FV Illertissen kommt Altstädter wollen Erfolgsserie ausbauen

Im Vorwärtsgang: Der Altstädter Tim Sulmer (links) scheitert in dieser Szene zwar an Mönchrödens Torhüter Kevin Wegener, beim 6:0 im Pokalspiel trug sich aber auch der Stürmer der Gelb-Schwarzen in die Torschützenliste ein. Ob Sulmer gegen Illertissen von Beginn an ran darf, ist dennoch fraglich, die Bayreuther können offensiv nämlich aus dem Vollen schöpfen. Foto: Peter Mularczyk

FUßBALL. Weniger der jüngste 6:0-Pokalsieg beim Bezirksligisten TSV Mönchröden als vielmehr der 3:0-Erfolg beim FC Augsburg II am zurückliegenden Freitag sind Beleg dafür, dass die SpVgg Bayreuth nach anfänglichen Irrungen und Wirrungen nun so richtig Fahrt aufgenommen hat. Auf dem Weg in Richtung Tabellenspitze der Regionalliga Bayern will sich der Altstadt-Express, der zuletzt sieben Punkte aus drei Spielen eingefahren hat, am Freitag um 18.30 Uhr auch vom FV Illertissen nicht aufhalten lassen.

„Ja, es stimmt, wir sind jetzt in der Spur“, bestätigt SpVgg-Kapitän Anton Makarenko das, was die mitgereisten Fans nach Augsburg und Mönchröden, aber auch die Zaungäste des vergangenen Heimspiels gegen Buchbach (1:1) wahrnahmen. „Wir sind nun noch ein Stückchen fitter, damit kompakter und giftiger und haben auch kapiert, dass wir in jedem Spiel hundertprozentigen Einsatz bringen müssen“, sagt der 30-jährige gebürtige Ukrainer.

Einer, der die Eindrücke des Altstädter Kapitäns unterschreibt, heißt Marco Küntzel. Der 43-jährige Ex-Profi ist seit 2018 Trainer beim FV Illertissen und hat die Bayreuther bei ihrem Auswärtsauftritt im Augsburger Rosenaustadion unter die Lupe genommen. Seine Eindrücke: überaus positiv. „Ich war schon beeindruckt. Sie arbeiten sehr gut gegen den Ball, schalten extrem schnell um und sind auch noch enorm bissig“, erinnert sich Küntzel und fühlt sich nach seinem Scouting bestätigt. „Ich hatte sie vor der Saison ohnehin als Geheimfavorit auf dem Zettel.“

Dass die SpVgg schwer in die Saison gekommen ist, sei erklärbar. „Sie hatten eine hervorragende Vorbereitung, das ist den Bayreuthern ein wenig zum Verhängnis geworden. Da kann der Trainer noch so warnen. Die Spieler haben so etwas einfach im Unterbewusstsein.“

Zu viele Ballverluste des FVI gegen den kleinen Club

So sehr Marco Küntzel die Altstädter lobt, so große Stücke hält er auch auf sein eigenes Team, das mit zwei Siegen und einer Niederlage (0:1 gegen Buchbach) recht passabel in die Saison gestartet war. Zuletzt allerdings kassierte die Mannschaft aus der 16.500-Seelen-Stadt südlich von Ulm eine empfindliche 0:3-Niederlage gegen den 1.FC Nürnberg II. „Ein paar unnötige Ballverluste“, sagt der FVI-Coach, hätten seine Mannschaft auf die Verliererstraße gebracht. „Ansonsten war ich mit der Leistung wirklich ganz zufrieden.“

Mit seinem Team zufrieden ist der 43-Jährige ohnehin. „Charakterlich ist das die beste Mannschaft, die ich je trainiert habe“, sagt Küntzel und ergänzt im gleichen Atemzug: „Es macht mir unheimlich Spaß.“ Mit Spaß, Teamgeist und guter Einstellung haben es die Illertisser auch geschafft, die Lücken einigermaßen zu schließen, die die Abgänge Felix Schröter und Burak Coban hinterlassen haben. „Das hat uns natürlich weh getan“, sagt Küntzel.

Schröter, der in der vergangenen Saison 16 Tore für den FVI erzielte, schloss sich Drittligist SpVgg Unterhaching an. Coban, zwölffacher FVI-Torschütze, wechselte zu Südwest-Regionalligist SSV Ulm. Ersetzt wurden die beiden Toptorjäger laut Küntzel mit hungrigen Spielern aus unteren Ligen und mit dem nachverpflichteten Kai Luibrand vom Drittligisten Karlsruher SC. Der führte sich mit einem Doppelpack in seinem ersten Spiel gegen den TSV 1860 Rosenheim (5:3) gleich standesgemäß ein.

Altstädter erwarten Illertisser Beton

Trotz der nicht zu unterschätzenden neuen Offensivabteilung ist sich Anton Makarenko sicher, „dass sie sich erst einmal hinten reinstellen werden“. Bange ist ihm vor einem Beton anrührenden Gegner nicht. „Wie wir gesehen haben, haben wir immer die Qualität, uns Chancen zu erarbeiten“, sagt der Altstädter Kapitän, hebt dann aber sofort den Zeigefinger: „Das funktioniert aber nur, wenn wir läuferisch alles abrufen. Erst dann kommen unsere Qualitäten auch zum Tragen.“

Verzichten müssen die Altstädter auf Kodjovi Koussou, der sich in Mönchröden eine Sprunggelenksverletzung zugezogen hat und auf den noch nicht wieder ins Mannschaftstraining eingestiegenen Steffen Eder. Bei den Schwaben fehlen die verletzten Sebastian Enderle (Oberschenkel) und Sandro Caravetta (Rücken).


Aufgebote

SpVgg Bayreuth: Kolbe (Skowronek) – Schwarz, Kracun, Piller, Schiller, Wolf, Marinkovic, Golla, Weber, Messingschlager, Knezevic, Fenninger, Kopp, Sulmer, Makarenko, Weimar.

FV Illertissen: Schmidt (Nagel) – Zeller, Luibrand, Strobel, Glessing, Krug, Wegmann, Maiolo, Pangallo, Herzel, Nebel, Hahn, Schmid, Dewein, Baric, Wujewitsch.

SR: Speckner (SG Schloßberg 09).

 

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