Geburtstags-Feuerwerk Ein„ewiger Creußner“ wird 90

Emil Warter aus Creußen wird 90 Jahre. Bei Kaffee und Kuchen blickt er im Kreis der Familie auf sein Leben zurück. Und das, obwohl ihm die lieben Verwandten in der Nacht vorher den Schlaf raubten.

Emil Warters Familie, Pfarrerin Nicole Peter (Vierte von links) und Bürgermeister Martin Dannhäußer (Dritter von rechts) gratulieren am Donnerstag dem Geburtstagskind. Foto: /Adeline Lehmann

„Eine Stunde Schlaf habt ihr mir genommen“, sagt Emil Warter zu Sohn und Enkel am Donnerstag beim Geburtstagskaffee. Denn die haben ihm am Abend seines Geburtstags eine Überraschung bereitet. Um Mitternacht haben sie vor seinem Fenster gesungen, ein „Feuerwerk angezündet“ und ein Geburtstags-Banner aufgestellt. „Eine Stunde sind wir sitzen geblieben, haben eine Flasche Sekt geleert“, sagt Warter.

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90 Jahre alt ist Warter nun. Neun Jahrzehnte, die er komplett in Creußen verbracht hat. Mit Frau und Kindern. Nennt sich einen „ewigen Creußner“, der nie wegwollte, weil „bei uns ist es doch schön.“ Angefangen hat für ihn alles am „Marktplatz oben, da wo der Seyffarth heute sein Ausstellungshaus hat.“ Sein Berufsleben startete er als Schreinerlehrling. Musste die Ausbildung mit 17 Jahren wegen schwerem Gelenkrheumatismus abbrechen. Dann also die Umschulung auf technischer Zeichner: „Das lag mir einfach.“ Aber, sagt Emil Warter, „ich liebe Stress – fange immer vier Sachen auf einmal an.“ So war er nebenher 25 Jahre Feldgeschworener, hat Vermessungen um Creußen herum gemacht. Auch das Wohnhaus der Familie hat er selbst entworfen und gebaut. Ein Unterfangen, sagt der Jubilar, dass das Ehepaar Warter nur wegen der Freunde vom Tischtennisclub so gut meistern habe können.

Der Tischtennisclub. Den hat Warter 1957 mitgegründet. War dort über 60 Jahre aktiv, 30 als Vorsitzender und 30 als Ehrenvorsitzender. Mit 84 hat er dann den Schläger an die Wand gehängt. Inzwischen, sagt er, spielt er leider nicht mehr: „Das Knie macht nicht mehr mit.“ Trotzdem, sein hohes Alter ist ihm kaum anzumerken. Auch wenn der Sport nicht mehr geht – einmal die Woche spielt er Skat. Zur Unterhaltung und um sich geistig fit zu halten. Zu den nächsten Jubiläen der Familie Warter lädt er auch schon ein. In vier Jahren sind die Warters seit 70 Jahren verheiratet, wenig später wird seine Frau 90. Und wenn das herum ist, wird er auch schon bald 95. „Die Pfarr- und Bürgermeisterbesuche gehen mir gar nicht mehr aus.“