Wie hoch sind die Prämien?
Die Veranstalter werben damit, dass eine Gesamtprämie von 25 Millionen US-Dollar ausgeschüttet wird. Für den ersten Platz gibt es 250.000 US-Dollar. Wer unter den Weltrekorden über die 100 Meter in der Leichtathletik oder den 50 Meter Freistil im Schwimmen bleibt, kassiert eine Million US-Dollar.
Was sagen Teilnehmer?
"Schwimmen war mein Leben für viele Jahre", erklärte Marius Kusch, einer der beiden deutschen Starter: "Ich bin stolz auf das, was ich erreicht habe, aber die Wahrheit ist, dass mir der Sport nie die finanzielle Stabilität gegeben hat, um mir eine Zukunft aufzubauen. Die Wirklichkeit war immer eine Herausforderung."
Er wolle sich jetzt um seine Familie kümmern und ihr alles zurückgeben, was sie ihm gegeben habe. Der Ex-Europameister ist 33 Jahre alt und macht wie auch andere keinen Hehl über den Hauptantrieb für eine Teilnahme an den Enhanced Games: das Geld. Zweiter Deutscher ist Sprinter Michael Bryan, der hierzulande aber eher unbekannt ist.
Wie steht der DOSB zu den Enhanced Games?
Der Deutsche Olympische Sportbund übt deutliche Kritik. "Wir lehnen die Enhanced Games ab. Jeder Mensch hat das Recht, frei über seinen Körper bestimmen zu können. Wer sich allerdings gesundheitsgefährdenden Projekten wie den Enhanced Games anschließt, nimmt wissentlich in Kauf, sich damit außerhalb der Gemeinschaft des Sports zu positionieren", teilte der DOSB mit.
Die Enhanced Games seien mit den Werten des Sports nicht vereinbar, hieß es weiter. "Sie verstoßen durch den Einsatz von Doping gegen in Deutschland geltendes Recht und stehen in ihrer Ausrichtung auf Leistungsoptimierung mit Hilfe verbotener Substanzen dem entgegen, wofür sich der Sport in Deutschland und weltweit einsetzt: faire und saubere Wettkämpfe."
Was sagen andere Verbände?
Die Vereinigung Athleten Deutschland lehnt die Enhanced Games ebenfalls ab. "Sie stehen für ein System, das gesundheitliche Risiken ökonomisch belohnt – und damit Anreize zur Ausbeutung von Athletinnen und Athleten schafft."
Gleichzeitig fordert die Vereinigung eine bessere Athletenförderung durch die Bundesregierung und eine angemessene Beteiligung an den Einnahmen des IOC. "Nur so lässt sich gewährleisten, dass sie sich ohne existenzielle Sorgen auf ihren Sport konzentrieren können. Das stärkt Leistung und Erfolg – und entzieht Initiativen wie den Enhanced Games den Sauerstoff."
Als "gefährliches und unverantwortliches" Konzept verurteilte die Welt-Anti-Doping-Agentur die Spiele. "Die Macher der Enhanced Games wollen vielleicht schnelles Geld verdienen, aber dieser Gewinn geht auf Kosten von Kindern auf der ganzen Welt, die glauben, dass sie Dopingmittel nehmen müssen, um ihre Träume zu verwirklichen", erklärte der Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur, Travis Tygart.
Lars Mortsiefer, Vorstandsvorsitzender der Nationalen Anti Doping Agentur Deutschland, betonte: "Ein Wettbewerb, der gezielt auf den Einsatz von Dopingmitteln setzt, ist ethisch und moralisch absolut verwerflich."