"Ich werde jetzt hier keine Positionen verteilen oder sagen, wo einer nie wieder spielen wird oder wo er jetzt immer spielen wird", wiegelte Klopp zwar schnelle Entscheidungen ab. Doch als Fakt gilt: Joshua Kimmich, an dessen Kapitänsrolle es keine Zweifel gibt, soll wieder ins Zentrum. Das fordert nicht nur Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der Kimmich als "Quarterback" bezeichnete.
Rechter Außenverteidiger wird weiter gesucht
Also braucht Klopp einen neuen rechten Außenverteidiger. Josha Vagnoman spielt beim VfB Stuttgart konstant gut. In Leipzig schwächelt Ridle Baku hingegen. Beiden hatte Nagelsmann die WM nicht zugetraut. Und Frankfurts Elias Baum fehlt womöglich noch Konstanz.
Praktisch alle Entscheidungen Klopps bergen Brisanz. Auf der Torhüterposition wird das auch deutlich. Natürlich könnte er den kompletten Neustart ausrufen und Richtung EM 2028 auf Bayern-Backup Jonas Urbig (23) bauen. Doch warum alles riskieren? Ter Stegen, bei Ajax Amsterdam wieder im Rhythmus, wäre die Variante Safety first. Klopp weiß, dass gute Ergebnisse die härteste Trainerwährung sind. Euphorie entsteht durch Erfolg, nicht durch Perspektive.
Personal für das bevorzugte System
Beantworten muss Klopp die Systemfrage. Spielt er wie erfolgreich in Liverpool praktiziert im 4-3-3? Das Personal spricht eher für das bewährte 4-2-3-1. Schnelle Außenbahnspieler braucht er in jedem Fall. Und da empfehlen sich gerade einige Kandidaten, die bei Nagelsmann dabei waren, dann aber keine WM-Berücksichtigung fanden.
Kevin Schade sorgt wie Teamkollege Janelt bei Brentford in der englischen Premier League für Aufsehen. Und Karim Adeyemi hat unter Hansi Flick beim FC Barcelona wieder richtig Fahrt aufgenommen. Im Gegensatz zu Leroy Sané, der bei Galatasaray nicht in Schwung kommt und zur Generation 30+ gehört, die um die DFB-Zukunft kämpfen muss.
Seinen WM-Blues nicht ablegen konnte Stürmer Nick Woltemade, einer der drei Elfmeter-Fehlschützen gegen Paraguay, mit dem Wechsel von Newcastle United zu Juventus Turin. "Ich glaube, viele Spieler werden schon die gleichen sein", mutmaßte er im Sommer über einen gar nicht so radikalen Klopp-Umbau.
Nun könnte es Big Nick aber erwischen. Fakt ist, dass Rekordtorwart Manuel Neuer und Abwehr-Routinier Antonio Rüdiger ihre DFB-Karriere beendet haben. Leon Goretzka und Assan Ouedraogo sind verletzt. Sie spielen in Klopps erster Kaderformel keine Rolle.