Gefahr in der Dämmerung Elf Wildunfälle an zwei Tagen

Hier sollte man besonders vorsichtig fahren. Das Verkehrsschild weist auf die Gefahr von Wildwechsel hin. Insbesondere in den Abend- und Morgenstunden ist das Risiko erhöht. Foto: Eric Waha

Insbesondere in den Abend- und Morgenstunden kann es gefährlich werden. Für die Wildsau, das Reh und den Autofahrer. Rund um Bayreuth ist es in diesen Tagen vermehrt zu Wildunfällen gekommen. Wie die Polizeiinspektion Bayreuth-Land mitteilt, haben sich im Zeitraum von Donnerstag bis Freitagmorgen elf Unfälle ereignet.

Bayreuth - Die gute Nachricht: Keiner der Autofahrer kam dabei zu Schaden. Gleichwohl ist bei den elf Unfällen laut Polizei ein Gesamtschaden in Höhe von 15 000 Euro entstanden.

Wie die Polizei auf Kurier-Nachfrage mitteilt, liegt ein Schwerpunkt der übermittelten Wildunfälle im Bereich Speichersdorf/Seybothenreuth und Weidenberg mit der B22. Ein weiterer Schwerpunkt ist westlich von Bayreuth um Plankenfels und Hollfeld.

Um zu verhindern, dass es zur Kollision mit dem Wild kommt, sollten Verkehrsteilnehmer aufmerksam und vorsichtig fahren. „Insbesondere in den Bereichen, die durch das Verkehrszeichen Wildwechsel gekennzeichnet sind“, betont Erster Polizeihauptkommissar Matthias Bachofner im Gespräch mit dem Kurier.

In der Regel handle es sich bei den gekennzeichneten Bereichen um Gebiete, in denen es schon seit sehr langen Zeiten Wildwechsel gibt. Dieses Verhalten werde von einer Tiergeneration an die nächste weitergegeben. Wie Bachofner sagt, wurden die Wildwechsel-Schilder aufgrund von Erfahrungen aus der Unfallauswertung aufgestellt.

Erhöhte Vorsicht

Generell rät die Polizei insbesondere in den Abend- und Morgenstunden mit erhöhter Vorsicht und Aufmerksamkeit zu fahren und die Geschwindigkeit den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Kommt es dennoch zum Zusammenstoß mit einem Tier, das unvorhersehbar aus einem Gebüsch auf die Straße rennt und gegen den Kotflügel donnert, sollte der Autofahrer auf jeden Fall die Unfallstelle absichern und die Polizei informieren. Auch dann, wenn das möglicherweise verletzte Tier flüchtet. Die Polizei wird daraufhin den Jagdpächter informieren.

Das Risiko eines Wildunfalls ist besonders auf Straßen durch den Wald oder im Verlauf von unübersichtlichen Wald- und Feldrändern, teilt der ADAC mit. Hier gelte: Je langsamer desto besser. Wer etwa statt mit Tempo 100 nur mit 80 fährt, reduziert laut ADAC den Bremsweg um fast 25 Meter. So komme man vielleicht rechtzeitig zum Stehen oder verringere die Aufprallgeschwindigkeit. Denn nicht nur den Tieren drohe Gefahr - auch die Insassen können schwere bis tödliche Verletzungen erleiden.

Kontrolliert abbremsen

Wer Tiere am Rand ausmacht, sollte laut ADAC kontrolliert abbremsen und abblenden. Grelle Scheinwerfer können sie erstarren und orientierungslos werden lassen. Hupen könne die Tiere verscheuchen. Überdies sollte man immer mit Nachzüglern rechnen, die auch panisch die Fahrbahn queren können. Unkontrollierte Ausweichmanöver sollte man nie starten. Das könnte den Gegenverkehr gefährden oder schnell am nächsten Baum enden, so der ADAC. Lässt sich ein Aufprall nicht vermeiden, hält man das Lenkrad fest, bleibt in der Spur und macht eine Notbremsung.

Nicht nur mit Wildschweinen kann es zur Kollision kommen. Laut dem Deutschen Jagdverband (DJV) sind Rehe an jedem zweiten Wildunfall beteiligt, kleinere Tiere wie Feldhasen und Marder bei jedem fünften.

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) weist darauf hin, dass im Osten Deutschlands auch Elche auftauchen können, die aus Polen bevorzugt entlang der Fließgewässer eingewandert sind. Im Fichtelgebirge wurde allerdings noch kein Elch gesichtet.

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