Davon, mit spezialisierten Kanzleien im großen Stil und pauschal gegen schlechte Bewertungen vorzugehen, rät Geppert ab. "Das ist nicht sinnvoll." Gleichzeitig nimmt er aber auch die Bewertungsportale in die Pflicht. "Sie sollten besser darauf achten, dass die Einträge von echten Gästen sind und keine Grenzen überschreiten. Das muss sich mit KI doch machen lassen." Und verärgerten Gästen rät er: "Lieber vor Ort etwas sagen - dann kann der Wirt oder Hotelier direkt reagieren."
Seit Ende April gibt es einen Hinweis
Seit Ende April blendet Google Maps bei den Bewertungen einen Hinweis ein, wenn es Löschungen gegeben hat. Der Hinweis steht im Google-Unternehmensprofil direkt unter der Rezensionsübersicht. Google begründet die Einblendung als Transparenzmaßnahme: In Deutschland werde wegen einer hohen Zahl von Beschwerden "wegen Diffamierung nach deutschem Recht" bei Profilen ein Hinweis angezeigt, wenn im vergangenen Jahr Rezensionen entfernt wurden.
Als "Diffamierung" fasst Google unter anderem unwahre Tatsachenbehauptungen oder sachlich nicht gerechtfertigte Meinungsäußerungen zusammen. Unternehmen könnten zudem geltend machen, der Verfasser sei gar kein Kunde gewesen. Auf einer Informationsseite betont Google, der Hinweis beeinflusse weder das Ranking noch die Platzierung in lokalen Suchergebnissen.
Deutschland fällt bei der Löschung von Bewertungen auf Google Maps besonders auf. Laut einer EU-Transparenzdatenbank zum Digital Service Act, den EU-Regeln für digitale Plattformen, wurden europaweit im ersten Halbjahr 2026 mehr als 756.500 Beiträge auf Google Maps wegen "illegalem Inhalt" gelöscht: Fast alle in Deutschland.