSV-Coaches hätten sich das „eine oder andere Spiel“ angeschaut und versucht, möglichst viele Informationen zu bekommen.

Ohnehin sehen sich die Neudrossenfelder in der klaren Außenseiterrolle, und auch Seligenportens Trainer Gerd Klaus gebe ihnen keine Chance. „Aber genau das kann unsere Chance sein“, sagt Taschner. Doch während Seligenporten zwar „technisch super“, aber in der Defensive „eher schlampig“ gewesen sei, könne Hallbergmoos „ganz gut verteidigen. Sie sind robust, körperlich stark und kompakt. Und offensiv haben sie den einen oder anderen Individualisten.“

Klare Niederlagen zu Saisonbeginn

Dass der VfB Hallbergmoos überhaupt in eine so brenzlige Lage geraten ist, lag allein an der schwachen Hinrunde des Aufsteigers, der in der Corona-Saison 2019/21 dank der Quotientenregelung Meister der Landesliga Südost geworden war, nachdem er acht Jahre zuvor den Sprung auf die Verbandsebene geschafft hatte. In der Bayernliga Süd gab es dann jedoch von Anfang an ordentlich auf die Mütze: 0:4 gegen Türkspor Augsburg, 1:5 beim direkten Absteiger TSV Wasserburg, 2:5 gegen TSV Dachau – null Punkte und ein Torverhältnis von 3:14 standen nach den ersten drei Spielen zu Buche.

Nach den ersten Punktgewinnen (0:0 gegen TSV Kottern und 1:0 beim FC Gundelfingen) blieb die Mannschaft zwar fünf Spiele ungeschlagen, aber auch elf Partien sieglos. Erneut besonders deftig fielen die Niederlagen beim TSV 1860 München II (1:7) und beim FC Deisenhofen (0:5) aus, dem Ex-Klub des ehemaligen Neudrossenfelder Spielers und Aufstiegstrainers Peter Schmidt. Mit nur einem Sieg aus 16 Partien und neun Punkten auf dem Konto trennte sich das Schlusslicht daraufhin von seinem Aufstiegscoach Gediminas Sugzda, bis zur Winterpause übernahm Co-Trainer Peter Beierkuhnlein.

Hallbergmoos Rückrundenvierter

Auch der hatte zunächst keinen Erfolg, verlor das Kellerduell gegen den Tabellenvorletzten TSV Schwabmünchen mit 0:2. Doch mit Beginn der Rückrunde am 30. Oktober lief es plötzlich: Vier Siege in Folge feierte Hallbergmoos, den letzten davon nach der Winterpause unter dem neuen Spielertrainer Matthias Strohmaier. Der ehemalige Jugendnationalspieler und Regionalliga-Kicker des FC Augsburg II, FC Bayern München II, FC Schweinfurt 05 und VfR Garching war zuvor beim Ligakonkurrenten Türkspor Augsburg zurückgetreten. Vor allem die Defensive wirkte nun stabiler, mit 30 Punkten aus 18 Spielen schloss der VfB die Rückrunde sogar als Vierter ab. „Ich glaube, das spricht für sich“, sagt Taschner, „sie haben eine Mega-Rückrunde gespielt.“

Die vorzeitige Rettung verhinderten am letzten Spieltag der Punktgewinn von Türkspor Augsburg in Wasserburg sowie die eigene 1:2-Niederlage gegen Vizemeister SV Donaustauf. In der ersten Relegationsrunde setzte sich Hallbergmoos dann souverän durch. Nach einem 2:2 beim SV Fortuna Regensburg gewann der VfB das Rückspiel gegen den offensivstarken Vizemeister der Landesliga Mitte mit 3:0, obwohl in Simon Werner der mit zehn Treffern beste Torschütze ausfiel.

„Wir hatten in Regensburg drei Szenen, in denen es Elfmeter hätte geben können, aber wir sind ein Stück weit zu brav. Wo sich andere fallen lassen und laut schreien, versuchen wir, irgendwie weiterzulaufen“, bemängelte Strohmaier. Und siehe da: Alle drei Treffer im Rückspiel fielen vom Elfmeterpunkt.

TSV will mutig auftreten

Das Hauptaugenmerk der Neudrossenfelder liegt heute laut Taschner auf einem positiven Ergebnis und möglichst wenig Gegentoren. „Wir werden aber auch mutig auftreten und uns nicht einigeln – eine Mischung aus der Stabilität zuletzt sowie dem Mut und Willen, ein Tor erzielen zu wollen.“ Lukas Schelenz und Levin Pauli mussten im letzten Training am Montag mit Grippesymptomen aussetzen, Manuel Hermsdörfer, der am Samstag nicht mit dabei war, kehrt in den Kader zurück.

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