Arnstadt - Das stark gefährdete Breitblättrige Knabenkraut ist zur Orchidee des Jahres 2020 gewählt worden. Die stattliche Orchidee, die im Frühjahr purpurfarbene Blüten entfaltet, komme nur in Feuchtgebieten vor.

Sie leide unter dem Klimawandel, weil ihr Lebensraum durch geringere Niederschlagsmengen immer trockener werde, teilten die Arbeitskreise Heimische Orchideen der Bundesländer im thüringischen Arnstadt mit. Vor allem Trockenheit im Frühjahr gefährde die Bestände. Die Pflanze zeige zeitgleich mit der Apfelblüte ihre weithin strahlenden Blütenstände.

Abhängig von der Höhenlage könne die Orchidee in den Alpen auch bis in den Juli hinein blühen. Markant seien die Blätter der kräftigen Pflanze, die eine Wuchshöhe von 15 bis 50 Zentimeter erreicht. Sie seien an der Oberfläche meistens gefleckt.

Neben feuchten Wiesen und Weiden wachse das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), dessen Blüten von hellrosa bis zu einem dunklen Purpurrot variieren können, auch an den Ufern von Gewässern. Neben klimatischen Veränderungen sei diese Orchidee auch durch Überweidung von Wiesen gefährdet.

Die Vorstände der Arbeitskreise Heimische Orchideen machen mit der jährlichen Wahl auf die Vielfalt, aber auch die Gefährdung dieser Pflanzen aufmerksam. Nach Angaben der Naturschützer sind viele der etwa 60 in Deutschland vorkommenden Arten auf dem Rückzug, weil sich Lebensräume und Umweltbedingungen veränderten. Es gebe aber auch Arten, die von den Klimaveränderungen profitierten. Dazu gehörten wärmeliebende Orchideen wie Ragwurzarten. "Wir sorgen uns, dass insgesamt mehr Pflanzen verschwinden als Arten von den Veränderungen profitieren", sagte eine Sprecherin.

Seit 1988 wird jährlich eine besonders gefährdete Art als Orchidee des Jahres bestimmt. Im vergangenen Jahr war es das Dreizähnige Knabenkraut, das vor allem in der Mitte Deutschlands noch verbreitet sei.