Ganz in Blau BTS weiht sein neues Hockeyfeld ein

Am Samstag gab es auf dem neuen, blauen Platz mehrere Hockeyspiele. Foto: /Manfred Scherer

Die Bayreuther Turnerschaft (BTS) erlebt ihr blaues Wunder. Der Verein hat am Samstag sein neues Hockeyspielfeld offiziell in Betrieb genommen und dabei ein großes Fest gefeiert. Die Investition in den blauen Kunstrasen kostet 540 000 Euro.

Er ist rund 90 Meter lang, etwa 50 Meter breit. Und blau. Tiefblau, ultramarinblau, blauer geht’s nicht. Er heißt Tokyo GT. Das GT symbolisiert Tempo und schnell ist er auch, der neue Spezialkunstrasen für die Hockeyabteilung der BTS. Matthias Schneider, dem Abteilungsleiter war am Samstag der Stolz über das neue Spielfeld und die Erleichterung über den Abschluss eines großen Projekts anzumerken. Den vorwiegend jungen Hockeyspielern, die zur offiziellen Inbetriebnahme gekommen waren, rief er zu: „Ihr habt den besten Rasen, den es im Moment überhaupt gibt.“

Schneider blickte zurück, mit „Wehmut“ auf fünf Jahre Vorbereitungszeit: „Und plötzlich ist das Projekt geglückt.“ Das Verlegen von Tokio GT ging schnell: 12 Wochen hatte es gedauert. Es brauchte erst einen neuen Untergrund aus Bitumenbahnen, ehe das blaue Wunder ausgerollt werden konnte. Ebenso im Projekt beinhaltet: Eine Zisterne, denn der Ball, dem die Hockeyspieler nachjagen, braucht einen feuchten Platz – Tokio muss vorm bespielen gewässert werden.

Wie schafft eine Vereinsabteilung – auch wenn sie wie die Hockeyabteilung der BTS 420 Mitglieder hat – soviel Geld ran? 540 000 Euro? Spenden, Zusammenhalt, Ideen, Sponsoren, Zuschüsse. 25 Prozent der Kosten übernahm der Bayerische Landessportverband (BLSV) aus einem Fördertopf. Die Stadt Bayreuth gab zehn Prozent Zuschuss. 170 000 Euro trug der Verein selbst zusammen mit Spenden, Aktionsverkäufen, Rückstellungen... Man gewann in der Sparkasse und der VR Bank Partner. Die VR Bank etwa hat eine Crowd Funding Plattform im Internet, derer sich die BTS kostenlos bedienen durfte und die Bank stockte die Spenden auf. Der Rest der Investitionssumme ist kreditfinanziert.

Unter dem Applaus vieler Besucher sagte Schneider: „Das ist die Zukunft der Kinder, die hier sitzen.“ Während der vergangenen zwei durch Corona geprägten Jahre habe der Verein 60 neue Kinder und Jugendliche gewinnen können. Ein Beispiel, wie gut Jugendarbeit funktioniert, ist der Trainer der Allerkleisten, der Minis: Karsten Schieseck, im ernsten Leben Strafverteidiger und nebenbei Stadtrat, kann da seine kindliche Seite ausleben: Er stellt sich ins Tor, lässt – trotz seines Ehrgeizes – schon mal einen Schuss seiner Minis passieren. Er macht mit ihnen Süßigkeitenpause und am Samstag jonglierte er ihren was vor – mit einem brennenden Diabolo.

Stefan Peiffer, der BTS-Vorsitzende, sagte, das neue Spielfeld sei der „erste Akzent in einer langen Reihe von Maßnahmen, um den Verein für die Zukunft fit zu machen.“ Er bedankte sich ausdrücklich beim Oberbürgermeister Thomas Ebersberger für die Unterstützung der Stadt. Ebersberger selbst sagte, der neue Platz sei „extrem wichtig für die Jugendlichen“ und: „Was die BTS hier leistet, auch für die Stadt, ist keine Selbstverständlichkeit.“

Ebersberger, Peiffer und Schneider durchschnitten ein buntes Band am Eingang zum Platz – eine Handlung, die die Freigabe des Platzes symbolisieren sollte.

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