Gassenviertel Romantische Hinterhöfe und historische Fassaden

Einladend: Der Pocket Garden im Hinterhof der Kämmereigasse 9 1/2. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Fensterglas in Jugendstilmanier, Kellergewölbe aus dem 15. Jahrhundert, Laubengänge aus Holz: In den Hinterhöfen von Bayreuths Gassenviertel und hinter den historischen Fassaden verbirgt sich so mancher Schatz. Das offenbarte sich am diesjährigen Tag der Städtebauförderung, den die Stadt Bayreuth zentral in der Kämmereigasse 9 ½ beging.

Christiane Reichert vom Büro Stadt- und Denkmalpflege aus Bamberg lud die Besucher zu einem Spaziergang durch das Viertel ein. „Wir im Quartier“ lautete schließlich das Motto des Tages, an dem Projekte im Mittelpunkt standen, die von der Städtebauförderung in Bund und Land unterstützt werden. Vor dem Rundgang erläuterte Reichert im ersten Stock des künftigen Kunst- und Kulturhauses, den der Verein Neuneinhalb nahezu leer geräumt hatte, das Wichtigste aus dem Kommunalen Denkmalkonzept (KDK) für das Gassenviertel. „Wir wollen das Schöne am Gassenviertel herausstellen“, sagte die Kunsthistorikerin. Das Gassenviertel sei ein „lebenswertes Quartier“. Sie bat die Besucher um Nachsicht mit den Gebäuden, die noch nicht saniert worden seien. „Dies darf den Blick nicht trüben auf die wahre Schönheit der Häuser.“

Noch 69 Baudenkmäler

Mit Ralf Jost erfasst und analysiert Reichert für die Stadt den historischen Bestand. Über die städtebaulich wertvollen Denkmäler wurde eine Dokumentation erstellt. Der Bericht soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden. Von 135 Bauten seien 69 als Baudenkmäler einzustufen, so Reichert. Der übrige Bestand werde entweder als ortsbildprägend oder strukturbildend eingestuft. In einem zweiten Schritt werde zusammen mit dem Bayreuther Architekturbüro RSP ermittelt, wo konkret Handlungsbedarf bestehe. Als Letztes biete sie Hilfe und Beratung bei der Umsetzung der erarbeiteten Ziele und den Voruntersuchungen an.

Die Kämmereigasse hieß mal „Zwerchgässla“ oder „Ochsengasse“. Sie orientiere sich an einem Abzweig vom Tappert und sollte das Schmutz- und Regenwasser vom Markt aufnehmen. In der Nummer 9 ½, erstmals 1889 erwähnt, war jahrzehntelang eine Metzgerei. Der Vorsitzende des Trägervereins Neuneinhalb, Matthias Mayer, erläuterte das Konzept für das Kunst- und Kulturhaus, das dort entstehen wird. Im einstigen Schlachthaus soll etwa ein Programmkino eingerichtet werden.

 

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