Fußball-Bundesliga Münchner Gala-Auftritt nach der Pause gegen RB Leipzig

Der FC Bayern München siegt in Leipzig – und distanziert RB vorerst im Meisterschaftsrennen deutlich. Foto: dpa/Jan Woitas

Der FC Bayern siegt souverän bei RB Leipzig mit 4:1 (1:0) – und beschert den Leipzigern damit einen Fehlstart in die neue Saison in der Fußball-Bundesliga. Ein Schock-Moment trübt die Münchner Freude.

Leipzig - Noch vor wenigen Wochen wäre es das Gipfeltreffen im Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft gewesen: RB Leipzig gegen den FC Bayern München – das Duell der zwei erfolgreichsten deutschen Klubs der jüngsten Geschichte. Auch wenn es am vierten Spieltag etwas verfrüht klingen mag, aber am Samstag scheinen die Münchner ihren sächsischen Konkurrenten der letzten Jahre vorerst abgehängt zu haben. Nach dem 4:1-(1:0)-Auswärtssieg des FC Bayern ist der Leipziger Fehlstart mit nur drei Punkten aus vier Spielen perfekt, während das Team von Trainer Julian Nagelsmann sich auf eine neue Konkurrenzsituation in der Bundesliga einstellen muss: Mit dem Tabellenführer VfL Wolfsburg (2:0 bei der SpVgg Greuther Fürth) und dem fulminanten Borussia Dortmund (4:3 in Leverkusen) droht dem deutschen Oberhaus immerhin für den Moment keine Langeweile.

Von der Spitze der Liga ist hingegen RB Leipzig weit entfernt. Die 34 000 Zuschauer sahen zwar eine intensive Partie, in der aber die Unterschiede der zwei ehemaligen (?) Meisterschaftskontrahenten offensichtlich wurden: In einer intensiv geführten Begegnung stand RB den Gästen zwar über weite Strecken in nicht viel nach, aber eben im entscheidenden Punkt – dem Toreschießen.

Die Begegnung hatte gerade richtig Fahrt aufgenommen, als der Video-Assistent in einer unscheinbaren Aktion intervenierte. Kampl hatte im Laufduell mit Goretzka den Ball mit der Hand mitgenommen (12.). Schiedsrichter Aytekin entschied folgerichtig auf Handelfmeter, den Lewandowski sicher zur Münchner Führung verwandelte. Warum allerdings wenige Minuten zuvor der VAR nicht einschritt, als Müller einen Ball an der Strafraumgrenze ebenfalls an die Hand bekam, erzürnte die Leipziger.

Und vielleicht spielte beim Zorn über den unglücklichen Rückstand dann auch eine Rolle, dass Leipzig in der Folge mindestens ebenbürtig mit dem Favoriten war – und spätestens nach einer knappen halben Stunde den Ausgleich verdient gehabt hätte. Aber Olmo rutschte der Ball über den Fuß (35.).

Was dann letztlich den Unterschied zwischen dem Rekordmeister und den Sachsen ausmachte, waren die zehn Minuten nach dem Seitenwechsel: Das Team von Jesse Marsch ließ den Gästen viel Raum, den die Münchner Flügelzange mit hoher Spielfreude nutzte. Erst drückte Musiala (47.) einen Ball aus kurzer Distanz über die Linie, kurz darauf krönte Sané sein Spiel mit dem 3:0 (54.). Auch den zweiten Münchner Treffer hatte der zuletzt in München scharf in die Kritik geratene Nationalspieler eingeleitet. Sané scheinen seine guten Auftritt im DFB-Trikot auch wieder Selbstbewusstsein für die Bundesliga gegeben zu haben. Darauf könnte der amtierende Meister auch in den nächsten Wochen noch viel stärker als bislang angewiesen sein, denn schon im ersten Abschnitt hatte sich Gnabry verletzt und musste vorzeitig vom Feld. Wie lange er ausfallen wird, war am Abend noch unklar.

Aber auch ohne den Nationalspieler, der ebenfalls aus der Länderspielpause mit einer Glanzform zurückgekehrt war, sollte sich zeigen, dass der FC Bayern dem aktuellen Leipziger Kader überlegen ist. München schien nur kurz – nach dem 25-Meter-Kracher von Laimer (58.) – zu wanken. Doch RB fehlte letztlich trotz Torjäger da Silva und Szoboszlai die Präzision und die Ideen, wie sie die Münchner noch einmal in Gefahr bringen sollten. Choupo-Moting erhöhte in der Nachspielzeit sogar noch auf 4:1.

So brachte das Team des ehemaligen Leipziger Trainers Nagelsmann nicht nur die Führung seriös über die Zeit, sondern setzte nach der holprigen Vorbereitung und dem befürchteten Fehlstart auch ein Ausrufezeichen im Meisterschaftsrennen. Die befürchteten Pfiffe gegen Nagelsmann waren übrigens deutlich geringer als gegen Sabitzer, der Mitte der zweiten Halbzeit für München ins Spiel kam. Bis vor wenigen Tagen trug er noch des RB-Trikot. Genau wie Upamecano. Das hatte im Vorfeld des Spiels bereits für Diskussionen um die Frage entfacht, ob der FC Bayern einmal mehr die Konkurrenz durch gezielte Einkäufe schwächt. Im Falle des früheren bayerisch-sächsischen Meisterschaftsduells scheint das Ergebnis vom Samstagabend ein Argument dafür zu liefern.

 

Bilder